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Radevormwald
Haus Hartmann steht vor dem Abriss

Radevormwald: Haus Hartmann steht vor dem Abriss
FOTO: Stephan Büllesbach
Radevormwald. Das Erscheinungsbild der Schnabelsmühle in Hückeswagen wird sich 2018 verändern. Denn das Haus Hartmann soll abgerissen und durch den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses, in dem eventuell auch eine Gaststätte untergebracht sein wird, ersetzt werden. Das berichtete die künftige Eigentümerin Ilse Schnabel im Gespräch mit unserer Redaktion. Von Stephan Büllesbach

Der Balkanspieß kostet 17,50 Euro, der Grillteller 14,60 Euro - neben der Eingangstür des Traditionslokals direkt am Sportplatz hängen noch die Listen mit den Preisen und Getränken des Balkan-Restaurants aus, das bis vor wenigen Wochen Fatmir Gergjaliu geführt hatte. Der gebürtige Kosovare, der das Haus Hartmann am 1. Juni 2013 übernommen hatte, ist inzwischen nach Radevormwald umgezogen. In der Stadtmitte eröffnete er dort Mitte Oktober sein neues Lokal im Haus Hasenburg.

Die Inneneinrichtung im Haus Hartmann ist, bis auf wenige Tisch im Speiseraum und die Theke, bereits ausgeräumt. Der jetzige Besitzer musste das Gebäude besenrein übergeben, berichtet Ilse Schnabel. Die 41-jährige, die mit ihrem Mann Uwe nur wenige Meter entfernt wohnt, ist die künftige Eigentümerin des 143 Jahre alten Gebäudes. Sie hatte es Ende September über einen Makler erworben, nachdem das Haus bei der für den 22. Februar angesetzten Zwangsversteigerung durch das Amtsgericht Wipperfürth nicht unter den Hammer gekommen war.

Die Idee, das Haus Hartmann zu erwerben, war dem Ehepaar gekommen, weil Uwe Schnabel im hinteren Teil ein Lager angemietet hat. Der 45-Jährige ist Sanitär- und Heizungsinstallateur und führt von der Schnabelsmühle aus einen kleinen Handwerksbetrieb mit vier Mitarbeitern. Seine Frau, eine gelernte Sparkassen-Fachwirtin, ist seit geraumer Zeit für die kaufmännischen Abläufe des Handwerksbetriebs verantwortlich. "Ich hätte mit dem Lager woanders hinziehen müssen. Das wollte ich aber nicht", sagt Uwe Schnabel. So kam der Gedanke auf, das Gebäude selbst zu kaufen. Das passt vor allem deshalb gut, weil das Ehepaar auf der gegenüberliegenden Seite des Parkplatzes wohnt.

Ilse Schnabel ist die künftige Eigentümerin der Immobilie, ihr Mann Uwe hat dort seit einiger Zeit seinen Lagerraum. FOTO: Stephan Büllesbach

Nun wollen die beiden dort ein neues Wohn- und Geschäftshaus errichten. Der Abrissantrag für das Haus Hartmann wurde bereits gestellt. Später soll an seiner Stelle ein Neubau mit Lager und Büro für den Handwerksbetrieb sowie barrierefreie Mietwohnungen entstehen. Eine Sanierung des Hauses lohnt sich nicht. "Hier wurde jahrzehntelang nichts gemacht", sagt Ilse Schnabel. Es wäre zu aufwendig gewesen, das Gebäude auf einen modernen Standard umzubauen.

Die Wohnungen sollen etwa zwischen 85 und 120 Quadratmeter groß werden. "Der Vorteil ist die gute und ruhige Lage", versichert die künftige Eigentümerin. Über den Radweg sei man schnell in der Stadt und zudem noch schneller an der Wupper-Vorsperre und in der Natur. Wie viele Wohnungen es im Neubau geben wird, hängt von einem Faktor ab: "Wir überlegen noch zusammen mit unserer Architektin, ob im Gebäude auch wieder eine Gaststätte sein wird." Möglich wäre ein Thekenraum mit Speiselokal und einem Biergarten. Eine Kegelbahn und einen großen Saal wird es aber definitiv nicht mehr geben.

Wann geht's los mit Abriss und Neubau? "Sobald uns der Notar das Okay gibt, dass das Eigentum an uns übergegangen ist", erläutert die 41-Jährige. "Dann wollen wir so schnell wie möglich beginnen." Das könnte, wenn alles gut läuft, im Frühjahr der Fall sein. Vor Ende des Jahres tut sich aber noch nichts. Zum einen muss der Noch-Eigentümer die restlichen Räume ausräumen. Zum anderen wohnt noch eine Familie im hinteren Teil des Gebäudes. "Die hat aber zum 1. Dezember eine neue Wohnung, so dass das Haus bis Ende Dezember leer stehen dürfte", sagt Ilse Schnabel.

Quelle: RP
 
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