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Radevormwald
Jubelkommunion mit vielen Erinnerungen

Radevormwald. Ein Strahlen geht über das Gesicht von Albert Grzibiela. Gedanklich ist er weit in die Vergangenheit gereist. Er erinnert sich an einen ganz besonderen Tag im April 1930. An diesem sonnigen Tag ging er zur Ersten Heiligen Kommunion in seiner Heimatstadt Gleiwitz in Oberschlesien. "Ich sehe es noch genau vor mir. Wir Kinder zogen in einer großen Prozession durch den Ort. Die Ministranten läuteten vorneweg kleine Glöckchen. Das war richtig feierlich", erzählte der Jubilar. Auch die Festmesse in der Peter-und-Paul-Kirche in Gleiwitz sei sehr feierlich gewesen. "Es war schon ein ganz besonderer Tag damals. Geschenke gab es in dem Sinne kaum. Einige Groschen für die Spardose vielleicht. Auch das war schon etwas Besonderes, denn es herrschte eine große Arbeitslosigkeit", erinnerte sich der 96-Jährige. Von Sigrid Hedderich

Gestern besuchte er mit seinem Sohn Wolfgang das Fest der Jubelkommunion im Caritashaus der katholischen Gemeinde St. Marien. Zuvor gab's eine feierliche Messe mit Pfarrer Marc Dominikus Klein. Im Anschluss wurden 14 Jubilare (zwölf vor 50 Jahren, jeweils einer vor 60 und vor 70 Jahren), zum festlich geschmückten Tisch geladen, um gemütlich zu frühstücken. Die Jubilare kamen teils mit ihren Lebenspartnern aus den Pfarrgemeinden St. Vogelsmühle und St. Marien und Gästen aus den beiden Gemeinden, die damals in anderen Orten ihren Ehrentag gefeiert haben. Grzibiela konnte zwar nicht mehr ehemalige Mitschüler treffen, wohl aber seinen Sohn. "Es ist fantastisch, hier so viele Gesichter nach vielen Jahren zu sehen", sagte er. Auch sein Sohn konnte sich an seinen Ehrentag vor 50 Jahren gut erinnern. "Wir hatten eine schöne Feier. Damals war der Unterricht richtig streng, und wir mussten viel auswendig lernen bei Pfarrer Zimmer", sagte Wolfgang Grzibiela. Er hütet sein Gebetbuch, das er damals geschenkt bekam, wie seinen Augapfel. "Zu Weihnachten lese ich gerne meinen Kindern und Enkeln vor", erzählte er. Zur Feier gestern hatte er ein Klassenfoto aus der Grundschulzeit mitgebracht.

Marianne Waldhausen (Vogelsmühle) feierte gestern ihre Goldkommunion. Auch ihr Ehemann Rolf-Werner Waldhausen gehörte zum Kreis der Jubilare. "Wir sind zur Kommunion bei Pfarrer Wemmer gegangen", erzählte sie. Ihre Feier war durch den Sterbefall des Großvaters eher still. "Auf den Fotos meiner Kommunion trugen die Erwachsenen alle schwarze Kleidung", erzählte sie.

Die Jubelfeier gestern gestaltete sich fröhlich. Es wurden Geschichten aus der Jugendzeit erzählt und viel gelacht. Gerhard Stets, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, hatte mit dem Festausschuss für die Gestaltung der Feier gesorgt. Alle Jubilare erhielten eine Kerze, die zuvor bei der Festmesse entzündet wurde.

Quelle: RP
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