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Radevormwald
HSG sucht neue Jugendschiedsrichter

Radevormwald. Für die nächste Saison wollen die Handballer der HSG Radevormwald/Herbeck mehr Schiedsrichter stellen. Finn Hebbecker und Jonas Bonekämper pfeifen seit drei Jahren und gehören zum Förderkader Nordrhein. Von Flora Treiber

Die Suche nach neuen Schiedsrichtern gestaltet sich schwierig. Denn auf dem Spielfeld zu stehen und über Fehler der Spieler zu entscheiden, verlangt Wissen, starke Nerven und viel Selbstbewusstsein und Zeit.

Rene Bonekämper hat das Amt des Schiedsrichterwartes der HSG Radevormwald/Herbeck kürzlich übernommen und will daran arbeiten, dass sein Verein in Zukunft mehr eigene Schiedsrichter hat. In der laufenden Saison war die HSG unterbesetzt. Eine solche Fehlbesetzung kostet den Verein Geld. "Die Anzahl der Schiedsrichter, die ein Verein stellen muss, richtet sich immer nach den Mannschaften die gemeldet werden und nach den Klassen, in denen sie spielen", sagt Bonekämper. Die zehn Schiedsrichter, die der Verein momentan hat, können den Bedarf nicht decken. Besonders im Bereich der Jugend fehlt es an Schiedsrichtern. Diese Lücke will Rene Bonekämper durch vermehrte Werbung und direkten Kontakt mit den Mannschaften schließen. "Viele unserer Spieler könnten Schiedsrichter werden. Wenn man lange Handball gespielt hat und sich für den Sport begeistert, hat man die wichtigsten Voraussetzungen erfüllt", sagt Bonekämper. Eine weitere Voraussetzung ist die Vollendung des 14. Lebensjahres.

Um die Schiedsrichterlizenz zu bekommen, muss man elf Veranstaltungen, über mehrere Wochenenden verteilt, besuchen. Dort wird theoretisches und praktisches Wissen verfestigt. In beiden Bereichen gibt es eine Prüfung. Die Kosten für die Lizenz trägt die HSG.

Diese Hürden haben Finn Hebbecker und Jonas Bonekämper 2015 genommen. Beide spielen seit ihrer Kindheit Handball und haben ihre ersten Schiedsrichtererfahrungen zunächst in der F- und D-Jugend und danach in der C- und A-Jugend, beides auf Kreisebene, gesammelt. "Bei den ersten Spielen war ich sehr nervös. Man möchte natürlich immer die richtigen Entscheidungen treffen und keinen Fehler machen. Ich habe in den ersten Jahren viel gelernt", sagt Finn Hebbecker, der jetzt 17 Jahre alt ist. Mit Schiedsrichterpartner Jonas Bonekämper wurde er in den Jugendförderkader Nordrhein befördert, für den die beiden Jugendlichen jetzt Spiele bis zur A-Jugend pfeifen. "Auf dieser Ebene sind die Spiele deutlich schneller und komplexer", sagt Jonas Bonekämper. Auf die Beförderung sind beide Jugendschiedsrichter stolz. Es ist der Lohn für ihre zuverlässige Arbeit in den vergangenen drei Jahren.

Obwohl die meisten Spiele für die Radevormwalder gut verlaufen sind, gab es auch schon grenzwertige Erfahrungen als Jugendschiedsrichter. "Die Probleme machen meistens nicht die Spieler, sondern die Trainer und das Publikum. Man wird beschimpft und verbal angegriffen", sagt Finn Hebbecker.

Die Erfahrungen von Rene Bonekämper haben gezeigt, dass die meisten Schiedsrichter, die das erste Jahr überstehen, bei ihrer Lizenz bleiben. "Man braucht ein großes Selbstbewusstsein und starke Nerven." Damit junge Schiedsrichter nicht verunsichert werden, gibt es nach jedem Spiel eine Nachbesprechung sowie Fortbildungen. Ausgestattet sind sie mit dem aktuellen Regelwerk, Pfeifen und drei Karten. Denn beim Handball gibt es nicht nur die Gelbe und Rote, sondern auch eine Blaue Karte.

Das Schiedsrichteramt ist ein Ehrenamt, das mit kleinen Aufwendungspauschalen honoriert wird und Aufstiegschancen bietet.

Quelle: RP
 
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