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Radevormwald
Katharina Fennel schafft ihr Abitur mit einer 1,0

Chronik: Bei diesen Abi-Streichen kam die Polizei
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Radevormwald. Vor ihrem internationalen Management-Studium möchte die 17-jährige Katharina Fennel mit einer Freundin nach Neuseeland reisen, dort arbeiten und parallel die Sprachkenntnisse vervollständigen. Von Cristina Segovia-Buendía

Mit einem glatten 1,0-Schnitt hat die 17-jährige Katharina Fennel ihr Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium bestanden. Damit stehen ihr die Türen aller Universitäten offen. Doch gebraucht hätte sie diesen Schnitt für ihren Berufswunsch eigentlich nicht: Sie strebt einen dualen Studiengang im Bereich International Management an. "Einen hohen NC (Numerus Clausus) brauche ich dafür nicht, nur überdurchschnittlich gute Englisch- und Mathematik- Kenntnisse", sagt die Abiturientin.

Zielstrebig ist Katharina Fennel schon, ein gutes Abitur wollte sie schaffen. Von den Zahlen verrückt machen lassen hat sie sich aber nicht: "Dass es mit einem Einser-Abi klappen könnte, habe ich in der Oberstufe gemerkt. Gerechnet hatte ich mit einem Schnitt von 1,1 oder 1,2. Dass es am Ende doch für eine glatte Eins gereicht hat, hat mich schon überrascht und auch sehr gefreut. Extrem darauf hingearbeitet hatte ich allerdings nicht", sagt sie.

Beliebte und zulassungsbeschränkte Studiengänge wie etwa Medizin, der Klassiker unter den hohen NC-Fächern, interessieren die 17-Jährige aber nicht. "Ich wurde schon ein paar Mal gefragt, ob ich mit meinem Schnitt nicht Medizin studieren will, aber das ist nichts für mich. Ich möchte lieber etwas im englischsprachigen Bereich machen. International Business und Management finde ich sehr spannend", sagt die 17-Jährige.

Bevor sie sich wieder den Büchern und Theorien widmet, wird sie im Dezember mit einer Freundin erst einmal für sechs Monate verreisen. "Ich wolle nicht schon mit 17 Jahren anfangen zu studieren, ich kann ja noch keine Verträge für eine Wohnung abschließen oder Auto fahren." Ihren 18. Geburtstag feiert sie Ende des Jahres. Die Zeit bis zum Studium im nächsten Jahr möchte sie für ein "Work & Travel" nutzen, um für eine längere Zeit zu verreisen und im Ausland zu jobben. Ihr Reiseziel: Neuseeland, der Inselstaat im Südpazifik.

Dort war die Abiturientin auch schon vor mehr als zwei Jahren im Rahmen eines Schüleraustausches: "Ich war zweieinhalb Monate dort und habe mich in das Land und seine Leute verliebt", erzählt Katharina Fennel voller Vorfreude auf die bevorstehende Zeit. "Obwohl das Land klein ist, vereint es alles, was es in Europa gibt: Fjorde wie in Norwegen, lange weiße Strände wie in Spanien, dazu Flachland und Berge."

Der Kontakt zu ihrer damaligen Gastfamilie und den neu gewonnenen Freunden auf der anderen Seite der Erdhalbkugel hat sie über die Jahre weiter gepflegt. "Dort haben wir auch eine Anlaufstelle, falls wir während unserer Reise mal Hilfe brauchen sollten", sagt sie. Arbeiten werden Fennel und ihre Freundin vermutlich in der Landwirtschaft auf Plantagen.

Vorkenntnisse in diesem Bereich haben sie nicht: "Wir werden bei der Ernte helfen, zum Beispiel Kiwis pflücken." Damit werden sie ihre Reisekasse während ihres Aufenthaltes immer wieder ein wenig auffüllen. Was genau auf sie zukommt, weiß Fennel nicht, aber das macht dieses außergewöhnliche Abenteuer so spannend: Als offener Mensch mit einer natürlichen Neugier und Faszination für das Neue, freut sie sich auf die Zeit. Die englische Sprache, die sie auch für das Studium braucht, wird sie in diesem halben Jahr perfektionieren: "In den sechs Monate werde ich mehr Zeit haben, das Land ein bisschen besser kennenzulernen als bei meiner ersten Reise." Auch ein Abstecher nach Australien ist geplant. "Ich hoffe, das klappt auch."

Quelle: RP
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