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Radevormwald
Große Ausstellung über die Wupperorte

Radevormwald: Große Ausstellung über die Wupperorte
Richard Hückesfeld (links) und Günter Schmale haben die Ausstellung "700 Jahre Herkingrade und Wupperorte" zu großen Teilen konzipiert, zusammengetragen und im Museum verwirklicht. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Morgen wird die Sonderausstellung über die bald 701-jährige Geschichte von Herkingrade und die Historie der Wupperortschaften im Heimatmuseum (gegenüber Rathaus) eröffnet. Bis Ende April ist auch der Bürgerverein präsent. Von Sigrid Hedderich

Zu einer Zeitreise durch das Gebiet der Wupperorte laden der Heimat- und Verkehrsverein und der Bürgerverein für die Wupperorte für morgen ins Heimatmuseum ein. Die Sonderausstellung "700 Jahre und mehr - Herkingrade und die Wupperorte" wird um 14.30 Uhr im Ausstellungsraum des Museums im Erdgeschoss eröffnet.

Mehrere Hundert Fotos, Zeichnungen und Utensilien aus der Wirtschaft sowie zahlreiche Kleinmodelle bilden das Gesamtpaket, das vom Werdegang der Orte entlang der Wupper erzählt. Ursprünglich als Fotoausstellung zur 700-Jahrfeier in Herkingrade im vergangenen Jahr konzipiert, ist sie jetzt um ein Vielfaches erweitert worden. "Diese Ausstellung zusammenzutragen, war sehr aufwendig und zeitintensiv. Arbeit, die aber dennoch viel Spaß gemacht hat", sagt Günter Schmale. Er gehört zur "Arbeitsgemeinschaft Ausstellung", und gab dieser seine digitale Handschrift. "Ich habe oft nächtelang am Computer gesessen, um das alte Fotomaterial noch anschaulicher zu machen. Dazu musste es digital bearbeitet, sortiert und erfasst werden", ergänzt er. Sehr viel Fotomaterial konnte Richard Hückesfeld aus seiner großen Sammlung dazu beitragen. "Einige Fotos stammen aus der Familie, einige sind selbst gemacht. Und noch mehr alte Fotos sind über viele Jahre von mir gesammelt worden", sagt Hückesfeld.

Beide Mitglieder des Bürgervereins freuen sich jetzt, diese alten Ansichten der breiten Öffentlichkeit vorstellen zu können. "Wir sind sehr gespannt auf die Reaktionen der Besucher", sind sie sich einig. In den vergangenen Wochen und Tagen hatten sich die Fotos in ihrem Leben richtig breitgemacht. Immer wieder kamen Ansichten zutage, die es "verdienen", in einer Ausstellung zu glänzen. Und doch musste Einhalt geboten werden. "Wir wollten nicht nur einfach einige Fotos zeigen, sondern auch ein System erarbeiten, das aus der Geschichte erzählt", sagt Günter Schmale. Er berichtet von spannenden Stunden, in denen er zusammen mit Walter Windgassen Nachforschungen über den Ursprung der Wupperorte betrieb. Die Besiedlung, die erste Vorindustrie, aber auch die spätere Textilindustrie sind Thema der Ausstellung.

Sie zeigt Ansichten aus jüngster Zeit und erzählt mit der endenden Ära Napoleon 1815 vom Beginn der preußischen Textilwirtschaft an der Wupper. "Wenn der Betrachter seine Runde von links nach rechts geht, kann er zeitlich und auch thematisch viel über die Geschichte erfahren", sagt Schmale.

Aus dem Ort Herkingrade werden Urkunden und Schriften und alte Fotos bis zur heutigen Zeit gezeigt. Die Orte Dahlerau, Vogelsmühle und Dahlhausen glänzen mit ihren Textilfabriken. Leben und arbeiten an der Wupper zeigen die Fotos und Postkarten mit Ansichten von Schürmann und Schröder, Hardt Pocorny und Johann Wülfing & Sohn. Eine Wand schmücken Ansichten aus Geschäften und dem Handwerk der Wupperorte. So darf man staunen über die Tankstelle Vogrig in Dahlhausen, die Metzgereien und den Frisörsalon mit den jungen Damen in ihren weißen Arbeitskitteln. Die Gaststätten an der Wupper sind ein Thema, das fotografisch aufgegriffen worden ist, ebenso wie das bunte Vereinsleben. Die Bahnhöfe und Gleisanlagen auf Fotos sowie Eisenbahn-Modelle werden von Rolf Berghaus und Dr. Wolfgang Lohmann in einer Vitrine gezeigt.

Ein farbenprächtiger Hingucker ist eine Fotowand mit 130 Pflanz- und Tierfotos. Diese hat Fotograf Ralf Steinberg in den Wupperorten aufnehmen können. "Diese Ausstellung hat die Intention, ein breites Band der Geschichte der Wupperorte zu zeigen", sagt Günter Schmale. Die Ausstellung sei deshalb nicht nur für Wupperaner interessant. Die Mitglieder des Bürgervereins hoffen auf ein allgemeines, reges Interesse, auch von Schulklassen.

Quelle: RP
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