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Radevormwald
Inklusionshelfer fehlen in Rade

Radevormwald. Während die Nachbarstadt Wermelskirchen zurzeit alle Hebel in Bewegung setzt, damit das erfolgreiche Inklusionshelfer-Projekt an den Grundschulen und an der Sekundarschule fortgesetzt werden kann, gibt es in Radevormwald bislang noch keine Inklusionshelfer, obwohl an einigen Schulen wie Realschule und Grundschulen Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in den Unterricht integriert sind. Von Joachim Rüttgen und Sebastian Radermacher

Seit Beginn des laufenden Schuljahres unterstützen mehrere Inklusionshelfer an den Grundschulen und der Sekundarschule in Wermelskirchen Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. Sie sind für die Schüler feste Bezugspersonen und verfolgen das Ziel, sie in die Schulgemeinschaft einzugliedern und im Schulalltag ihre lebenspraktischen, intellektuellen und sozialen Fähigkeiten zu verbessern. Erfüllt werden Ziele, die die rot-grüne Landesregierung vor einiger Zeit propagiert hatte.

"Wir kennen die Problematik und wissen auch, dass es neue Fördertöpfe gibt", sagt der Leiter des Amtes für Schule und Kultur, Sönke Eichner, auf Anfrage unserer Redaktion. Wenn Integrationshelfer benötigt würden, müssten die über die normale Jugendhilfe beim Land beantragt werden, was aber bürokratisch sehr aufwendig sei. Eichner kennt die Sichtweise der Schulen, die sehr wohl einen Bedarf für solche Helfer sehen würden.

Aber finanziell sieht er für die Stadt derzeit kaum Chancen, ein solches Projekt umzusetzen. Immerhin habe man einen Schulsozialarbeiter im Einsatz. "Außerdem ist da sicher zu einem gewissen Teil auch das sensible Konstrukt Schule gefordert", sagt der Amtsleiter. Künftig werde die Stadt aber schauen müssen und mit den Schulen den konkreten Bedarf besprechen. "Dann müssen wir sehen, wie wir damit umgehen", sagt er.

Dem überaus erfolgreichen und über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Projekt in Wermelskirchen droht das Aus, weil die Fördermittel des Landes (pro Jahr 57.000 Euro) im Mai aufgebraucht sein werden. Städtische Haushaltsmittel können wie in Radevormwald nicht bereitgestellt werden. Die Nachbarstadt hat in Zusammenarbeit mit den Schulen und der auch für Radevormwald zuständigen Lebenshilfe Rhein-Wupper ein Konzept zur Inklusionshilfe erarbeitet. Schulen, Eltern und Träger sind begeistert. Nicht nur Schüler mit einer Behinderung haben einen erhöhten Förderbedarf, sondern auch traumatisierte Flüchtlingskinder. Deshalb soll versucht werden, über diese Schiene Förderung zu bekommen.

Quelle: RP
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