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Radevormwald
Immobilienkredite steigen auf 382 Millionen Euro

Radevormwald. Nach Angaben des Forschungsinstituts GEWOS leihen sich die Bürger im Oberbergischen Kreis 2017 mehr als 382 Millionen Euro, um Häuser zu bauen, zu kaufen oder zu renovieren. Das sind zehn Prozent mehr als vor drei Jahren. Obendrauf kommt noch das eingesetzte Eigenkapital. Kaum verwunderlich, sind doch die Hypothekenzinsen so günstig wie nie, billiges Baugeld gibt es an jeder Ecke. Aber so einfach ist es nicht, sagt LBS-Gebietsleiter Georg Görnert. Dafür sorgt die neue Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie der Europäischen Union. Sie soll den Verbraucher vor den Folgen steigender Zinsen absichern. Aber auch der Häuslebauer muss umdenken.

Vor jeder Finanzierung muss ein Kreditinstitut die Kapitaldienstprüfung durchführen. Damit soll sichergestellt werden, dass der Immobilienbesitzer die monatliche Belastung auch nach Auslauf der Zinsbindung und dabei möglichem Zinsanstieg dauerhaft tragen kann. Das kann in der Praxis dazu führen, dass gerade junge Familien sich das Eigenheim noch später als in Deutschland üblich leisten können. Ältere Menschen können im Zweifelsfall den barrierearmen Umbau ihrer eigenen vier Wände nur mit Zustimmung der potenziellen Erben finanzieren.

Also aus der Traum vom Wohneigentum? "Nicht, wenn man frühzeitig gespart hat und bei der Finanzierung eine möglichst lange Zinsbindung wählt", sagt Görnert. Niedrige Zinsen und niedrige monatliche Raten haben in der Vergangenheit dazu verlockt, das Eigenkapital zu vernachlässigen. Die EU-Richtlinie macht auf das Risiko aufmerksam, das damit verbunden ist. "Wer sich Geld für seine Traumimmobilie leihen will, muss auch Geld mitbringen", sagt Görnert. 20 bis 25 Prozent Eigenkapital senken den Finanzierungsbedarf und damit die monatliche Rate. Er rät dazu, jede mögliche staatliche Förderung wie die Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmerförderung sowie die Wohn-Riester-Zulagen in Anspruch zu nehmen. So könne der Ansparprozess erheblich beschleunigt werden.

(rue)
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