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Radevormwald
Infos aus dem Job aus erster Hand

Radevormwald: Infos aus dem Job aus erster Hand
Bernhard Roth, Ausbilder bei Steinco, versorgt die Schüler Tristhan Giersch, Niklas Hager, Timon Johann und Luca Johann (v. l.) mit Informationen. FOTO: J. Moll
Radevormwald. Nach der Fusion der Berufskollegstandorte wurde aus dem Ausbildungsbasar der Ausbildungstag. Dieser fand gestern in Wermelskirchen statt. Firmen und Schüler schätzen die Möglichkeit des persönlichen Kontakts. Von Stephan Singer

Die Strahlkraft des Informationstages zur Berufswahl am Berufskolleg ist seit jeher so groß, weil Firmen als Aussteller ebenso vor Ort sind wie Berufskolleg-Schüler, die den jüngeren, angehenden Nachwuchs aus erster Hand lebensnah informieren. Erstmals unter dem Namen "Bergische Ausbildungstage" ging gestern die ehemals in Wermelskirchen als "Ausbildungsbasar" bekannte Veranstaltung über die Bühne. Mit der Fusion der Standorte Wermelskirchen und Wipperfürth zum Bergischen Berufskolleg ging die Namensänderung einher.

Ansonsten setzten die Schulleiterin Sylvia Wimmershoff und ihr Stellvertreter Tino Mücher durchaus auf Tradition, denn schon zuvor hatten beide Schulen über 20 Jahre zu dem Info-Tag geladen: "In Wermelskirchen war es jährlich, in Wipperfürth alle zwei Jahre", erläutert Sylvia Wimmershoff. Was die Zukunft bringt, sollen auch die beteiligten Firmen mit entscheiden: "Wir haben einen Rückmeldebogen, auf dem unter anderem die Frage steht, ob der Ausbildungstag jährlich an jedem Schulstandort stattfinden soll oder im Wechsel." Organisatorisch kümmerten sich die bisherigen Teams an den beiden Schulstandorten - in enger Abstimmung miteinander - um die Vorbereitung der Ausbildungstage, die bei den Unternehmen beliebt sind, weiß Sylvia Wimmershoff: "Wir haben keine Ausstellungsfläche mehr frei, alles ist belegt. Die meisten bekommen immer wieder den gleichen Standplatz."

In Wipperfürth, diesen Standort besuchen rund 1700 Schüler, hatte der Ausbildungstag bereits am Samstag stattgefunden. Die etwa 1000 Schülerinnen und Schüler des Standortes Wermelskirchen mussten gestern ran. So auch Lisa Alba (22 Jahre), Vanessa Kronshage, Leah Kretschmer und Luisa Herrmann (alle 20), die sich alle im zweiten Ausbildungsjahr zur Bestattungsfachkraft befinden. Das Berufskolleg in Wermelskirchen ist eine von drei Schulen in Deutschland, die den theoretischen Teil dieser Berufsausbildung vermittelt. "Bei unserem Beruf sind viele Jugendliche, die sich hier informieren, erst einmal erschrocken oder distanziert. Wir wollen diese Hemmungen abbauen", erklärte das Quartett der jungen Damen. Dabei durfte etwas Humor nicht fehlen: "Unser Beruf stirbt nie aus." Dass eine Bestattungsfachkraft viele Regeln, Pietät sowie jede Menge handwerkliche Griffe wie das Auskleiden eines Sarges oder das Anbringen von Gurten zum sicheren Transport eines Toten auf einer Schaufeltrage lernen muss, gehörte dann zum ernsthaften Teil der Gespräche, die Lisa, Vanessa, Leah und Luisa gerne führten.

Besonders für die technischen Berufe interessierten sich Adriano Sgarra (14 Jahre), Cristian Antonaci (14), Deniz Inanli (15), Marvin Brodehl (14), Nico Grimberg (14), Robin Erdmann (14) und Dustin Eschbach (16), die alle zur Zeit die Klasse 9a der Wermelskirchener Realschule besuchen. "Wir gehen anfangs zusammen als Gruppe über den Ausbildungstag, danach trennen wir uns und sprechen einzelne, für uns interessante Firmen an und suchen das konkrete Gespräch", hatte sich die Jungen-Riege einen genauen Plan gemacht. "Wir haben uns mit Hilfe der Info-Broschüre zum Ausbildungstag erst im Schulunterricht und anschließend eigenständig vorbereitet", erzählte Marvin Brodehl, der genau wie Nico Grimberg nach der Schule eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker absolvieren will und später einmal den Meistertitel anstrebt.

Was sie einmal beruflich machen möchten, wissen Deniz Inanli und Cristian Antonaci noch nicht so genau wie ihre beiden Mitschüler. Beide sind dennoch optimistisch, denn: "Der Ausbildungstag mit den vielfältigen Infos kann bei der Berufswahl helfen." Zumal es ja obendrein eine allgemeine Laufbahnberatung gäbe. In einem Punkt waren sich die sieben Realschüler einig: "Diese Informationsveranstaltung ermöglicht uns den direkten Kontakt zu interessanten Unternehmen. Und das ist viel besser, als ohne Gespräche von Angesicht zu Angesicht stapelweise Bewerbungen zu verschicken."

Etwa 50 Aussteller präsentierten sich und die dazugehörigen Berufe. Neben Firmen gehörten dazu auch Institutionen wie die Bundesagentur für Arbeit, die Polizei, der Einzelhandelsverband oder die Kreishandwerkerschaft.

Quelle: RP
 
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