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Radevormwald
Greenpeace-Ausstellung über Wege zu sauberer Kleiderproduktion

Radevormwald: Greenpeace-Ausstellung über Wege zu sauberer Kleiderproduktion
Stephanie Walter von Greenpeace aus Wuppertal mit einem Chemikalienfass, in dem Zusatzstoffe für die Textilproduktion transportiert werden. FOTO: Moll
Radevormwald. Das Augenmerk im Wülfingmuseum in Dahlerau ist derzeit "auf schmutzige Wäsche gerichtet". Den Besucher erwartet nicht ein Haufen getragener und verschwitzter Kleidung. "Schmutzige Wäsche" ist der Name einer Ausstellung des Greenpeace-Teams Wuppertal. Besucher erhalten die Chance, sich über den langen und schmutzigen Weg der Bekleidungsindustrie beid er Produktion zu informieren. "Woher kommt unsere Kleidung?". Diese Frage liegt über allem, was die Gruppe ehrenamtlicher Helfer von Greenpeace auf anschauliche Weise vorstellt. "Die Ausstellung ist schon an mehreren Ort im Bergischen gewesen. Auch im Tuchmuseum in Lennep", sagt Greenpeace-Mitarbeiterin Stephanie Walter.

Ihr liege sehr am Herzen, dass möglichst viele Schulkinder darüber informiert werden, mit welcher Intensität Textilien in fernen Ländern chemisch behandelt werden, damit wir die hier tragen können. "Modetrends wie ,Outlook' und Sportkleidung signalisieren, wir gehen zurück in die schöne, gute Natur. Genau das ist ein Trugschluss. Denn wir tragen imprägnierte Kleidung, die mit gesundheitsgefährlichen Substanzen, die nicht abbaubar sind, behandelt wurden. Damit wird Kleidung schön bunt und wasserabweisend", sagt Walter.

Sie weist auf einen Tisch hin, auf dem zwölf kleine Flaschen mit verschiedenen Chemikalien stehen. Der Inhalt ist hochgefährlich für Mensch, Tier und Natur. Ein Abbau sei kaum oder nur sehr langfristig möglich. Abbildungen aus Produktionshallen in südostasiatischen Ländern oder Mexiko bewirken Unbehagen. So gibt es Infos über stinkende Flüsse durch toxische Gase wie den Santiogon-Fluss in der Provinz Jalisco (Mexiko). Fotos zeigen verschmutzte Flüsse und Seen.

Auf einer Tafel erfahren die Ausstellungsbesucher, dass etwa 80 Milliarden Kleidungsstücke weltweit jährlich gefertigt werden. Über eine Millionen Tonnen Kleidung wird im gleichen Zeitraum vernichtet. Fakten, die nachdenklich stimmen. Die Bilder dazu machen betroffen. Doch auch positive Bilder sind zu sehen, wie die von der "gereinigten Wupper". Ein Foto berichtet vom großen Fischsterben 1988 in der Wupper, zehn Jahre später zeigt ein Foto die Idylle eines sauberen Flusses. "Wir haben hier früher auch unwissend viele Umweltsünden begannen. Heute schützen wir unsere Umwelt, doch lassen wir es zu, dass in fernen Ländern Umweltschmutz betrieben wird", klagt Wolfgang Masanek vom Wülfingmuseum. Er zeigt sich betroffen. Karola Johnen (Wülfingmuseum) und Franz Werner von Wismar (Tuchmuseum Lennep) haben in Schulen geworben.

"Schmutzige Wäsche - Woher kommt unsere Kleidung?" während der Öffnungszeiten des Wülfingsmuseums bis zum 16. Juli. Sonderführungen möglich. www.wuelfing-museum.de

(sig)
 
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