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Radevormwald
Heizkosten im Wartburghaus sind zu hoch

Radevormwald. Ab 28. Februar bleiben die Säle, das Foyer und die Küche geschlossen. Nutzer zeigen Verständnis. Von Joachim Rüttgen

Die Entscheidung in der Sondersitzung des Presbyteriums der Lutherischen Kirchengemeinde fiel unter enormem Sparzwang. "Wir müssen den Mittelteil des Wartburghauses zum 28. Februar 2017 schließen, weil vor allem die beiden Säle bedingt durch die alte Öl-Heizung sehr kostenintensiv sind", sagt Pfarrerin Manuela Melzer auf Anfrage unserer Redaktion. Noch sei Öl im Tank. "Aber neu auffüllen werden wir aus Kostengründen nicht mehr", sagte sie.

Betroffen von der Schließung sind neben den beiden Sälen auch das Foyer und die Küche. Genutzt werden können ab März die kleineren Räume in der ersten und zweiten Etage sowie die Jugendräume. "Wir werden versuchen, dort alle Gruppen unterzubringen oder je nach Flexibilität ins Paul-Gerhardt-Haus nach Herbeck ausweichen", sagte die Pfarrerin. Mittwochabend informierte sie die Gruppen und Vereine, die das Wartburghaus regelmäßig nutzen. Die Reaktionen: Betroffenheit, aber auch großes Verständnis. "Die Nutzer haben erkannt, dass wir als Gemeinde unter Druck stehen. Das ist nicht schön, aber wir müssen die Notbremse ziehen. Lange genug drüber geredet haben wir", sagte Melzer. Keiner der Betroffenen fühle sich vor die Tür gesetzt, sondern gut informiert über die Hintergründe. Dem Mittagstisch sei bereits vor Wochen zum 31. Dezember gekündigt worden, die hätten jetzt noch etwas mehr Zeit bei der Suche nach einem neuen Standort und könnten das Wartburghaus bis Ende Februar nutzen.

Pfarrerin Manuela Melzer ist überzeugt davon, dass es Lösungen geben wird. "Oft muss sich auch was anbahnen und nicht nur angekündigt werden, damit sich etwas bewegt", sagte sie. Ihr sei das Signal wichtig, dass die Gemeindearbeit gewährleistet bleibt, auch wenn Gruppen zusammenrücken oder auf einen anderen Standort ausweichen müssen. Eng wird es werden, schließlich muss die Lutherische Kirchengemeinde jeden Dienstag 50 Konfirmanden anderweitig unterbringen. "Die Theatergruppe braucht eine Bühne, die sie ab März nicht mehr im Wartburghaus nutzen kann. Auch da suchen wir einen Ausweichstandort, der eventuell im Paul-Gerhardt-Haus sein könnte, denn auch dort gibt es eine Bühne", sagte die Pfarrerin. Man werde in den kommenden drei Monaten intensiv und im Detail an Plänen arbeiten, wie und von wem das Wartburghaus ab März genutzt werden kann. Ziel soll es sein, dass alle Angebote erhalten bleiben. Probleme könnte es für Seniorenkreise geben, denn dass das Wartburghaus ist ebenerdig zu erreichen. Generell gibt es keine Neuigkeiten über die Zukunft des Hauses. "Wir führen Gespräche, aber spruchreife Lösungen gibt es noch nicht", sagte Melzer. In den vergangenen Monaten hätten sich einige Pläne zerschlagen, zum Beispiel der mit einem Investor. "Wir haben gedacht, dass wir Ende des Jahres weiter sind", sagte sie. Aber es sei schwierig, da es für das Gelände einen Bebauungsplan gebe mit eingeschränkter Nutzung und es sich beim Wartburghaus um ein großes und altes Gebäude handelt.

Quelle: RP
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