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Radevormwald
Hauptschule stellt auf Zeitstunden um

Radevormwald: Hauptschule stellt auf Zeitstunden um
Schon ein eingespieltes Team: Susanne Braune und Frank Funke freuen sich auf die neuen Aufgaben, die sie gemeinsam im Team meistern wollen. Die Vorbereitungen fürs neue Schuljahr gehen jetzt in die Endphase. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Mit 125 Schülern in den Jahrgangsstufen acht bis zehn startet die auslaufende Geschwister-Scholl-Schule am Mittwoch ins neue Schuljahr. 13 Lehrer sorgen dafür, dass alle Fächer unterrichtet werden können - 15 Minuten länger als bisher. Von Joachim Rüttgen

Eigentlich wollte Frank Funke Anfang des Jahres nur seine ehemalige Kollegin und Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule, Sandra Pahl, bei der Gestaltung und Organisation der auslaufenden Hauptschule unterstützen. "Ich habe das gerne getan", sagt der 52-Jährige, der sich nun aber ganz unverhofft in die Rolle des kommissarischen Schulleiters einarbeiten muss. Denn Sandra Pahl arbeitet als stellvertretende Leiterin für die neue Sekundarschule. Der Naturwissenschaftlicher mit Ausbildung für die Sekundarstufen I und II ist mit Leib und Seele Lehrer. "Unterricht ist mein Ding", sagt er. Da wird er sich umgewöhnen müssen, denn in verantwortlicher Position wird er nicht mehr so oft unterrichten. Ab sofort geht es ums Organisieren und Verwalten einer Schule.

Unterstützung bekommt er von Diplom-Pädagogin Susanne Braune, die sich seit 1999 an der Hauptschule vorwiegend um die Berufsvorbereitung kümmert und den Übergang Schule-Beruf koordiniert. Zurzeit laufen die letzten Vorbereitungen für den am Mittwoch beginnenden Unterricht: Terminabsprachen, Konferenzen, Stundenpläne, Veranstaltungen.

Die auslaufende Hauptschule geht mit fünf Klassen in drei Jahrgängen (125 Schüler) ins Schuljahr 2016/2017. Gebildet werden eine Klasse acht und jeweils zwei Klassen in den Stufen neun und zehn. Etwa 16 Schüler besuchen die Eingliederungsklasse "6F", in der es in erster Linie um die Vermittlung der deutschen Sprache geht. "Diese Schüler werden schrittweise in den Regelunterricht integriert, wir wollen da einen fließenden Übergang", sagt Susanne Braune.

Zu den 13 Lehrern könnte stundenweise ein "alter Bekannter" hinzustoßen, denn Walter Ulber, der bis zuletzt Mitglied des Schulleitungsteams war und jetzt im Ruhestand ist, hat angeboten, auf Stundenbasis Mathe und Kunst zu unterrichten. Die Bezirksregierung muss das aber noch genehmigen. Ansonsten gibt es keine Engpässe, der Unterricht kann in allen Fächern in ausreichendem Umfang erteilt werden. "Dabei werden sich Sekundarschule und Hauptschule, die ja in einem Gebäude sitzen, ergänzen. So soll es in einigen Fächern einen Austausch von Lehrern geben, sogenannte Abordnungen", erklärt Funke. So werde ein Mathelehrer der Sekundarschule an der Hauptschule tätig und Lehrer der Hauptschule Kunst, Musik und Religion an der Sekundarschule geben. "Das halten wir für sinnvoll", sagt der kommissarische Hauptschulleiter, der auf Unterricht nicht ganz verzichten will: Geplant ist, dass er acht Stunden pro Woche gibt.

Neu ist, dass es sich um Zeitstunden handelt, denn die Hauptschule verlängert die Unterrichtsstunden um 15 von 45 auf 60 Minuten. "Das macht aus pädagogischer Sicht Sinn. Außerdem wollen wir die Taktung der Sekundarschule übernehmen, sonst wäre es mit den Abordnungen schwierig geworden", sagt Susanne Braune. So werde das geplante Miteinander gefördert. Schon seit drei Jahren sei die Änderung diskutiert worden und werde nun umgesetzt.

Susanne Braune und Frank Funke sind bereits ein eingespieltes Team, was sich jetzt aber noch intensiver mit Verwaltungsarbeit beschäftigen muss. "Das ist was Neues und was Spannendes. Wir wollen uns nicht wegducken, sondern uns den Aufgaben und Herausforderungen stellen", sagt Funke. Er plant sogar schon seine Weiterbildung zum Schulleiter. Glücklich ist er, dass die Stadt den PC-Raum in den Sommerferien komplett überholt und auf den neuesten Stand gebracht hat. "Wir haben nicht das Gefühl, dass wir das fünfte Rad am Wagen sind und werden uns auch weiter dafür einsetzen, dass die Hauptschule ihre Daseinsberechtigung hat", sagt er.

Um das Wir-Gefühl noch weiter zu stärken, planen Braune und Funke noch vor den Herbstferien ein "Geo-Caching", bei dem die Schüler einen Kriminalfall lösen müssen. Klassenübergreifend sollen die Hauptschüler in Gruppen durch die Stadt ziehen und gemeinsam den Fall lösen. Finanziert wird das Projekt über den Förderverein und dem Erlös aus dem Sponsorenlauf.

Quelle: RP
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