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Radevormwald
Immobilienverkäufe auf hohem Niveau

Radevormwald: Immobilienverkäufe auf hohem Niveau
Der Preis für ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus im Nordkreis lag im Durchschnitt bei 240.000 Euro. Das ist eine Steigerung um 14 Prozent. FOTO: A. Warnecke (Archiv)
Radevormwald. Bauplätze im Nordkreis mit den Städten Radevormwald, Hückeswagen, Wipperfürth und Lindlar sind teurer als im übrigen Kreis. Hier ist auch die höchste Preissteigerung für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser zu verzeichnen. Von Joachim Rüttgen

Der bereits im Vorjahr zu verzeichnende Anstieg von Grundstücksverkäufen (plus elf Prozent in 2016) setzt sich weiter fort. Im ersten Halbjahr 2017 konnte der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Oberbergischen Kreis bereits 1810 Kauffälle auswerten. Das ist ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Allerdings liegt das Gesamtumsatzvolumen mit 212 Millionen Euro fünf Prozent unter dem des gleichen Vorjahreszeitraumes.

Betrachtet man die Baulandflächen zwischen 300 und 1300 Quadratmeter separat, zeigt sich das über Jahrzehnte zu beobachtende Nord-Süd-Gefälle. Ein typischer Bauplatz wurde im Nordkreis (Radevormwald, Hückeswagen, Wipperfürth, Lindlar) mit durchschnittlich 91.000 Euro gehandelt. Das sind umgerechnet etwa 145 Euro/m². Im Mittelkreis (Marienheide, Gummersbach, Engelskirchen, Wiehl) wurde für ein Bauplatz dagegen 71.000 Euro (100 Euro/m²) und im Südkreis (Bergneustadt, Reichshof, Nümbrecht, Morsbach, Waldbröl) 57.000 Euro (80 Euro/m²) gezahlt. Aufgrund des unterschiedlichen Preisniveaus wurden auch unterschiedlich große Bauplätze veräußert. Lag die durchschnittliche Bauplatzgröße im Nordkreis bei 630 m², betrug sie im Mittelkreis 695 m² und im Südkreis 720 m². Die Preissteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum betrug sieben Prozent im Nordkreis, elf Prozent in der Kreismitte und 23 Prozent im Südkreis.

Der Durchschnittswert für landwirtschaftlich genutzte Flächen lag mit 1,50 Euro/m² deutlich über dem Niveau des aktuellen Bodenrichtwerts von 1,35 Euro/m². Die Preise von Waldflächen sind gegenüber dem Vorjahr ebenfalls angestiegen. Durchschnittlich wurde für Laubwald 1,35 Euro/m², für Mischwald 1,30 Euro/m² und für Nadelwald 1,75 Euro/m² gezahlt. 2016 wurden 1,30 Euro/m² (Laubwald), 1,25 Euro/m² (Mischwald) und 1,55 Euro/m² (Nadelwald) gezahlt. Der Preis von Waldflächen ohne Aufwuchs liegt mit 45 Cent/m² auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahreszeitraum, aber fünf Cent über dem aktuellen Richtwert.

Die Preise für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser (Grund-stücksgrößen zwischen 350 und 800 m²) sind im Schnitt um sechs Prozent gestiegen. So wurde in Oberberg ein solches Objekt durchschnittlich mit 190.000 Euro gehandelt. Wie bei den Bauplätzen zeigte sich auch hier ein Nord-Süd-Gefälle. Im Nordkreis lag der Durchschnittswert bei 240.000 Euro (plus 14 Prozent), im Mittelkreis bei 190.000 Euro (plus acht Prozent) und im Südkreis bei 160.000 Euro (plus fünf Prozent). Je nach Baujahr, Lage, Ausstattung und Beschaffenheit wurde unterschiedlich viel für eine Immobilie gezahlt.

Wie im Vorjahr wurden bisher 15,6 Millionen Euro für bebaute Gewerbegrundstücke ausgegeben. Betrug der Durchschnittswert für neue Eigentumswohnungen (Erstverkäufe) im Vorjahr 2635 Euro/pro m² Wohnfläche, so ist er im ersten Halbjahr 2017 bereits um vier Prozent auf 2745 Euro/m² gestiegen. Diese Verkäufe wurden in Gummersbach, Lindlar, Nümbrecht, Radevormwald und Wiehl registriert. Der Durchschnittspreis einer Neubauwohnung betrug im ersten Halbjahr 256.000 Euro.

Gebrauchte, wiederverkaufte Eigentumswohnungen gaben bisher im Preis nach. Je nach Alter wurde zwischen 720 Euro/m² (minus 6,5 Prozent) für Wohnungen der Baujahresgruppe 1950 bis 1974 und 1240 Euro/m² der Baujahresgruppe 1996 bis 2005 gezahlt. Die Wohnungen der Baujahresgruppe 1975 bis 1995 verloren mit 18 Prozent am meisten und lagen bei 965 Euro/m². Der Wert einer Eigentumswohnung ist dabei jedoch stark abhängig von der Lage, dem Baujahr, der Bauausführung, der Ausstattung und den objektspezifischen Besonderheiten.

Informationen oder Auswertungen bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Tel. 02261-8862-30, oder -31.

Quelle: RP
 
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