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Radevormwald
Investitionen im Seniorenwohnzentrum

Radevormwald: Investitionen im Seniorenwohnzentrum
Sie wohnen im Seniorenhaus an der Uelfestraße (v. l.): Hermi Wette, Horst Wiederstein, Christine Schramm und Liesel Held. FOTO: bm-fOTO. jÜRGEN mOLL
Radevormwald. Nachdem sich vor gut einem Jahr die Terranus Consulting an der Uelfestraße verabschiedet hatte, übernahm Betreiber Convivo aus Bremen das Altenheim. Bislang wurden an die 250.000 Euro in das Haus gesteckt. Die Leiterin freut sich. Von Joachim Rüttgen

Langweilig wird es wohl nie im Seniorenwohnzentrum an der Uelfestraße. Nach turbulenten Jahren mit zwei Betreiberwechseln schaffte es die Terranus Consulting aus Köln, das Haus wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Und als der Betreiber Convivo aus Bremen vor gut einem Jahr das Ruder übernahm, "begann wieder eine spannende Zeit", sagt Leiterin Rita Zimmer. Aber schon zu diesem Zeitpunkt sei das Haus saniert und für die Zukunft gut aufgestellt gewesen. Das habe sich mit Convivo nicht geändert. Ganz im Gegenteil.

"Wir haben langfristige Perspektiven. Die verstehen sich als unser Dienstleister, wodurch wir für jeden Arbeitsbereich Ansprechpartner haben", sagt Rita Zimmer. Die Abläufe innerhalb des Hauses und des Unternehmens seien sehr transparent, zweimal im Jahr gebe es Treffen aller Einrichtungsleiter, außerdem regelmäßige Pflegediensttreffen. "Das ist alles bestens organisiert", sagt die Leiterin.

In den vergangenen zwölf Monaten ist viel passiert, wurde vieles umgestellt. So hat das SWZ die Gebäudereinigung und die Wäscherei wieder in Eigenregie übernommen. "Die Personalkosten sprengen nicht die Kosten für den Dienstleister", sagt die Einrichtungsleitung - obwohl das eigene Personal mehr als den gesetzlichen Mindestlohn erhalte. "Das ist ein komplett anderes Arbeiten", sagt Rita Zimmer. Die Bindung zu den Mitarbeitern werde stärker, außerdem der Kontakt zu den Bewohnern. Die Qualität habe sich deutlich verbessert.

Und es wird weiter kräftig investiert, berichtet Rita Zimmer. Gut für die Mitarbeiter: Die Gehälter werden sukzessive angeglichen oder sogar erhöht. Beim Umbau von zwei Verwaltungsräumen und der Friseurstube sind drei hochmoderne Einzelzimmer entstanden, um die vom Gesetzgeber geforderte Einzelzimmerquote von 80 Prozent zu erreichen. Zurzeit liegen Pläne beim Architekten, der prüfen soll, ob es auch einen Ausbau unterm Dach geben kann. Hier wären sechs oder zehn Einzelzimmer möglich. "Gelingt das nicht, werden wir die Anzahl der Doppelzimmer reduzieren", kündigt Rita Zimmer an.

Ziel sei es, trotz der Einzelzimmerquote in Zukunft 146 Betten anzubieten. Convivo plane nicht nur, sondern setze um. Der Mehrzweckraum wurde verkleinert, um Platz für den Sozialen Dienst zu schaffen. Den Raucherraum hat das SWZ aufgegeben, im Haus gilt jetzt striktes Rauchverbot. Leiterin Rita Zimmer hat sich einen Wunsch erfüllt und vor dem Haupteingang eine kleine Terrasse anlegen lassen. Von hier gibt es einen Zugang in den Uelfe-Treff - ein Gemeinschaftraum für Beschäftigungsangebote und Feiern. Bauliche Veränderungen können oft auf kurzem Dienstweg erledigt werden, denn Haustechniker Benjamin Arnz ist nicht nur Elektriker, sondern auch Garten-Landschaftsbauer. Der Soziale Dienst freut sich über einen neuen Hausbus, der auch spontane Ausflüge möglich macht.

"Grundgedanke von Convivo ist, dass in allen Häusern möglichst alles gleich ist, aber innerhalb der Häuser eigene Schwerpunkte möglich sind", erklärt Rita Zimmer. Sie schätzt den intensiven und offenen Austausch mit der Geschäftsführung. Das seien alles Profis. Die Investitionskosten beziffert Zimmer auf 250.000 Euro. Dazu zählt neues Mobiliar, Sitzmöbel, Liegesessel und Pflegebetten. "Das waren größtenteils Anschaffungen, die längst fällig waren, und trotzdem steht das Haus finanziell gut da", sagt die Leiterin. Sie versteht die Maßnahmen als Standort- und Zukunftssicherung für Haus und Mitarbeiter. "Ganz nebenbei" musste das Haus die Pflegedokumentation komplett umstellen: Aus drei Pflegestufen wurden fünf Pflegegrade, die Prüfkriterien des Medizinischen Dienstes wurden geändert.

Nicht mehr beliefern lassen sich inzwischen Schulen und Kindergärten mit mobilem Essen auf Rädern. "Wir mussten die Preise erhöhen, und jetzt ist es denen zu teuer geworden, so dass die Verträge gekündigt wurden", sagt Rita Zimmer. Aber mehr als 100 Privatkunden bekommen täglich Essen aus der Küche des SWZ geliefert.

Auch für die nächsten Jahre stehen Maßnahmen an: Die marode Fußbodenheizung soll wahrscheinlich ab 2018 in einem Prozess über mehrere Jahre ausgetauscht werden. Dafür wird ein Blockheizkraftwerk im Keller installiert. "Da Leitungen über die Flure gelegt werden müssen, wird Jahr für Jahr ein anderer Wohnbereich umgestellt", sagt Rita Zimmer. Die Eigentümergesellschaft, der das Haus gehört und deren Mitglieder regelmäßig ihre Pacht bekommen, plane außerdem eine Photovoltaikanlage fürs Dach.

Quelle: RP
 
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