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Radevormwald
Handwerk ist für die Zukunft gerüstet

Radevormwald. Ein Thema beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft war auch die fachliche Förderung von Auszubildenden. Von Solveig Pudelski

Modern, innovativ und auf dem Weg zum Handwerk 4.0 - so hat sich jetzt die Kreishandwerkerschaft und ihre angeschlossenen 13 Handwerksinnungen beim Neujahrsempfang 2018 präsentiert. Der Unternehmerverband Handwerk hat zusammen mit seinen zahlreichen Gästen den Blick in die Zukunft gerichtet. Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, Willi Reitz, skizzierte in seiner Rede, welche Anstrengungen das Handwerk unternimmt, um sich dem Wettbewerb, den veränderten Anforderungen und Richtlinien und dem gesellschaftlichen und technischen Wandel zu stellen.

Die Geschäfte der meisten Handwerker laufen momentan sehr gut, auch die Prognose für die kommenden Jahre - angesichts der guten Konjunktur und der positiven Arbeitsmarktentwicklung - sei positiv. Dennoch sei es kein Selbstläufer, als Handwerker Geschäfte zu machen. "Der Anspruch des Kunden verändert sich stets, außerdem suggeriert die vernetzte Welt beispielsweise mit diversen Anleitungen über Youtube, dass Handwerksleistungen auch ohne Ausbildung und Mühe selbst erledigt werden können", schilderte Willi Reitz die Geschäftssituation. "Die Zeiten, in denen auf eine Neuanschaffung länger gespart wurde und man sich diese dann 'geleistet' hat, sind in der Masse vorbei." Neben der vorhandenen Sorge eines jeden Selbstständigen, ob das eigene Unternehmen den technischen und gesellschaftlichen Wandel schafft und auch alle Mitarbeiter diesen Weg mitgehen können, kämpft jeder Firmenchef mit zahlreichen weiteren Herausforderungen." Vor Wahlen nehme meist jeder Politiker das Thema Bürokratieabbau auf und verspreche in der Zukunft eine Verbesserung. Leider werde es stets nach der Wahl wieder ruhig ums Thema. Dabei bleibe die Forderung des Handwerks - egal ob vor oder nach der Wahl: Die vorhandenen Entlastungspotenziale müssen konsequent identifiziert und neue Belastungen vermieden werden.

Ein weiteres Thema war die Schwarzarbeit. Die Handwerker im Oberbergischen, Rheinisch-Bergischen und in Leverkusen vermissen regelmäßige Kontrollen. Sowohl in ländlicher Umgebung als auch in den Städten des großen Gebietes der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land ist Schwarzarbeit auf Baustellen und bei Privathaushalten ein großes Problem.

Neben fachlichen Förderungsmöglichkeiten der Auszubildenden durch die jeweiligen Innungen gibt es seit etwa fünf Monaten auch die Unternehmer Akademie Bergisches Land, die sich mit ihrem Seminarangebot nicht nur an Lehrlinge richtet, sondern auch an Gesellen, angestellte Meister oder Firmeninhaber. Auch beim Thema Auszubildenden-Gewinnung geht die Kreishandwerkerschaft neue Wege. Statt umfangreiches Informationsmaterial für den Besuch der diversen Berufswahlmessen drucken zu lassen, ist eine App speziell auf die Anforderungen der Kreishandwerkerschaft programmiert worden, die bereits im späten Frühjahr zum Einsatz kommt. Neben dem Umweltaspekt zeigt sich der Unternehmensverband Handwerk mit diesem Werkzeug zukünftig kundenorientiert und modern. Fazit des Treffens: Das Handwerk hat Zukunft.

Quelle: RP
 
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