Radevormwald Immer mal wieder Falschgeld im Umlauf

Radevormwald · Die Bundesbank warnt: Die Zahl der Blüten steigt. Bislang gab es 2015 kreisweit 107 Straftaten, die im Zusammenhang mit Falschgeld standen. In Rade waren es fünf Fälle, in Hückeswagen einer. Meist werden 20- und 50-Euro-Scheine gefälscht.

Meist fällt Falschgeld in einem Geldinstitut oder in einem Geschäft auf. Problem: Wer die Blüten annimmt und dies zu spät bemerkt, hat den doppelten Schaden: Entschädigung gibt es keine, "und wer das Falschgeld weitergibt, macht sich auch noch strafbar", sagt Polizeipressesprecherin Monika Treutler.

In Deutschland ist laut Bundesbank die Zahl der Blüten angestiegen. Sie hat in den ersten sechs Monaten etwa 50 500 falsche Euro-Banknoten im Wert von 2,2 Millionen Euro registriert. Die Zahl der Fälschungen stieg damit im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2014 um 31 Prozent.

Das bekommt auch der oberbergische Kreis zu spüren: Hier gab es bislang 107 Straftaten, die im Zusammenhang mit Falschgeld standen. In Radevormwald waren es fünf Fälle, in Hückeswagen einer. "Vorwiegend handelte es sich um falsche 20- und 50-Euro-Scheine. In jüngster Vergangenheit sind vereinzelt aber auch schon mal gefälschte Fünf-Euro-Scheine aufgetaucht", teilte Monika Treutler mit. In Deutschland konzentrieren sich Fälscher in 82 Prozent der Fälle aber auf 20- und 50-Euro-Scheine. Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen Eine überproportionale Steigerung beim Falschgeld kann Michael Scholz von der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen zwar nicht bestätigen, trotzdem haben seine Kollegen immer mal wieder mit Blüten zu tun - "wie zuletzt, als zwei falsche 20er-Scheine in einem Rader Getränkehandel aufgetaucht sind", berichtet der Pressesprecher. Tauchen Blüten auf, wird bei der Sparkasse sofort die Revision eingeschaltet, die zurückverfolgt, wo der Schein herkommt. "Da setzt dann ein Automatismus ein", sagte Scholz. Er erinnert sich noch genau an einen Fernsehdreh in der Hauptstelle an der Hohenfuhrstraße, als plötzlich ein Tankstellenpächter auftauchte und sich in seinem Geldpaket, das er einzahlen wollte, ein "falscher Fuffziger" befand. "Dabei gibt es sogenannte Leuchtgeräte und Scheinsichtungsgeräte, die die Händler vor Blüten schützen können", sagt Scholz. In vielen Geschäften sei es heutzutage oft auch schon gar nicht mehr möglich, mit einem 100,- oder 200-Euro-Schein zu bezahlen - aus Angst, sich Blüten einzufangen, für die es keinen Ersatz gibt. An der Hauptkasse erfuhr Michael Scholz, dass die Kontrollgeräte generell brauchbar sind, Leuchtstifte von den Kassierern dagegen aber eher für unbrauchbar gehalten werden.

Scholz rät allen Bürgern und Händlern, dem Prinzip "Fühlen, Sehen, Kippen" zu vertrauen. Wenn im November neue 20-Euro-Banknoten auf den Markt kommen, wird in einem neuen Silberstreifen ein Hologramm eingearbeitet sein. "Das erhöht den Schwierigkeitsgrad für Fälscher ungemein", sagt Scholz. Denn Ersatz gibt es für die Geschädigten nicht, das sei versicherungstechnisch nicht abgedeckt. Den Schaden muss jeder selbst zahlen", sagt Scholz. Wer eine Blüte entdeckt, sollte sofort Polizei und Geldinstitut einschalten.

Generell werden bei der Sparkasse alle Scheine kontrolliert, keine Note erreicht oder verlässt das Geldinstitut ohne Kontrolle. "Das gehört zum ersten Standard", sagt Scholz. Das Geld in den Automaten komme immer von der Europäischen Zentralbank (EZB) - als fertiges Paket. Die Scheine werden dann vorher und nachher genau gezählt. Volksbank Oberberg Eine Riesenmenge an Falschgeld gibt es bei der Volksbank Oberberg (mit Raiffeisenbank-Filiale am Schlossmacherplatz) nicht. Wie Sprecher Thomas Knura mitteilt, würden 20- und 50-Euro-Scheine am häufigsten gefälscht. "Wir gehen aber davon aus, dass durch unsere intensiven, maschinellen Kontrollen fast alles abgefischt wird", sagt er. Seine Bitte an die Kunden: "Bitte sensibel prüfen!". Volksbank Remscheid/Solingen Der Leiter des Privatkundenbereichs, Uwe Schmidt, rät, sich die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten gut einzuprägen. "Aber mehr als achten, geht nicht", sagt er. Bei der Volksbank mit eigener Filiale an der Blumenstraße in Radevormwald gab's in den vergangenen Monaten nicht mehr Falschgeld als sonst auch. 2014 belief sich der Schaden gerade mal auf 20 Euro. Das komplette Geld, das eingezahlt wird, egal ob am Automaten oder am Schalter, durchläuft eine elektronische Echtheitsprüfung, teilt die Leiterin der Unternehmenskommunikation, Kristina Hellwig, mit. Und alles Geld, das ausgezahlt wird, werde auch von der Landeszentralbank (LZB) auf Echtheit überprüft. "Das ist Vorschrift", sagt sie.

Weitere Informationen im Internet: www.polizei-beratung.de

(RP)
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