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Radevormwald
Große Blutbuche im Rochollpark abgesägt

Radevormwald. Im kleinen Park an der Kreuzung der B 229 und der Bahnhofstraße mussten zwei alte Bäume fallen, weil sie nicht mehr verkehrssicher waren. Früher feierten im Park die Sänger des Rader Männerchores. Von Flora Treiber

Wo letzte Woche noch zwei große Blutbuchen standen, klafft jetzt eine große Lücke. Die Bäume, die auf dem Privatgrundstück von Anke Berger und Dirk Rocholl an der B 229 standen, wurden am Samstag gefällt. Bereits um 5 Uhr morgens brachte sich der Kran in Stellung, der Fußweg an der B 229 und der Bahnhofstraße wurde, wie auch die Fahrbahnen, einseitig gesperrt. Dank des geringen Verkehrsaufkommens am Samstagmorgen kam es zu keinem Stau.

Die Unternehmer Reinhardt Radermacher und Christian Bach nahmen sich des Fällens der beiden großen Bäume gemeinsam an. Beide sind zertifizierte Seilkletterer und wandten diese Technik auch am Samstagmorgen an. Die Vorbereitungen dieser schwierigen Aktion haben Reinhardt Radermacher zwei Wochen gekostet. "Es gab viele Begehungen, um den richtigen Standort für den Kran zu finden und die Verkehrssituation richtig einschätzen zu können. Außerdem mussten wir uns ein genaues Bild von den Bäumen machen, um uns nicht zu verschätzen", sagte er. Bei Fällaktionen im Stadtgebiet muss auf jedes Detail wie Gullideckel oder Straßenlaternen geachtet werden.

Die kleinere der beiden Buchen, etwa 80 Jahre alt, wurde bereits vergangene Woche entfernt. Die etwa 140 Jahre alte Blutbuche, etwa 40 Meter hoch und 20 Tonnen schwer, war am Samstag an der Reihe. Der Kran wurde auf der Abbiegespur der Bundesstraße zur Bahnhofstraße ausgerichtet. Nach einer Teambesprechung starteten die Arbeiten. Die Seilkletterer wurden mit dem Kran in die Baumkrone gesetzt und trugen von dort die ersten Äste ab. Dabei gingen sie vorsichtig und in enger Absprache mit dem Kranführer vor. "Unser Helm verfügt über Funk. So können wir immer in Kontakt bleiben", sagte Christian Bach. Das Zusammenspiel mit dem Kranführer ist wegen der Einschätzung der zu tragenden Last wichtig.

"Die Baumteile, die wir abtragen, dürfen nicht zu schwer sein, sonst kann der Kran kippen. Wir arbeiten deswegen immer mit einer zehnfachen Sicherheit im Gegengewicht", sagte Reinhardt Radermacher, der für die Aktion einen 200 Tonner geordert hatte. Gesichert waren er und Christian Bach mit einer Stahlkern-Kurzsicherung. "Die kann von keiner Motorsäge durchtrennt werden", sagte Bach. Schnell wurden die ersten Äste, teilweise schon abgestorben, aus der üppigen Krone entfernt. Wenige Stunden später stand nur noch der wuchtige Baumstumpf der Blutbuche.

"Der Stumpf fault bereits stark. Die Bäume zu entfernen, war die richtige Entscheidung", sagte Radermacher. Dass die schöne Blutbuche krank war, erkannten die Experten auch an trockenen Ausläufern, die in der Vergangenheit bereits durch Sicherungsseile in der Krone gestützt wurden. "Das hatte für uns die Gefahr, dass beim Lösen dieser Seile Spannungen frei werden, die den Baum zerreißen oder große Äste lösen. Das ist aber zum Glück nicht passiert. Alles ist reibungslos verlaufen", sagte Bach.

Bereits um 7.30 Uhr waren die großen Arbeiten erledigt. Die orts-prägenden Bäume fehlen zwar, stellen aber auch keine Gefahr mehr da. Einziges Ärgernis waren Fußgänger, die sich der Absperrung des Fußweges, der parallel zu der B 229 verläuft, widersetzten. "Wir haben weiträumig und nach Vorschrift abgesperrt. Die Menschen unterschätzen unsere Arbeit und wissen nicht, in welche Gefahr sie sich begeben", erklärte Radermacher.

Quelle: RP
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