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Radevormwald
IG Jahnplatz vermutet ein Minusgeschäft

Radevormwald: IG Jahnplatz vermutet ein Minusgeschäft
Der Jahnplatz soll ab 2016 bebaut werden. Die IG zweifelt weiter an den Zahlen der Stadt, die mit dem Verkauf Gewinn machen möchte. FOTO: Dörner (Archiv)
Radevormwald. Mit eigenen Zahlen will die IG einen Verlust nachweisen. Die Stadt sieht ihre Zahlen als bestätigt an. Von Wolfgang Scholl

Mit konkreten Zahlen möchte die IG Jahnplatz im Vorfeld einer Bebauung nachweisen, dass die Stadt bei der Entwicklung des Neubaugebietes Jahnplatz ein Minusgeschäft machen wird. Während die Stadt nach ihrer Berechnung ein Plus von 895 000 Euro erwirtschaften will, errechnet die IG Jahnplatz dagegen ein Minus von 208 000 Euro. "Wir haben unsere Zahlen noch einmal von den Fachbereichen überprüfen lassen und sind bei den Einzelzahlen wieder zu unseren Zahlen gekommen", sagt der Beigeordnete und Kämmerer Frank Nipken. Die Verwaltung hat für den ehemaligen Jahnplatz an der Friesenstraße ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet und in der letzten Bauausschuss-Sitzung eine Detailplanung bei der Stadtverwaltung beauftragt.

Während die Stadt 11 440 Quadratmeter vermarkten möchte, sieht die IG, die ihr Gutachten laut Sprecher Frank Kühn von einem ehemaligen Baudezernenten mit 30-jähriger Erfahrung hat aufstellen lassen, nur eine Fläche von 11 060 Quadratmeter. "Da liegen wir gar nicht weit auseinander", sagt Nipken. Die IG errechnet eine Differenz von einer halben Million Euro bei den Einnahmen. Auch gibt die Stadt einen Quadratmeterpreis von 180 Euro an, während die IG von 140 ausgeht. "Die höheren Quadratmeterpreise werden relativiert durch fragliche Unterkellerung, eingeschränkte Wärmetechnologie durch Felsgrund und Leitungsrechte im Grundbuch", schreibt Frank Kühn. Dazu erklärt der Beigeordnete, dass es keinen Grund gebe, dort keinen Keller zu bauen. Der Untergrund sei vergleichbar mit dem bei anderen Wohngebieten. "Bei Sand kann man Wärmetechnologie wie Pumpen nicht in den Boden bringen", sagt Nipken und ergänzt: "Wir sehen keinen Grund, warum unsere Preisvorstellung nicht erzielt werden kann."

Höhere Kosten errechnet die IG Jahnplatz für den Bau der Erschließungsstraße. Sie sieht hier eine Differenz von 55 000 Euro (215 000 Euro statt 160 000). Auch rechnet sie im Gegensatz zur Stadt Kosten von 81 000 Euro für Böschungen und Mauern ein. Für die Errichtung von Grünflächen und zur Waldrodung rechnet die IG 31 000 Euro, die Stadt hat diesen Posten nicht aufgeführt. Höhere Ausgaben sieht die IG bei den Planungskosten. Die Stadt rechnet mit 75 000 Euro, die IG mit 175 000 Euro. "Diese Kostendifferenz ergibt sich daraus, dass wir diese Summe nicht rechnen können, weil sie eine Dienstleistung des Staates, in diesem Falle der Stadt ist. Solche Planungskosten müssten wir auch für Dritte erbringen", sagt Nipken. Kosten von 400 000 Euro sieht die IG für eine Baugrundvorbereitung (195 000 Euro), Medienleitungen (120 000 Euro) und Zwischenfinanzierung (80 000 Euro). Kosten dieser Art hat die Stadt nicht in ihren Planungen.

"Wir sehen für Baugrundvorbereitung keinen Anlass, Medienleitungen sind Privatsache der Telekom, damit haben wir nichts zu tun", sagt Frank Nipken.

Quelle: RP
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