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Ansichtssache
In der Innenstadt wird auch ohne Schnee "gestreut"

Ansichtssache: In der Innenstadt wird auch ohne Schnee "gestreut"
FOTO: Moll Jürgen
Meinung | Radevormwald. Vor fünfeinhalb Jahren im Sommer ist die Stadt umgebaut worden - der Marktplatz bekam ein neues Antlitz und wird jetzt gepflegt. Parallel dazu ging das Krankenhaus an die Sana AG über. Dort ist kontinuierlich saniert worden. Von Wolfgang Scholl

Normalerweise wird nur gestreut, wenn es geschneit hat. In dieser Woche und in den nächsten Tagen aber ist dies anders. In der Innenstadt ist reichlich Splitt verstreut worden, damit die Pflasterung neu eingeschlämmt werden kann. Diese Arbeiten sind notwendig geworden, weil die Innenstadt-Sanierung inzwischen zum Teil schon wieder mehr als fünf Jahre Geschichte ist. Ja - im Sommer 2012 lag der Marktplatz blank und wurde schließlich im Herbst neu gepflastert. Wie "im richtigen Leben" nimmt man eine Sache sehr schnell als normal hin. Das galt auch für die Oberfläche des Marktplatzes, die sich in den vergangenen Jahren bewährt hat - auch wenn es sicherlich an einzelnen Stellen Kritik geben könnte. Fakt war und ist auch: Die Stadt hat diese Arbeiten für vergleichsweise kleines Geld bekommen. Und jetzt sind halt Wartungsarbeiten an der Reihe. Dass diese für Geschäftsinhaber auch mit Ärger verbunden ist, weil das Material in die Geschäfte getragen wird, lässt sich wohl nicht verhindern. In spätestens zwei Wochen sollten die Arbeiten vergessen sein.

Als selbstverständlich sehen viele Radevormwalder inzwischen auch die Fahnenausstellung mit Werken von Gabriele Evertz auf dem Kreisverkehr Hohenfuhrplatz an. Viele haben die neuen Fahnen in dieser Woche zur Kenntnis genommen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass das Wetter in den vergangenen Tagen nicht gerade prickelnd war.

Wenn demnächst die Sonne wieder einmal scheint, werden die Passanten mit Pkw oder zu Fuß sicher auch die verschiedenen Farbzusammenstellungen wahrnehmen. Die Innenstadt ist durch die Fahnenausstellung auf dem Kreisverkehr ein großes Stück attraktiver geworden. Es lohnt sich, mit auswärtigen Gästen die Stelle zu passieren. Denen fallen die acht Fahnen, die für uns selbstverständlich sind, in den meisten Fällen sofort auf. Bernd Freudenberg und sein Team haben ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. So viele hat die Stadt davon nicht.

Fünfeinhalb Jahre ist es auch her, dass die Sana AG das Krankenhaus übernommen hat. Die Skepsis der Übergangsphase ist längst Vergangenheit, viele haben Mitarbeiter des Hauses als positiv gestimmt erlebt. Die Radevormwalder sind froh, dass sie ihr Krankenhaus nicht nur behalten haben, sie haben auch noch ein runderneuertes und modernisiertes Haus erhalten. Da gilt es, das Zusammenspiel zwischen Betreiber und Stadt und damit den Bürgern weiter zu fördern. Wichtig ist auch, dass das Krankenhaus weiterhin in ausreichender Zahl über gute Mitarbeiter verfügt. Da sind sicherlich beide Seiten gefragt. Nur, wer gute Wohnungen anbieten kann, der kann auch im Gesundheitswesen auf gute Zuzüge von außen hoffen.

Neue Zeiten sind in den vergangenen Jahren auch auf die in der Jugendarbeit Tätigen zugekommen. Einerseits gibt es weniger Jugendliche für die Vereine, dann haben viele Nachmittagsunterricht. Andererseits bedürfen einige Jugendliche einer größeren Fürsorge, weil sie durch alle Raster zu fallen drohen. In Zeiten größerer Individualität besteht auch die Gefahr, dass diese Jugendlichen nicht mehr von Familie oder Freunden aufgefangen werden.

Man darf deshalb gespannt sein, welche Resonanz die Veranstaltung des Kinder- und Jugendrings am 20. Januar erfahren wird. "Es läuft schon". Diese Aussage kann sich die Stadt nicht leisten, denn Jugendliche, die sich nicht mit ihrer Stadt identifizieren, sind noch schneller weg als die anderen. Auch Jugendangebote sind ein wichtiger Standortfaktor. Da gilt es auch, die ehrenamtlichen Helfer professionell zu unterstützen. Für Profis fehlt an vielen Stellen das Geld.

Quelle: RP
 
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