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Radevormwald
Gemeinden müssen zusammenrücken

Radevormwald: Gemeinden müssen zusammenrücken
Für acht Jahre wurde Hartmut Demski als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Lennep wiedergewählt, vier Jahre möchte er dieses Amt ausfüllen. FOTO: Ev. Kirchenkreis Lennep
Radevormwald. Hartmut Demski verteidigt als wiedergewählter Superintendent Umstrukturierungsprozesse im Kirchenkreis Lennep. Von Stefanie Bona

Hartmut Demski bleibt für weitere vier Jahre Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Lennep. Bei der Kreissynode votierten 86 von 102 Stimmberechtigten für den Pfarrer aus Wermelskirchen, der damit seine dritte Amtszeit an der Spitze des Kirchenkreises antritt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Wie berichtet, wird Demski aber die auf acht Jahre angelegte Wahlperiode nicht zu Ende führen. In diesem Jahr wird der Theologe 60 Jahre alt.

"Für mich gilt die normale gesetzliche Ruhestandsregelung", sagte er in einem Pressegespräch. Wo andere Kirchenkreise Schwierigkeiten bei der Besetzung der Superintendentenstelle haben, ist er sehr optimistisch, dass es im Kirchenkreis Lennep bei einer Wahl in vier Jahren keine Nachfolgeschwierigkeiten geben wird. Zunächst will sich der Theologe aber den Herausforderungen stellen. "Das Amt des Superintendenten macht immer noch Spaß, ist manchmal schwierig, aber genauso verheißungsvoll."

Die letzten Jahre waren maßgeblich geprägt von den durch die Landeskirche vorgegebenen Reformprozessen, die teilweise für heftigste Diskussionen gesorgt hatten. Hartmut Demski glaubt, die Prozesse "zurückhaltend" und daher verträglich umgesetzt zu haben. "Für viele gingen die Veränderungen bei Personalplanung und Pfarrstellen immer noch zu weit. Wir sind aber deutlich unter dem geblieben, was die Kirchenleitung ermöglicht hätte." Künftig gelte es, die angestoßenen Vorgänge umzusetzen und nun auch den Ertrag daraus zu ziehen.

Der Superintendent ist dankbar, dass die Kirchengemeinden und auch die Synode ihn in seiner klaren Position in Sachen Flüchtlingsarbeit umfänglich unterstützen. Denn Demski hat sich wiederholt für eine Willkommenskultur ausgesprochen. Allerdings verhehlt er nicht, dass es auch kritische Fragen bei diesem Thema gibt. "Mit Einzelnen habe ich Diskussionen geführt. Dabei ging es zum einen um Angst vor Überfremdung und zum anderen generell um das Verhältnis von Christen und Muslimen." Er räumt ein, dass gerade die Kirchen in der Praxis bei der Flüchtingshilfe "sehr schnell unterwegs" gewesen seien. Bei Theorie und Theologie müsse man in dieser Hinsicht einiges nachholen. Vor dem Hintergrund, dass das Zusammentreffen beider Religionen in der Geschichte vielfach von Gewalt geprägt gewesen sei, müsse nun geklärt werden, wie heute ein gelingendes Miteinander erreicht werden könne. "Die große Hilfsbereitschaft, die wir gegenüber den Flüchtlingen erlebt haben, führe ich aber auch darauf zurück, dass wir in diesem Land seit Jahrzehnten christliche Nächstenliebe predigen."

Eine weitere Herausforderung für die Evangelische Kirche sei der fortschreitende Säkularisierungsprozess in der Gesellschaft gepaart mit dem demografischen Wandel. "Kirche wird kleiner werden. Dieser Situation müssen wir ehrlich ins Auge blicken." Ein Zusammenrücken der Kirchengemeinden werde sich nicht aufhalten lassen, auch wenn dies gerade für die kleineren Gemeinden schmerzlich sei.

Dennoch rät Demski davon ab, Dinge zu überstürzen. "Solche Prozesse brauchen Zeit." Genauso müsse man Ideen entwickeln, wie man die Menschen mit den eigenen Angeboten wieder stärker erreichen kann.

Quelle: RP
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