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Radevormwald
Honsberger Weiber feiern teuflisch

Radevormwald: Honsberger Weiber feiern teuflisch
Der Karneval am Altweiber-Donnerstag in Honsberg ist ein Garant für eine lustige Veranstaltung - nur für Frauen. Der Alkohol und seine Auswirkungen stand dieses Mal im Mittelpunkt von "Happy aua". FOTO: Nico Hertgen
Radevormwald. Im Haus der Dorfgemeinde am Siedlungsweg gab es jede Mange Spaß um "lebende Cocktails" und andere Getränke. Von Sigrid Hedderich

Ob sie nun gerührt oder geschüttelt wurden, war nicht erkennbar. Doch die Drinks, bevorzugt die Cocktails, schienen es am Donnerstagabend so richtig in sich zu haben. Sie waren wieder da, die "Teuflischen Weiber", ganz aktuell in Form von Cocktailgläsern. Sex on the Beach, Coco Mojito, Piña Colada, selbst Tequila Sunrise wurde von der Damenwelt verkörpert und ließen kaum ein Auge trocken.

Die traditionelle Weiberfastnacht wurde im gemütlichen Dorfhaus zum Nachhilfeunterricht in Getränkefragen und gleich dazu noch zur medizinischen Schulung. "Wir haben ein zweideutiges Motto gewählt", verkündete vergnügt Anführerin Elisabeth Klein von der teuflischen Weibergruppe.

"Happy aua" stand in großen Lettern über der Bühne im Dorfhaus, was vermuten ließ, die Honsberger seien in Englisch schwach auf den Beinen. "Bei weitem nicht. Unsere Happy Hour nehmen wir eben nur ganz wörtlich", sagte Teufelin Elisabeth. So wurden alle bekannten Getränke musikalisch und schauspielerisch von den elf Frauen sehr humorvoll auf die Schippe genommen. Auf der Melodie "Eisgekühlter Bommerlunder" stellten sie verschiedene Getränke gesanglich vor. Dazu schlüpften die Damen in verschiedene Kostüme, die mal "Eierlikör-verdächtig" aussahen, mal an Kümmerlinge erinnerten. Das Publikum, getarnt als süße Erdbeeren, Piratinnen, Hexen und auch feine Damen, amüsierte sich.

Sogar die "Knechte", die den Damen während der Feier zu Füßen liegen durften, um sie nach Herzenswunsch zu bedienen, waren in Bananen- und Ananas-Kostüme gesteckt. Ein altbekannter Sketch von Dieter Krebs, gespielt an einer Hotelbar von Gudrun Fischer und Elisabeth Klein, brachte viel Spaß. Die Gäste riefen ausgelassen den Honsberger Karnevalsruf "Howitatas" und würdigten die Späße mit lauten Beifall-Raketen.

Zu bekannten Trinkliedern, aber auch Kölschen Tönen schunkelten die Gäste in den kurzen "Umziehpausen". Die Narrenschaft hatte ihren Spaß und zeigte sich ausgelassen. Dann aber wurde es wieder ernst auf der Bühne. Stille im Saal - die Teufelinnen kamen wieder. "Der Teufel hat den Schnaps gemacht", sangen sie laut und fast schon warnend. Maria, Beate, Gitta, Kirsten, Gudrun, Elke, Nicole, Bettina, Melanie und Elisabeth erzählten von Hochprozentigem und dem Kopfschmerz als Folge obendrauf. Wie gut, dass es ein "Medizinisches Versorgungszentrum" in Honsberg gibt.

Dort wurde das "Aua" ernst genommen und von Frau Doktor therapiert. Mal war es Ziegenpeter, mal der Schnupfen, der auf heitere Art behandelt wurde. Den Vogel aber schoss die Vorstellung verschiedener Berufsgruppen, offensichtlich in Honsberg beheimatet, ab. Hier kam das vermeintliche "Aua" schon bei den Proben an, wie Elisabeth Klein berichtete. Bettina Neumann zeigte als Polizistin ihre Handgriffe des täglichen Dienstes. Gleich daneben stellte sich eine Sportlerin auf, die ihr Fitnessprogramm präsentierte. Und weiter ging es Schlag auf Schlag. Der Schreiner, der Maler, die Prima Ballerina, der Boxer, der Pfarrer und der Taucher - sie alle zeigten ihr "Handwerk". In einem rasanten Tempo liefen die Körperbewegungen ab und es galt dabei, seinen Nachbarn keinesfalls zu berühren. Es funktionierte wie ein Uhrwerk. Alle "Handwerker" schafften ihr Pensum und das gefürchtete "Aua" blieb bei dieser Aktion aus. Die Närrinnen bogen sich vor Lachen. Eine tosende Rakete lohnte diesen Auftritt der teuflischen Weiber.

Das Bühnenprogramm begleitete ein leckeres Büffet. Zur späten Stunde dann öffnete sich auch die Türe für die Herren, denen zuvor nur als "Knecht" der Zugang streng untersagt gewesen war.

Quelle: RP
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