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Radevormwald
Geschichtsverein will das Stadtbild verschönern

Radevormwald. 16 Mitglieder trafen sich am Dienstagabend zu einer informativen Gesprächsrunde und suchten erste Lösungsansätze. Von Marion Gerdel

Die Bergstadt soll wieder schöner werden. Das ist der Wunsch der Rader Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins. 16 Mitglieder trafen sich deshalb am Dienstagabend zu einer informativen Geschichtsgesprächsrunde und überlegten, welchen Beitrag der Verein dazu leisten kann. Zur Einstimmung hielt Prof. Dr. Heinz-Jürgen Lorenz einen bebilderten Vortrag zum Thema "Die Radevormwalder Architekturgeschichte nach dem Stadtbrand von 1802".

1815 war der Wiederaufbau so gut wie vollendet, neue bergische Häuser wurden auf die alten, noch vorhandenen Fundamente und Keller gesetzt. Im Laufe der Jahre wurde das Stadtbild durch immer wieder andere Baustile vermischt, so dass sich in Rade eine vielfältige Architektur entwickelte. Obwohl durch die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg 50 Objekte zerstört oder schwer beschädigt wurden, blieben viele sehenswerte Gebäude in unterschiedlicher Bauart erhalten. "Diese Vielfalt soll erhalten bleiben", wünscht sich Lorenz und ist sich sicher, dass ein Verein bei der Umsetzung dieses Vorhabens mehr Chancen hat als eine Einzelperson.

"Sicher haben Sie auch beobachtet, dass viele der schönen Fassaden durch den Dämm-Wahn hinter unansehnlichen Polystyrolschichten verschwunden sind", sagt er. Als Beleg für die Fehler, die bei Hauserweiterungen oder Sanierungen gemacht wurden, zeigte Lorenz eine ganze Reihe von Fotos, die aufzeigen, wie schnell aus ehemaligen repräsentativen Gebäuden unansehnliche Bauwerke werden können. Dass dies vermeidbar gewesen wäre, bewies er durch Bilder, auf denen geglückte Sanierungen zu sehen waren. In der Diskussion ging es um die Frage, wie der Geschichtsverein, der laut seiner Satzung auch die Aufgabe hat, für die Kultur und die Denkmalpflege zuständig zu sein, Einfluss nehmen kann, um künftige Baufehler zu verhindern. "Wir wollen und können die Bauherren nicht gängeln. Aber wir sollten ihnen Wege aufzeigen, was die beste Vorgehensweise ist, um ein schönes Stadtbild zu erhalten. Die meisten machen die Fehler ja aus bloßer Unwissenheit", sagte der BGV-Vorsitzende Ulrich Haldenwang. Immer wieder gab's Vorwürfe gegen das Bauamt. "Die ändern dort doch die Vorgaben immer wieder. Je nachdem wer da sitzt, bekommt jeder Bauherr eine andere Auskunft", sagten einige Vereinsmitglieder und machten damit ihrem Ärger Luft. Bei den Projekten an der Nordstraße sollte in der Planungsphase auf jeden Fall schon darüber nachgedacht werden, wie das Stadtbild erhalten werden kann. Eine gute Alternative für die Bebauung wären seniorengerechte Wohnungen. Allen Vereinsmitgliedern ist klar, dass es ohne die Hilfe der Politik nicht möglich ist, eine Änderung herbeizuführen. Die Hilfe müsse man aber auf Kreisebene suchen, da die Stadt damit auch finanziell mit einer Beratungsstelle überfordert wäre.

Als nächster Schritt sollen daher die Geschichtsvereine in Gummersbach und Wipperfürth kontaktiert werden, um gemeinsam zu überlegen, wie das Stadtbild der alten bergischen Orte erhalten werden kann. Haldenwang: "Nur in der Gemeinschaft sind wird stark."

Quelle: RP
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