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Radevormwald
Im Heimatmuseum wird wieder umgeräumt

Radevormwald: Im Heimatmuseum wird wieder umgeräumt
In einem Raum des Heimatmuseums ist der Fundus des Unternehmens untergebracht. Elke Steinkamp besucht den Raum regelmäßig. FOTO: Wolfgang Scholl
Radevormwald. Der Heimat- und Verkehrsverein (HVV) möchte wieder Akzente für einen Museumsbesuch schaffen. Neue Möbelstücke von Pastor Georg Wemmer sind eingetroffen. Gesucht werden neue Mitarbeiter. Von Wolfgang Scholl

Seit den 1980er Jahren ist Elke Steinkamp im Team des Heimatmuseums, das damals noch viel kleiner war und "Heimatstube" hieß. Jetzt ist wieder einmal Zeit für ein Stühlerücken im Museum. Vom Eingangsbereich ist die alte Miniaturbahn erst einmal in den Keller gebracht worden. Der Platz ist als Standplatz für eine Couch gedacht.

Das Museum hat einen Schrank, ein Sofa, einen Biedermeier-Tisch und zwei Stühle aus dem Nachlass von Pastor Georg Wemmer erhalten. Wemmer war von 1937 bis 1976 in den Wupperorten bei St. Josef Vogelsmühle tätig, nach ihm ist auch der Weg zum katholischen Friedhof benannt. Die Möbel stehen bisher unbemerkt im Raum für Sonderausstellungen. Sofa und Stühle werden vor einem jeweiligen Sonderausstellungsbeginn in den Eingangsbereich geräumt. Pastor Wemmer war sehr beliebt und an der Entwicklung zahlreicher Projekte in den Wupperorten um Kirche, Friedhof und das Neubaugebiet Kolpingstraße beteiligt.

"Bei uns gibt es immer mal wieder Neues", sagt Elke Steinkamp. So ist zuletzt eine Wanduhr aus dem Jahr 1782 im ersten Obergeschoss aufgehängt worden. Unter ihr steht ein Kinderwagen aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. "Den hat Uschi Mahler mitgebracht", sagt Elke Steinkamp. Uschi Mahler, die Vorsitzende des HVV, der Träger des Museums ist, hat den Wagen vom Freilichtmuseum Lindlar des Landschaftsverbandes Rheinland mitgebracht, weil es dort bereits einen gab und er gut in das Rader Museum passt. Im Obergeschoss hängen die Fahnen des MGV Heide, MGV Sängerkranz aus Honsberg und MGV Sängerbund. Mit Jahresbeginn ist mit dem Radevormwalder Männerchor ein weiterer Chor ein Stück Stadtgeschichte. Ausgestellt sind weiterhin auch das Modell der Uelfebadbrücke von Michael Faubel, das Gartenhaus von Wolfgang Schreiberund der alte Bahnhof. Geplant ist, demnächst aus dem Fundus im Dachgeschoss wieder einige Bilder von Paul Wellershaus und Fritz vom Stein hervorzuholen und sie den Besuchern zu zeigen. Ein Fahrrad der Bismarck-Werke wird das Museum verlassen. Es soll von Mitgliedern des Vereins IG Bismarck aufgearbeitet werden.

"Im Museum ist immer was in Bewegung, auch wenn es nicht immer auf den ersten Blick auffällt", sagt Elke Steinkamp, die auch für einen "zweiten oder dritten Besuch" im Museum wirbt. Aufgegeben ist inzwischen ein Raum im Gebäude des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Eine größere Maschine ist dem Verein "Drei-Städte-Depot" in Hückeswagen zur Aufarbeitung überlassen worden. "Dafür haben wir hier auch keinen Platz", sagt Elke Steinkamp.

Diese alte Kombination aus der "Gründerzeit" mit Tisch, Couch und Stühlen stammt von Pastor Georg Wemmer. FOTO: HVV/Scholz

Bilora, die Eisenbahngeschichte, Schulgeschichte, Bismarck, Wellershaus, Hudora, Löwen-Apotheke oder Reinbott waren in den vergangenen Jahren Schwerpunkte von Sonderausstellungen. Derzeit ist der Arbeitskreis Heimatmuseum, dem bis zu 18 Mitglieder als Helfer angehören, auf der Suche nach Themen für neue Sonderaktionen im kommenden Jahr. Wer eine Idee hat, kann sich an die Museumsmitarbeiter wenden. Rocholl sollte einmal ein Thema werden, von dem Unternehmen am früheren Bahnhof scheint es aber nicht mehr viele Stücke oder Unterlagen zu geben. "Wir haben nur eine kleine Maschine und einige Schlüssel", sagt Elke Steinkamp. Bei der Erweiterung des Museums-Fundus steckt der Verein in dem Dilemma, dass er nicht viel Geld für Neues zahlen kann. Gesucht werden alte Fotos und Ansichten der Stadt. "Bilderalben helfen uns da aber oft wenig, weil viele Fotos davon nur die Familien persönlich betreffen", sagt die langjährige Museumsmitarbeiterin.

Was sie vermisst, ist ein häufigerer Besuch von Jüngeren. "Zuletzt war mal wieder eine Schulklasse aus Bergerhof hier", sagt Elke Steinkamp. Heimatkunde sei heute kein Fach mehr, so dass die Schüler nur wenig über ihre Stadt erfahren. Das sei wohl so, weil die meisten Lehrer ebenfalls keine Verbindung mehr zur Stadt hätten. So drohe, ein Stück Kultur verloren zu gehen.

Quelle: RP
 
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