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Radevormwald
Große Personalprobleme erschweren Arbeit an der Realschule

Radevormwald: Große Personalprobleme erschweren Arbeit an der Realschule
FOTO: Moll Jürgen
Radevormwald. 330 Schüler in 13 Klassen, 25 Lehrer, zwei Sozialarbeiter, eine Förderschullehrerin - das ist das Personal, mit dem Claus Peter Wirth als Konrektor der in vier Jahren auslaufenden Realschule ins neue Schuljahr geht. Vier siebte Klassen und jeweils drei achte, neunte und zehnte Klassen werden seit gestern unterrichtet. Von Joachim Rüttgen

"Noch sieht es gut aus, aber im Laufe des Schuljahres werden wir durch Versetzungen große Probleme bekommen", sagt Wirth. Dann sei Unterricht nicht mehr in dem geforderten Maß möglich. "Über die Unterrichtssituation zu Beginn des Schuljahres werden unsere Schüler maulen, denn da können wir komplett alles anbieten, aber in den kommenden Monaten wird es zunehmend schwieriger, vor allem unseren Technik-Unterricht als Wahlpflichtfach anzubieten. Da haben wir nur noch einen Kollegen", sagt der Konrektor. Die zuständige Dezernentin der Bezirksregierung sei sich der prekären Situation bewusst, habe aber auch noch keine Lösung gefunden.

"Es gibt zwar die Möglichkeit, durch Abordnungen an Kollegen zu kommen, aber auch das ist nicht einfach, weil alle Schulen händeringend Techniklehrer suchen", sagt Wirth. Auch für Katholische Religion habe er nur noch eine Vertretungslehrerin, die nach den Herbstferien ins Referendariat wechselt. "Wir hoffen auf Lösungen und werden von Stadt und Bezirksregierung tatkräftig unterstützt", sagt Wirth. Er fühle sich nicht im Stich gelassen. "Nur kriegen wir nicht alles, was wir wollen und brauchen", ergänzt er.

Die Stimmung an der Realschule habe sich deutlich gebessert. "Die Kollegen hatten nach der Entscheidung, dass wir auslaufende Schule sind, einen kleinen Hänger und mussten ein Tal durchschreiten. Jetzt aber ist wieder schönes Arbeiten möglich", sagt Wirth. Der Zusammenhalt schweiße zusammen. Bei der Sprachförderung werde es in Zukunft Abstriche geben, denn statt wie bislang mit zwei Förderklassen gehe die Realschule nur noch mit einer Klasse ins neue Schuljahr. Ein Lehrer übernimmt die Verantwortung, eine Vertretungskraft fällt in Kürze weg. Für die Hauptfächer laufe der Förderunterricht weiter - gerade für die Hauptfächer. Bei den Arbeitsgemeinschaften gebe es nur noch wenige, die standardmäßig durchlaufen und im Schulprogramm verankert sind. "Uns fehlt der Nachwuchs", sagt Wirth.

Die Raumsituation an der Realschule soll sich erst zum Schuljahr 2018/2019 ändern, wenn die Sekundarschule mit dem siebten Jahrgang einige Räume nutzen wird. "Noch sind wir also ein Jahr alleine in unserem Gebäude", sagt Wirth.

Der Konrektor erwartet für die nächsten vier Jahre weitere Probleme: weniger Lehrer, weniger Schüler. Die Hauptschule sei seit zwei Jahren auslaufend, aus diesen beiden Jahrgängen habe die Realschule einige Schüler aufgenommen, die aber nicht realschulfähig sind. "Wir können aber nicht jedem helfen, denn wir wollen unser Niveau halten", sagt Wirth. Da schaffe nicht jeder die Anforderungen der Realschule.

Nach der Erprobungsstufe sechs habe es Ende des vergangenen Schuljahres eine Zäsur gegeben, die Realschule habe insgesamt 16 Schüler weggeschickt, die größtenteils zur Sekundarschule wechselten. Die anderen hätten für eine gute Quote gesorgt, 50 Prozent wurden integriert und hätten eine positive Perspektive.

Quelle: RP
 
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