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Radevormwald
Herzliche aufgenommen beim Weltjugendtag in Polen

Radevormwald. Die Worte, die Papst Franziskus beim Weltjugendtag (WJT) in Brzegi - zwölf Kilometer östlich vom Krakauer Stadtzentrum - am vergangenen Wochenende gefunden hatte, werden den Pilgern noch lange in Erinnerung bleiben. "Kein Jugendlicher sollte es sich auf der Couch gemütlich machen, sondern rausgehen, leben und genießen, die Frohe Botschaft verkünden und die Welt verändern." So schildert Gemeindeassistent Lukas Szczurek nach der Rückkehr eine Kernbotschaft der Predigt. Der 31-Jährige hatte die Fahrt zum WJT in sein Geburtsland Polen organisiert und begleitet. Von Heike Karsten

Von der Reise hatte er nur Positives zu berichten: "Es haben alle super mitgemacht. Sie haben verstanden, warum wir diese Pilgerfahrt gemacht haben", lobte er die mitreisenden Jugendlichen aus Radevormwald und Hückeswagen. Schon bei der Anreise besichtigte die Pilgergruppe die große Basilika in Lichen. "Den Abend haben wir am See verbracht und das Mottolied zum WJT auf Polnisch geübt", erzählt der Gemeindeassistent. Auch das Wetter spielte, bis auf einige Regenschauer, mit.

Die Aussendungsmesse in Poznan mit 1500 Jugendlichen aus aller Welt war für die Pilger ein erstes Erlebnis. Ebenso der Kreuzweg am Freitag, wo das Oberhaupt der Katholischen Kirche auch Kritik an der polnischen Regierung wegen deren Flüchtlingspolitik einstreute. Da sich das Land sträubt, Menschen anderer Kulturen aufzunehmen, forderte Papst Franziskus die Polen dazu auf, alle Menschen aufzunehmen, nicht nur zum Weltjugendtag.

Bei der Vigilfeier, wo die Jugendlichen auf dem freien Feld übernachteten, hatten die Pilger der Pfarrgemeinschaft Radevormwald-Hückeswagen beste Plätze. "Wir waren direkt im ersten Block vor dem Papsthügel", berichtet Szczurek. Untergebracht war die Gruppe in Hotels und bei Gastfamilien. "Die Mädchen wohnten bei einem Bäcker, der in Deutschland gelernt hat. Es ist die einzige Bäckerei weit und breit, die Körnerbrötchen backt. Die Gastfreundschaft war vom Allerfeinsten", schwärmt Szczurek.

Die Pilger wären liebevoll umsorgt und verpflegt worden. Auch wäre es zu einem regen Austausch über verschiedene Themen wie Glaube oder Politik gekommen. "Es war, als wenn ich zu meiner Familie gekommen wäre", beschreibt der 31-Jährige die Herzlichkeit, mit der die Pilger aufgenommen wurden. "Wenn das der Standard für Pilgerreisen wird, dürften wir nicht mehr woanders hinfahren", fügt er lachend hinzu. Von der Organisation in Polen war die Gruppe angetan. "Es gab immer genügend Wasser, und auch die Sicherheitsleute wie Polizei und Militär waren stets präsent. Man hat sich sicher gefühlt", bestätigte Szczurek. Das ist insbesondere bei Massenveranstaltungen und der drohenden Gefahr von Anschlägen keine Selbstverständlichkeit. Die Pilgergruppe war nur einen Tag nach dem Amoklauf von München in Richtung Polen gestartet. Etwa zwei Millionen junger Gläubiger sollen am Weltjugendtag in Polen teilgenommen haben. Der nächste WJT wird 2017 in Panama gefeiert, wie Papst Franziskus ankündigte.

Quelle: RP
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