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Radevormwald
Gesundem Frühstück droht das Aus

Radevormwald. An der Realschule gibt es "gesundes Frühstück" seit 2005. Jetzt droht mangels ehrenamtlicher Hilfe eine Einstellung des Angebots, teilen Schulleitung und Organisatorin Anke Kreimendahl mit. Helfen können nicht nur Eltern von Schülern. Von Marion Gerdel

Ein gesundes Frühstück ist die beste Voraussetzung für einen guten Schultag, der die volle Aufmerksamkeit der Schüler fordert. Aber nicht alle Eltern versorgen ihre Kinder mit dem richtigen Pausen-Snack. "Schon vor Jahren ist aufgefallen, dass Schüler morgens statt mit einem richtigen Frühstück mit einer Tüte Chips zur Schule kamen", erzählt der Konrektor der Realschule, Claus Peter Wirth. "Damals ist die Idee entstanden, ein gesundes Frühstück anzubieten."

Manuela Kreimendahl hat sich vor Jahren als engagierte Mutter der Sache angenommen und organisiert, dass in den beiden großen Pausen Müsli, belegte Brötchen oder Milchprodukte zur Verfügung stehen. Finanziell und organisatorisch vom Förderverein unterstützt, läuft seit 2005 der Verkauf des Frühstücks, das nicht nur gesund ist, sondern der Schülern auch ausgesprochen gut schmeckt.

Jetzt droht der Elterninitiative das Aus. Durch die Gründung der Sekundarschule werden ab dem kommenden Schuljahr keine neuen Schüler mehr in der Realschule nachrücken. Somit fehlen auch die neuen Eltern, die immer gebraucht wurden, um die Besetzung der Frühstücksausgabe zu gewährleisten. "Aktuell sind wir nur noch 18 Mütter, die sich die Arbeit an fünf Tagen in der Woche teilen", beschreibt Anke Kreimendahl als Nachfolgerin ihrer Namensvetterin die Situation. "Heute können wir den Verkauf gar nicht anbieten, da wir keine Mütter gefunden haben, die heute hier arbeiten konnten."

Auf den Tischen stehen Schälchen mit Obst- und Gemüsestücken, an denen sich die Schüler kostenfrei bedienen dürfen. Einen Service, den viele Schüler lieben. So auch Sabine Hadziev (16), sie kommt mindestens zwei Mal pro Woche zum gesunden Frühstück. "Es wäre schlimm, wenn das hier geschlossen würde", sagt sie. "Denn es geht nicht nur ums Essen, es ist auch ein kleiner Treffpunkt für die Schüler mit einer ganz besonderen Atmosphäre."

Auch für helfende Eltern wäre ihr Einsatz nicht nur Arbeit, sondern hätte auch Vorteile für sie zu bieten, ist sich Anke Kreimendahl sicher. "Ich mag vor allem den Austausch mit den anderen Müttern, während wir die Sachen vorbereiten", erzählt sie aus ihrer Erfahrung. "Man bekommt einfach mehr Einblick in den Schulalltag und kann auch seinem eigenen Kind so vermitteln, dass man voll hinter der Schule steht, die man für seinen Sohn oder seine Tochter ausgesucht hat."

Oft kommen auch Lehrer vorbei und kaufen etwas. Dadurch ergäben sich kurze Gespräche und ein viel besserer Kontakt. Wer die Mütter in ihrer Arbeit unterstützen und den Schülern somit die Möglichkeit für ein gesundes Frühstück erhalten möchte, muss nicht selber Kinder an der Realschule haben. "Wir freuen uns auch über helfende Großeltern, Nachbarn oder jeden, der ein bisschen Freizeit übrig hat und diese für sich selbst und unsere Schüler sinnvoll einsetzen will. Dabei sind uns Männer natürlich genauso willkommen wie Frauen", sagen Anke Kreimendahl und Claus Peter Wirth und ergänzen: "Wir könnten uns auch vorstellen, dass die Arbeit in unserer kleinen Gruppe eine gute Integrationsmöglichkeit für Flüchtlinge ist." Auch wenn dies noch nicht viele Sprachkenntnisse haben, könnte man sie sehr gut unterstützen und ihnen als Dank für die Hilfe beim Einleben in Rade helfen.

Quelle: RP
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