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Radevormwald
Höhere Kosten, weil Rader viel Müll produzieren

Radevormwald. In Hückeswagen sind die Entsorgungskosten deutlich geringer: Das liegt am Abfuhrrhythmus und der Abfallmenge. Von Joachim Rüttgen

Kaum hat der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) die Müllentsorgungskosten ab 2016 bekanntgegeben, da gibt es erste kritische Stimmen. Bernd Richter moniert, dass die Gebühren in Rade steigen, in Hückeswagen aber nahezu konstant bleiben. "Das erstaunt umso mehr, als in Hückeswagen die Müllgebühren schon heute deutlich niedriger sind als in Rade. Dabei handelt es sich um zwei Städte, die nicht sehr unterschiedlich sind - und in beiden ist der BAV zuständig. Die üblichen Argumente, die Städte bei Preisvergleichen vorbringen, können hier also nicht zutreffen", schreibt der BM-Leser. Zum Vergleich: In Hückeswagen kostet die 120-Liter-Restmülltonne 199,60 Euro, in Rade 248,40 Euro. Auch bei der Biotonne, die zum Januar neu eingeführt wird, zeigt sich ein großer Unterschied: In Hückeswagen kostet der 120-Liter-Behälter 77,70 Euro, in Rade 97,20 Euro, 240 Liter schlagen in der Nachbarstadt mit 140,10 Euro zu Buche, in Rade mit 194,40 Euro.

Christoph Rösgen vom BAV hat auf Anfrage unserer Redaktion eine einfache Erklärung parat: "Wenn wir den klassischen Vier-Personen-Haushalt nehmen, werden die Tonnen in Hückeswagen alle vier Wochen und in Rade alle zwei Wochen abgeholt. Hier macht der Turnus bei der Abfuhr den Unterschied", erklärt er. Außerdem sei die Menge des Mülls entscheidend: Und da stehe Rade im gesamten BAV-Verbreitungsgebiet weit vorne. "Durch die neue Biotonne wird sich die Restmüllmenge verringern, aber immer noch auf einem hohen Niveau", sagt Rösgen. Vor Jahren habe man in Rade mit 5000 Tonnen Restmüll pro Jahr kalkuliert, für 2016 seien es 3400 Tonnen. In Hückeswagen liege der Wert bei 1750 Tonnen. "Die Rader produzieren viel Müll, da ist der Transportaufwand und die Entsorgung teurer", sagt Rösgen. Sein Tipp: Müll gezielter trennen und weniger Müll über die graue Tonne (Restmüll) entsorgen. "Mit der Biotonne werden wir jetzt sehen, wie es sich entwickelt", sagt er.

Ein anderer BM-Leser hat ein Problem mit den alten Tonnen, die die Firma Lobbe nach der letzten Entleerung einsammelt und neue verteilt. Der Anwohner der Straße Oberm Kümpel in Bergerhof hat beobachtet, dass die alte Papiertonne und der Restmüllbehälter seit zwei Wochen am Straßenrand stehen, ohne eingesammelt worden zu sein. Hartmut Balzer, Prokurist bei der Firma Lobbe, ist verwundert. "Eigentlich sind wir bis heute relativ auf Stand. Es gab aber Straßen, in denen Bürger die Tonnen nach der letzten Entleerung nicht haben stehen lassen, sondern zunächst wieder reingenommen und erst später wieder an die Straße gestellt haben", sagt er. Nach wie vor seien Kollegen vor Ort, um die Gefäße einzusammeln. Die Aktion laufe bis 30. November. Die letzte Abfuhr der alten Behälter sollte gestern erfolgen.

"Wir sind auf die Mitarbeit der Bürger angewiesen, die uns Hinweise geben sollen, wenn irgendwo Tonnen noch stehen", bittet Balzer. Wer sich mit Lobbe in Verbindung setzen möchte, kann sich unter Tel. 02264 459341 melden.

Quelle: RP
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