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Radevormwald
Jugend kann ab Sommer wieder mitreden

Radevormwald: Jugend kann ab Sommer wieder mitreden
1999 tagte das damalige Jugendparlament, begleitet von Juliane Dyes (l.) aus der Verwaltung, der damaligen Bürgermeisterin Erni Huckenbeck, Stadtdirektor Dr. Josef Korsten und Jugendamtsleiterin Ute Butz. FOTO: Hans Dörner (Archiv)
Radevormwald. Jugendförderin Britta Hallek vom Jugendamt möchte zum neuen Schuljahr 2016/17 das Projekt "Jugend spricht für sich" wieder aufleben lassen. Zuletzt hatte es eine solche Beteiligung im Jugendhilfeausschuss im Jahr 2010 gegeben. Von Wolfgang Scholl

Die Jugend soll wieder für sich sprechen und eigene Ideen und Ziele formulieren können. Das ist das Ziel von Jugendförderin Britta Hallek. In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Montag erklärte Hallek, dass sie die Schulen ansprechen wird und zum neuen Schuljahr das frühere Projekt "Jugend spricht für sich" aufleben lassen möchte. Sie hält dieses Projekt für wichtig, weil Jugendliche heute zum Beispiel bei Kommunalwahlen mit 16 Jahren schon wahlberechtigt sind.

Auch für die Landtagswahl 2017 wird derzeit darüber verhandelt, ob sich eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Land dafür findet, dass das Wahlalter auch für diese Wahl auf 16 Jahre heruntergesetzt wird. Die Entscheidung wird für die kommenden Wochen erwartet.

Die Teilnahme von Jugendlichen an politischen Sitzungen und ein "Gehört werden" hat es in den vergangenen 17 Jahren zweimal gegeben. 1999 war ein Jugendparlament gewählt worden, das auch mehrfach getagt hat. Christian Bremicker vom Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) war damals Sprecher des Parlaments. 2008 ist auf Initiative der CDU mit "Jugend spricht für sich" ein neuer Versuch gestartet worden. Mitarbeiter des damaligen Fachbereichs Jugend und Bildung sollten ein tragfähiges Konzept entwickeln. In ersten Gesprächen hatte die damalige THG-Schulsprecherin Simone Wollschläger erklärt, dass es nicht einfach sei, Jugendliche für die Stadtpolitik zu begeistern. Von Jugendlichen angesprochene Themen waren: Skater-Halle und ein Jugendcafé, bessere und sichere Jugendräume, die Attraktivität für junge Leute auch nach Abschluss der Schule zu erhöhen, die Einrichtung eines Feten- und Konzertraums und ein Raum zum Schrauben für Jugendliche und junge Leute. Auch die Verbesserung der ÖPNV-Verbindungen war Thema. Ins Spiel gebracht worden war damals auch ein Trägerverein. Die damaligen Jugendlichen hatten aber auch erklärt, dass sie das alleine nicht schaffen würden.

Britta Hallek berichtete, dass das Thema mit ihrem Eintritt in die Mutterschaftszeit nicht weiter verfolgt worden sei und sie Jugendlichen einen Weg einräumen möchte, ein Sprachrohr für ihre Altersklasse zu werden. Sie möchte deshalb die Klassensprecher und anderen Schülervertreter mit ins Boot holen. Dabei sollen bewusst auch jüngere Schüler angesprochen werden, weil Abiturienten zum Ende ihrer Schulzeit schnell wegbrechen und Kontinuität nur schwerlich gewährleistet ist. "Informationen von Jugendlichen sollen auf einem einfachen Weg in die Politik transportiert werden können", sagte Hallek.

Sprecherin des ersten Projektes war Rebecca Irmer, damals Schülerin am THG. Beim Blick zurück sagt sie, dass sie mit großer Motivation an die Aufgabe herangegangen sei. Dann habe das Ganze aber nicht mehr gut funktioniert, "weil wir uns alleine kümmern mussten. Wir waren zuletzt ganz auf uns alleine gestellt", sagt Rebecca Irmer. Es sei schwierig gewesen, Unterstützung der Erwachsenen zu bekommen. Ohne Hilfe sei es zudem ein Problem gewesen, den Ausschusssitzungen zu folgen. "Spätestens nach dem Abitur hatte sich die Sache dann ganz, für mich sowieso, erledigt", erinnert sie sich.

Quelle: RP
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