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Besondere Ausstattung der Feuerwehr
Kein Feuer? Dann kommt der Rüstwagen

Radevormwald. Die BM stellt in einer kleinen Serie in loser Folge spezielle Ausrüstungsgegenstände der Rader Feuerwehr vor. Heute geht es um den Rüstwagen, der in erster Linie bei technischen Rettungen sowie bei Höhen- und Tiefenrettungen zum Einsatz kommt. Von Flora Treiber

Der Rüstwagen der Radevormwalder Feuerwehr ist ein Baukasten, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn kein Feuer gelöscht werden muss. Bei technischen Rettungen, Höhen- und Tiefenrettungen und wenn große Lasten bewegt werden müssen, rollt der Rüstwagen von seinem Standort in Wellringrade Richtung Einsatzort. Damit gehört der 20 Jahre alte Rüstwagen zur Ausrüstung des Löschzuges III.

Markus Schnadt, stellvertretender Zugführer und Einheitsführer in Hahnenberg, kennt den Rüstwagen wie seine Westentasche. "In Notsituationen muss jeder Handgriff sitzen. Die Rüstwagengruppe unseres Löschzuges besteht aus 14 Kräften, die alle eine erweiterte Grundausbildung und einen Truppführerlehrgang absolviert haben", sagt Schnadt. Wichtig für den Umgang mit den Materialien und Geräten des Rüstwagens sei ein Verständnis physikalischer Grundgesetze, für Hebelgesetze und Hydraulik. "Die Theorie muss schnell, sicher und effektiv in die Praxis umgesetzt werden. Das ist die Herausforderung", sagt Schnadt.

Unverzichtbar in der Ausstattung des Rüstwagens sind die hydraulischen Geräte, wie Schere, Spreizer und Zylinder. "Damit können wir zum Beispiel Autos aufschneiden. Der Spreizer kommt oft bei verzogenen Autotüren zum Einsatz", sagt Schnadt. Bei der Technischen Rettung bei Autounfällen wird auch das Hebekissen häufig gebraucht. Der Ballon kann Autos und Lasten von über einer Tonne anheben und bei Bergungsarbeiten helfen. Für die Stabilisierung von Fahrzeugen greifen die Einsatzkräfte auf Unterbaumaterialien, wie Holzklötze, zurück. In den Fächern des Rüstwagens ist außerdem Beleuchtungsmaterial untergebracht. "Wir rücken auch aus, wenn Unfallstellen und Brandeinsätze beleuchtet werden müssen. Wir haben Strahler, Stative und einen festen Leuchtmast dabei", sagt der stellvertretende Zugführer.

Unverzichtbar ist das Notstromaggregat. "Wir müssen unabhängig sein und unseren eigenen Strom erzeugen können", sagt Schnadt. Maschinen, wie die Motorflex, die Trennschleife und die Motorsäge benötigen starke und stabile Stromquellen. Wichtig für technische Rettungen sind zudem Seile, Winden und Umlenkrollen.

Die 14-köpfige Rüstwagengruppe kümmert sich bei großen Einsätzen um Verkehrsleitsysteme, die Platz auf dem Rüstwagen finden. "Das Fahrzeug ist für alle Einsätze zu gebrauchen und ist für unsere Arbeit elementar", sagt Schnadt. Umso wichtiger ist es, dass der Wagen 2017 auf den neuesten Stand gebracht wird. "Gewisse Geräte müssen ausgetauscht und erneuert werden. Außerdem fehlen uns Materialien und Geräte", sagt Feuerwehrchef Wilfried Fischer. Er hofft auf eine Rettungsbühne, die bei Einsätzen rund um Verkehrsunfälle von Lkw von Bedeutung ist. Ersetzt werden sollen auch der hydraulische Spreizer und die Schere. "Die Geräte sind nicht für moderne Autos geeignet. Teilweise haben wir mit unserer Ausstattung keine Chance mehr bei den Metallen, die an neuen Autos verbaut sind", sagt Schnadt.

Fischer kann sich noch an die Anfänge der Rüstwagen in Radevormwald erinnern. "In den Sechzigern gab es einen sogenannten Hilfsrüstwagen, der in den Achzigern von einem Gerätewagen abgelöst wurde. Unser jetziges Fahrzeug hat gute Arbeit geleistet, muss aber in zwei Jahren ersetzt werden", sagt Fischer.

Quelle: RP
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