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Radevormwald
Hospizgruppe klärt über Sterbehilfe auf

Radevormwald: Hospizgruppe klärt über Sterbehilfe auf
Die hauptamtlichen Koordinatorinnen Marina Weidner (l.) aus Radevormwald und Friedhilt Busche (r.) aus Hückeswagen mit den Teilnehmern des Befähigungskurses aus Hückeswagen, Radevormwald, Remscheid und Wermelskirchen, die im November 2014 den Kursus erfolgreich abgeschlossen haben. FOTO: privat
Radevormwald. Im vergangenen Jahr haben die ehrenamtlichen Betreuer 53 Menschen und ihre Angehörigen betreut. In Planung ist eine öffentliche Infoveranstaltung über "aktive Sterbehilfe", "ärztlich assistierten Suizid" und "Tötung auf Verlangen". Von Joachim Rüttgen

Auf ein erfolgreiches und ereignisreiches Geschäftsjahr blickt das Ambulante Ökumenische Hospiz zurück. Während der Jahresversammlung dankte der Vorsitzende Peter Steffens den hauptamtlichen Koordinatorinnen Marina Weidner und Tatjana Brüser-Pieper, und den 32 aktiven Mitgliedern für engagierte und loyale Arbeit.

Höhepunkt des vergangenen Jahres war für alle 95 Mitglieder der Gruppe das 15-jährige Bestehen. Im Wartburghaus erlebten 120 Besucher ein außergewöhnliches Theaterstück ohne Worte über Hospiz und Sterben. 2014 begleitete das Hospiz 53 Menschen und ihre Angehörigen - 15 Begleitungen fanden im häuslichen Umfeld statt, 22 in Pflegeheimen, 16 im Krankenhaus. 50 Begleitungen wurden abgeschlossen, drei 2015 weitergeführt.

Marina Weidner berichtete, dass 24 Begleitungen durch die Krankenkassen förderfähig sind, Begleitungen im Krankenhaus sind es nach wie vor nicht, Begleitungen durch die Koordinatorinnen nur in begründeten Einzelfällen. Ebenso wurden privat versicherte Personen bei der Förderung bisher nicht berücksichtigt. "Der Deutsche Hospiz- und Palliativerband hat zwischenzeitlich aber auch mit dem Verband der privaten Krankenversicherungen einen Vertrag über die Förderung der ambulanten Hospizarbeit abgeschlossen, berichtete sie.

2014 registrierte die Regionalgruppe 82 Beratungsgespräche rund um palliative Fragen und zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. "19 Menschen haben wir in der Zeit der Trauer begleitet, davon vier Trauernde in Einzelgesprächen, 15 Gäste besuchten das Café für Trauernde", sagte die Koordinatorin. Auf Wunsch der Gäste gab's 2014 auch einen Ausflug in den Pflanzenpark Scheideweg. Marina Weidner freut sich, dass das Café so gut angenommen wird und auch viele trauernde Männer den Weg zur Regionalgruppe finden.

Für die aktiven Mitarbeiter gab's im vergangenen Jahr zehn Gruppenabende, acht Supervisionen, zum zweiten Mal eine Wochenendfortbildung in einem externen Tagungshaus, dieses Mal im Haus Hammerstein, sowie ein Tagesseminar und eine mehrtägige Fortbildung zum Thema "Begleitung von trauernden Kindern und Jugendlichen".

An einem Befähigungskursus nahmen 13 Frauen und Männer aus Radevormwald, Hückeswagen und Wermelskirchen teil. Zwei der drei Teilnehmer aus der Bergstadt arbeiten mittlerweile auch aktiv in Radevormwald mit. Marina Weidner freut sich, dass die Kooperation mit dem Sana Krankenhaus auf einem guten Fundament steht - "dies lässt sich auch an der hohen Zahl der Begleitungen und Beratungen erkennen", sagte sie. Regelmäßig gibt es eine wöchentliche Sprechstunde der Gruppe in der Klinik, außerdem regelmäßige Palliativbesprechungen. Marina Weidner arbeitet im neu gegründeten Ethik-Komitee mit. Ihre Kollegin Tatjana Brüser-Pieper hat inzwischen alle umfangreichen Fortbildungen absolviert.

Thema der Zukunft ist nach Ansicht von Marina Weidner die "aktive Sterbehilfe", hier wolle die Gruppe aufklären und diskutieren. Wichtig sei vor allem die Klärung und Abgrenzung der Begriffe "aktive Sterbehilfe", "ärztlich assistierter Suizid" und "Tötung auf Verlangen". Hierzu plant die Regionalgruppe eine öffentliche Veranstaltung im Netzwerk der Hospizgruppen Hückeswagen, Radevormwald, Remscheid und Wermelskirchen, kündigte Marina Weidner an.

Quelle: RP
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