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Radevormwald
Gewalt gegen Polizisten nimmt weiter zu

Radevormwald: Gewalt gegen Polizisten nimmt weiter zu
Immer häufiger kommt es im Oberbergischen Kreis zu Übergriffen auf Polizeibeamte. Aber auch andere Personengruppen, wie zum Beispiel Mitarbeiter der Ordnungsämter, Gerichtsvollzieher und Zollbeamte, sind betroffen. FOTO: jochen tack
Radevormwald. 64 Fälle hat es in diesem Jahr schon im Oberbergischen Kreis gegeben. In Radevormwald kam es zu fünf Delikten. Alle Täter standen unter Alkoholeinfluss - laut Kreispolizei keine Seltenheit. Erfreulich: In Rade sind die Zahlen rückläufig. Von Elena Erbrich

Beleidigungen, körperliche Angriffe und Widerstand mit Gewalt sind die drei häufigsten Delikte gegen Beamte im Oberbergischen Kreis. Und diese haben zugenommen: Im Jahr 2015 gab es 92 Fälle dieser Art, im vergangenen Jahr waren es 109. Bis August konnte die Kreispolizei schon 64 vermelden. In Radevormwald kam es in diesem Jahr bislang zu fünf Fällen von Delikten gegen Polizisten. Im vergangenen Jahr waren es drei, 2015 zehn Fälle.

Alle fünf Täter aus Radevormwald standen unter Alkoholeinfluss. Drei der fünf Fälle aus diesem Jahr fanden während Karneval statt. "Unter anderem war auch eine versuchte Körperverletzung dabei", sagt Kreispolizeisprecher Michael Tietze. "Eine junge Frau, die auffällig war, hat versucht, Polizeibeamte zu treten." Außerdem gab es Fälle von Beleidigungen, Bedrohung und Widerstand.

Im Oberbergischen Kreis sind die Zahlen laut Tietze gestiegen. "In Radevormwald ist es eher rückläufig. Die Entwicklung ist dort also eher vorbildlich", sagt Tietze. Etwa 86 Prozent der Täter seien männlich. Mehr als 58 Prozent stehe während der Tat unter Alkoholeinfluss.

Das bestätigt auch Gerichtsdirektor Andreas Türpe vom Amtsgericht Wipperfürth. "Es gibt aber auch Fälle, da sind die Täter nüchtern", sagt er. Auch er stellt eine Zunahme an Gewalt gegen Polizeibeamte fest. "Wir verhandeln hier laufend solche Fälle. Es geht um Beleidigungen, Widerstand und Körperverletzungen", sagt er. Bei den körperlichen Angriffen handele es sich vorwiegend um Schläge und Tritte. "Einige Polizisten mussten daraufhin krankgeschrieben werden", erklärt Türpe.

FOTO: obk

Neben Polizisten seien auch andere Vollstreckungsbeamte, zum Beispiel Mitarbeiter der Ordnungsämter, Gerichtsvollzieher und Zollbeamte, betroffen. "Hauptsächlich wenn Zwangsvollstreckungen und Abschiebungen durchgesetzt werden sollen", sagt Tietze.

Hückeswagen sticht wie Radevormwald positiv hervor: 2015 gab es dort vier Fälle, 2016 gar keinen und in diesem Jahr erst einen. Der ereignete sich während des Schützenfestes im Juli. Eine Gruppe Jugendlicher bedrängte einen Mann. Daraufhin schritt ein Polizist, der privat mit zwei anderen Männern auf dem Schützenfest in der Nachbarstadt unterwegs war, ein, und wurde selbst angegriffen. "Ob er sich als Polizist zu erkennen gegeben hat, geht nicht hervor. Das sind die Tücken der Statistik", sagt Tietze. Somit könne nicht eindeutig von Gewalt gegen Polizeibeamte ausgegangen werden.

Polizeisprecher Michael Tietze (l.) bescheinigt Rade eine vorbildliche Entwicklung. Amtsgerichtsdirektor Andreas Türpe (r.) hat oft mit Gewalt gegen Polizisten zu tun. Solche Verhandlungen gebe es laufend. FOTO: polizei/stadt wipperfürth

Die Strafen fallen laut Gerichtsdirektor Türpe ganz unterschiedlich aus. "Das liegt daran, ob Vorstrafen vorhanden sind oder an der Schuldfähigkeit unter Alkoholeinfluss", sagt er. Oftmals liege das Strafmaß zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

Quelle: RP
 
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