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Radevormwald
Gericht verlängert die Gefängnisstrafe für Diebstahl

Radevormwald. Die Zukunftsprognosen für einen 30-jährigen Radevormwalder stehen schlecht: Zwölf Vorstrafen wegen Diebstahl, Raub, Körperverletzung und Drogen haben den Hartz-IV-Empfänger bereits zwei Mal ins Gefängnis gebracht. Der Richter am Amtsgericht in Wipperfürth ließ den Wiederholungstäter nun aus der Justizvollzugsanstalt Remscheid vorführen, um eine weitere Straftat zu verhandeln. Im Dezember 2015 soll er nachts von einer Radevormwalder (Event-)Firma Leergut und eine Sackkarre für den Transport der Kisten und Bierfässer gestohlen haben. Die Tat gab der Gefängnisinsasse auch sofort zu. "Das stimmt schon. Ich habe Geld gebraucht und das Leergut in einem Getränkemarkt in Radevormwald abgegeben", schilderte er dem Richter mit einem Dauergrinsen im Gesicht. Von Heike Karsten

Der Geschäftsführer der betroffenen Firma überschlug im Zeugenstand den entstandenen Schaden. Jedes der fünf gestohlenen Fässer hätte einen Pfandwert von etwa 60 Euro, die fünf Leergutkisten je 3,50 Euro. "Die Sackkarre hat damals etwa 300 Euro gekostet", fügte er hinzu.

Für die Rückerstattung der Summe war das Gericht nicht zuständig, wohl aber für die angemessene Bestrafung des Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe. Der Verteidiger sprach sich dagegen aus: "Hier liegt eine Persönlichkeit vor, die Hilfe benötigt. Daher hat mein Mandant einen Betreuer. Zudem kann er während der Haft weder Geld verdienen noch die Strafe begleichen", sagte er.

Der Richter sah das ähnlich und verurteilte den 30-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten. Die kommen nun noch auf die vorherige Freiheitsstrafe von 16 Monaten oben drauf. Davon hat der Radevormwalder gerade einmal drei Monate verbüßt.

"Der Schaden ist nicht unerheblich und der Diebstahl keine Bagatelle. Zudem standen Sie zu dieser Zeit schon unter Bewährung", begründete der Richter sein Urteil.

Groß beeindruckt schien der Verurteilte vom Urteilsspruch nicht zu sein. Widerstandlos ließ er sich in Handschellen zurück in die JVA Remscheid bringen.

Quelle: RP
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