| 00.00 Uhr

Radevormwald
Giras größte Investition stärkt Rade

Radevormwald. Riesige Baugrube im Gewerbegebiet Mermbach: Dirk Giersiepen, Geschäftsführender Gesellschafter des größten Arbeitgebers der Stadt, hat gestern Mittag die Grundsteinrolle für das neue Gebäude ins Fundament gelegt. Von Wolfgang Scholl

Mit einem "großen Bahnhof" feierte Rades größter Arbeitgeber gestern Mittag die Grundsteinlegung für einen Neubau, den Dirk Giersiepen im Sommer mit einer hohen zweistelligen Millionensumme vorgestellt hatte. "Wir sind ein Familienunternehmen, wir feiern den Spatenstich, die Grundsteinlegung und im März 2017 das Richtfest. Ich lade Sie heute auch schon für Samstag, 7. Juli 2018, zu unserer Eröffnung des großen Baukomplexes ein", sagte Giersiepen und ergänzte, "an diesem Datum ist Deutschland schon zweimal Fußballweltmeister geworden und Boris Becker hat Wimbledon gewonnen."

Bisher seien alle Termine eingehalten worden. Für das Unternehmen sei das ein riesiger Meilenstein. Er bedankte sich bei der Stadt für die wohlwollende Begleitung. "Wir erwarten keine Extrawürste", sagte Giersiepen, der sich auch bei der Familie Wader für die Möglichkeit bedankte, dass man Flächen in einer Größenordnung von bis zu 18.000 Quadratmetern mieten konnte. "Das kann ich nach 2019/2020 nicht mehr versprechen." Nachdem Dirk Giersiepen auch den Gesellschaftern für deren wegweisende Entscheidung gedankt hatte, gestand er, dass ihm die Investition auch schon einmal über die Bettdecke gelaufen sei. "Wenn ich dann an die vielen gemieteten Hallen denke, geht es mir wieder besser", sagte er. Dank der Gesellschafterversammlung habe man den großen Vorteil, dass man nicht im Gebäudebestand und im laufenden Betrieb bauen muss.

"Eine solche Chance, auf der grünen Wiese die ganze Wertschöpfungskette von Wareneingang, Lager, Logistik, Montage und Warenausgang ideal neu zu gestalten, gibt es nicht oft", sagte Giersiepen: "Dieser Neubau ist ein wichtiger Schritt für die internationale Wettbewerbsfähigkeit, ein klares Bekenntnis zum Standort Radevormwald, zur Qualität 'Made in Germany' und schafft ideale Voraussetzungen für weiteres Wachstum." Erstmals bediene sich das Unternehmen auch eines Projektsteuerers.

Für die Belegschaft sprach Andreas Dürwald, der das Projekt im Haus zusammen mit Dietmar Daszkiewicz koordiniert. Er betonte die nachhaltige und flexible Baugestaltung. Dietmar Daszkiewicz erläuterte Besuchern die derzeitige Baustelle. Alleine die Baugrube für das Hochregallager misst 80 mal 40 Meter. Wegen ihrer späteren Höhe musste Gira dafür tief ausschachten. In die beiden Sprinklerbehälter, die im hinteren Bereich von der Einfahrt an der Gewerbestraße entstehen, werden jeweils 1200 Kubikmeter Wasser passen. "Sie dienen später als Speichermedium im jeweiligen Wärme- und Kälteprozess", sagte Daszkiewiecz.

Die Bedeutung des Gira-Neubaus betonte auch Architekt Professor Matthias Sauerbruch. Das werde von der Grundfläche das größte konzipierte Gebäudes seines Unternehmens sein - mit 20.000 Quadratmetern "Fußabdrücken".

Bürgermeister Johannes Mans sprach von einem grandiosen Ereignis für die Stadt - besonders dazu noch im Festjahr 2016. Er betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Unternehmen. Gira sei Rades größter Gewerbesteuerzahler. "Ich betone die Bodenständigkeit, die Standorttreue und die soziale Mitverantwortung des Unternehmens", sagte Mans. Mit der Sekundarschule hoffe man als Stadt, einen Beitrag zur Fachkräftegewinnung zu leisten.

"Wir wollen Sie gerne unterstützen, wo immer sie es wünschen", sagte Mans. Das sei ein Beitrag, Rade zukunftsfähig weiter zu entwickeln. Dirk Giersiepen konterte schmunzelnd, dass ein Gewerbesteuer-Rabatt nicht schlecht wäre. Den könnten Bürgermeister und Kämmerer zum Richtfest im März mitbringen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Radevormwald: Giras größte Investition stärkt Rade


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.