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Radevormwald
Guter Unterricht für nur noch 160 Schüler

Radevormwald: Guter Unterricht für nur noch 160 Schüler
Lehrerin Sandra Pahl führt ab dem kommenden Schuljahr das Schulleitungsteam der Geschwister-Scholl-Schule an der Hermannstraße. Die Schüler erwartet Anfang September ein Zirkusprojekt. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Die Leitung der Geschwister-Scholl-Schule um Koordinatorin Sandra Pahl bereitet sich auf das neue Schuljahr ab dem 12. August vor. Die Klassenräume sind auf die untere Etage konzentriert. Anfang September wird "Zirkus gemacht". Von Wolfgang Scholl

Noch ist es wie an den anderen Schulen ruhig in den Räumen der Geschwister-Scholl-Schule. Trotzdem haben einige Lehrer ihre Arbeit wieder aufgenommen. Heute trifft sich das neue Führungstrio um Sandra Pahl und ihre beiden Kollegen Frank Funke und Walter Ulber, um Fragen für das kommende Schuljahr zu beantworten und Weichen zu stellen. "Wir werden weniger", sagt Sandra Pahl (47). Die Schule läuft in vier Jahren aus, weil es seit 2013 keine Fünftklässler mehr gibt.

Das betrifft die Lehrer und die Schüler, weil leider über Jahre das Motto geherrscht habe "jeder will die Hauptschule, aber keiner geht hin". Ihre langjährige Hauptschul-Erfahrung habe ihr gezeigt, dass es eine Förderung für Spätentwickler geben muss und für Schüler, die auf einer anderen Schule permanent überfordert sind und deren Entwicklung eines Selbstwertgefühls darunter besonders leidet. "Ich habe zahlreiche Schüler bis zur Zehn begleitet, die nach dem Realschulabschluss später sogar das Abitur geschafft haben und heute studieren", sagt sie und ergänzt, dass jedes Jahr Schüler einen Realschulabschluss mit weitergehender Qualifikation schaffen.

Sandra Pahl rechnet derzeit mit 160 Schülern, nachdem die Prognose des zur neuen Sekundarschule nach Halver gewechselten Leiters Reiner Klausing im Frühsommer noch bei 150 lag. "Wir werden sicher ein paar Flüchtlinge bekommen und vereinzelt Zugänge von anderen Schulen wie der Realschule", sagt sie. Mit 15 Kollegen könne man den Unterricht abdecken und auch noch die Förderprogramme für einzelne Schüler weiterlaufen lassen. Nach dem Scheitern der Sekundarschule vor zwei Jahren und vermehrten Anmeldezahlen auf der Realschule verzeichnet sie von dort aber aktuell keine größeren Anmeldezahlen. Einen Schüler, der die Stufe sechs der Hauptschule wiederholen muss, musste die Schule an andere, auswärtige Schulen verweisen.

Um in dem großen Gebäude eine räumliche Nähe zu schaffen, konzentriert die Schule ihre sieben Klassen und die internationale Klasse (vier Stunden pro Tag) auf die untere Etage, auf der auch das Berufsinfozentrum liegt. Dazu kommen die Fachräume in der oberen Etage. Neben dem psychologischen Moment der Nähe gibt es auch einen praktischen Grund für die Nähe. Fallen Kollegen aus, können die anderen schneller improvisieren.

Für das zweite Halbjahr rechnet Sandra Pahl im Gebäude mit Umbauarbeiten. Die Einrichtung einer Sekundarschule mit fünften Klassen wäre auch für die auslaufende Hauptschule ein psychologischer Moment, der zeigt, dass es in Zukunft weitergeht. Das hätte auch den Vorteil, dass die Kollegen sich die Aufsicht in den Pausen teilen könnten.

Sandra Pahl hat bei den Vorbereitungen auf drei Projekte zu achten: Für die Zehner beginnt am 17. August ein zweiwöchiges Praktikum, vom 31. August bis zum 5. September steigt die Zirkus-Projektwoche mit "Zappzarap", und auch die Kooperation mit GKN Sinter Metals für die neunten Klassen muss vorbereitet werden. Die Schaffung eines Gemeinschaftsgefühls und die Stärkung des Selbstbewusstseins werden gefördert. Schüler der Klassen zehn können wählen, ob sie sich artistisch beteiligen oder mit einem Lehrer eine andere Gruppe betreuen. "Wir möchten mit dem Projekt Stärken der Schüler herauskitzeln. Sie sollen bei sich verborgene Talente entdecken können", sagt Pahl.

Quelle: RP
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