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Don Alder
"Geschenke des Universums an mich"

Don Alder: "Geschenke des Universums an mich"
Don Alder aus Kanada gastiert am kommenden Freitag im Kultur-Haus Zach. Sein bescheidener Wunsch: von der Musik leben zu können. FOTO: s schwager
Radevormwald. Der kanadische Gitarrenvirtuose Don Alder ist am kommenden Freitag im Kultur-Haus Zach zu Gast. Im Interview spricht der Musiker darüber, wie er zur Gitarre kam, was seine Harp Guitar ist und was das Publikum in Hückeswagen so alles erwartet.

Mr. Alder, Sie werden der "Hendrix der Akustikgitarre" genannt. Sind Sie Fan von Jimi Hendrix?

Alder Einige Journalisten haben mich immer wieder so genannt. Als Musiker bin ich natürlich geehrt, sehe es aber trotzdem ganz anders: Jimi war ein Pionier, Erneuerer, Erfinder und Künstler an der E-Gitarre. Ich aber sehe mich nicht als Pionier oder Erneuerer an der Akustischen. Im Gegenteil, ich habe meinen eigenen Sound gefunden, indem ich auf dem Instrument herumprobiert und schlechte Angewohnheiten sowie unorthodoxe Herangehensweisen ausgelebt habe. Aber da bin ich nicht der Einzige, wir alle haben doch Gaben. Und wenn du motiviert und durch Leidenschaft angetrieben wirst, dann wirst du auch deinen eigenen Zugang dazu finden.

Wie kamen Sie denn überhaupt zur Gitarre?

Alder Als Kind war ich fünf Monate lang krank. Meine Mutter hat mir damals eine billige Gitarre geschenkt. Eine von jenen, die man nicht stimmen und auch kaum spielen kann. Ich glaube, das erste Riff, das ich lernte, war "Satisfaction" von den "Rolling Stones".

Und warum spielen Sie Akustikgitarre und nicht E-Gitarre?

Alder Ich habe früher auch E-Gitarre gespielt. Als ich Jugendlicher war, habe ich in einigen Bands gespielt und jede Menge Spaß dabei gehabt. Aber an meinem spielerischen Ausdruck kann ich besser alleine mit der Akustischen arbeiten. Ich mag beide Arten, aber ausdrücken kann ich mich am besten auf der Akustikgitarre.

Welche Einflüsse haben Sie?

Alder Um nur ein paar zu nennen - Bruce Cockburn, "Wishbone Ash", Jimi Hendrix, Jeff Beck oder Michael Hedges.

Was ist eine Harp Guitar - und warum spielen Sie sie?

Alder Das ist ein Instrument mit den Saiten einer Gitarre, ergänzt durch Sub-Bass-Saiten. Das Instrument gibt es schon an die zwei Jahrhunderte, Künstler wie Michael Hedges, Stephen Bennett oder Andy McKee haben es populär gemacht. Es ist ein unglaubliches Instrument - aber ziemlich kompliziert zu spielen, vor allem auf der Bühne.

Sie sind Musiker mit Leib und Seele - gab es für Sie einen beruflichen Plan B?

Alder Nein, auch wenn ich mich mehr als Künstler mit Leib und Seele bezeichnen würde. Ich bin nicht auf Ruhm und Ehre aus, auch wenn ich davon durchaus schon einiges bekommen habe. Ich möchte einfach nur bescheiden von meiner Musik leben können.

Worauf dürfen sich die Hückeswagener Konzertbesucher freuen?

Alder Ich möchte sie auf eine Reise mitnehmen, sie sollen mich nicht nur Gitarre spielen sehen. Ich glaube auch nicht, dass die Leute deswegen zum Konzert kommen. Sie wollen etwas erleben, und ich arbeite hart daran, ihnen das zu ermöglichen. Es macht Spaß, zu beobachten, wenn die Leute "Wow!" rufen. Aber ich möchte sie auch in ihren Herzen berühren. Ich liebe es, neue Menschen kennenzulernen und freue mich schon darauf, mit den Besuchern nach dem Konzert bei Eurem guten deutschen Bier ins Gespräch zu kommen.

Sie reisen rund um die Welt - wie entspannen Sie sich denn, wenn Sie daheim in Kanada sind?

Alder Indem ich Gitarre spiele -nein, das war nur ein Scherz! (lacht) Nun, ich schreibe ein paar neue Nummern, gehe in meine Lieblingsrestaurants und -eiscafés, und wenn das Wetter mitspielt, gehe ich Kajakfahren.

Gibt es Zeiten, in denen Sie die Gitarre nicht sehen, berühren oder spielen wollen?

Alder Tatsächlich immer wieder. Ich setze mich nicht mit der Gitarre hin, um zu üben. Wenn ich das Instrument in die Hand nehme, dann klinge ich oft wie ein Vierjähriger, der auf dem Klavier herumklimpert. Mein Ziel ist es, eine neue Melodie oder Idee zu erschaffen. Wenn ich Glück habe, dann kommt eine bestimmte Notenfolge als Geschenk vom Universum zu mir. Das klingt wie ein Scherz, ist aber ganz ernst gemeint: Vieles von dem, was ich schreibe, kann ich eigentlich gar nicht spielen - es sind also wirklich Geschenke des Universums an mich. Für mich ist es immer noch ein Mysterium, woher diese Ideen kommen. . .

Wer ist Ihr persönlicher Gitarren-Gott?

Alder So etwas gibt es, glaube ich, gar nicht. Ich spreche lieber von "Musikern, die dein Herz berühren können". So gesehen gibt es für mich keinen Gitarren-Gott, dafür aber viele berühmte und unbekannte Gitarristen, die mich im Herzen berühren. Dafür bin ich dankbar.

DAS INTERVIEW FÜHRTE WOLFGANG WEITZDÖRFER

Quelle: RP
 
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