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Radevormwald
Investor bietet Stadt Kooperation an

Radevormwald: Investor bietet Stadt Kooperation an
Christian Bartels hat die Geschäfte von seinem Vater übernommen. Die Shetdächer im Hintergrund haben komplett neue Lichtbänder, eine Dachdämmung und neue Fenster und Brandschutztüren erhalten. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. 1998 hat Uwe Bartels über die Firma "B. u. S." große Teile des Wülfing-Geländes erworben und dort einen Gewerbepark eingerichtet. Inzwischen führt Sohn Christian Bartels die Geschäfte und siedelt Arbeitsplätze in den Wupperorten an. Von Wolfgang Scholl

Denkmalschutz und Gewerbepark - diese Verknüpfung gibt es in den Wupperortschaften seit mittlerweile 17 Jahren, dokumentiert durch einen städtebaulichen Vertrag für das Mischgebiet. "In dieser Zeit ist naturgemäß sehr viel passiert", sagt Christian Bartels, der Sohn von Investor Uwe Bartels. Der 39-Jährige kümmert sich seit einigen Jahren um die Immobilien, nicht nur in den Wupperorten, sondern auch in anderen Städten des Bergischen Landes und unter anderem in Rheinland-Pfalz.

Aus der Konkursmasse von Joh. Wülfing & Sohn erwarb Uwe Bartels große Teile des Wülfing-Komplexes. Die Gebäude und Hallen waren damals zum Teil in schlechtem Zustand. Bedingt durch die schwierige Eigentumssituation mit verschiedenen Eigentümern auf dem großen Gelände verlief die Entwicklung nicht immer geräuschlos.

Christian Bartels erläutert bei einem Rundgang, wie aus den verschiedenen Altimmobilien ein moderner Gewerbepark entwickelt worden ist. Das Gelände besteht aus einem großen Komplex gegenüber des städtischen Geländes, aus einem großen Shetbereich zwischen Wupper und Obergraben und kleineren Einzelflächen wie dem alten, querliegenden Herrenhaus am Kopf (früher Tuchmuseum).

Zuerst waren damals auf dem großen Gelände Zentralheizungen eingebaut worden, damit die einzelnen Flächen verpachtet werden konnten. Inzwischen hat sich die Marktlage verändert. "Durch die niedrigen Zinsen haben zahlreiche Unternehmen Eigentum erworben", sagt Bartels. Um konkurrenzfähig zu bleiben sind die Gebäude komplett durchsaniert worden. Alle Fenster sind erneuert, die Lichtbänder der Shetdächer haben neue Fenster und Isolierungen erhalten. "Wir haben so alleine fast 500 Fenster eingebaut", sagt Bartels und betont, dass sein Unternehmen im Gegensatz zur Stadt Radevormwald keine öffentlichen Zuschüsse bekommen hat. Man habe einmal Anträge gestellt und sei abgeblitzt. Die einzelnen Mietflächen könne man energetisch und damit bei den Nebenkosten durchaus mit Neubauten vergleichen, sagt Bartels und verweist auf eine freie Fläche hin zum Parkplatz rechts von der Einfahrt zum Wülfing-Gelände über den Obergraben. Diese Halle hat ein Unternehmen vor kurzem aus finanziellen Gründen verlassen. Es steht jetzt wieder zur Vermietung an. Vermietet als Bürogebäude ist zum Beispiel nebenan das alte Domizil der Wülfing-Betriebsfeuerwehr. Es liegt direkt an der Seite zur Wupper.

Parallel zur energetischen Sanierung gab es auch einige statische Verbesserungen, wo es nötig war, und natürlich brandschutztechnische Ertüchtigungen, die durch die neuen Gesetze gefordert werden. Auch habe man zehn bis zwölf Kilometer Kabel für schnelles Internet verlegt. "Wir arbeiten derzeit gut mit der Radevormwalder Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und Burkhard Klein von der städtischen Bauverwaltung zusammen", sagt Bartels. Das sei nicht immer so gewesen. Durch diese Verbindungen, aber auch ein Gespräch mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Dietmar Stark, sei es zur Kooperation mit der WFG gekommen. Im August wird dort eine Hundertwasser-Ausstellung eröffnet.

Einen Knackpunkt sieht Christian Bartels weiterhin in der Parkplatzsituation. "Wir können die Flächen rechts von der Einfahrt nicht an die Stadt verkaufen, weil wir sie selbst benötigen", sagt Bartels. Er bietet aber den Verkauf eines Grundstücks zu sehr günstigen Konditionen auf der anderen Seite der Wülfingstraße an.

"Dort könnte alternativ ein großer Parkplatz entstehen mit einem Weg zum Wülfingmuseum", sagt Bartels, der darauf hinweist, dass immer wieder Gäste des Wülfingmuseums auf den vermieteten Plätzen parken, die für Mitarbeiter und Kunden gedacht sind.

Vorstellen könnte sich Bartels auch, mit der Stadt das alte Kesselhaus zu entwickeln. "Diese Halle haben wir noch nicht angepackt", sagt Bartels. Es liegt neben dem quer zum Eingang liegenden Trakt des Wülfingmuseums.

Quelle: RP
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