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Radevormwald
Kein Kita-Platz - zwei Eltern fordern Schadenersatz

Radevormwald. Nachdem der Bundesgerichtshof entschieden hat, dass Eltern Schadensersatz verlangen können, wenn ihre Gemeinde keinen Kita-Platz zur Verfügung stellen kann, ist es in der Rader Verwaltung relativ ruhig geblieben. Das familienfreundliche Urteil hat weder zu pausenlos klingelnden Telefonen, noch zu ersten Klagen geführt.

"Momentan liegen uns zwei Schreiben von Anwälten vor, die mit einer Klage drohen. Wir stehen mit beiden im Gespräch und haben großes Interesse daran, das Problem ohne Klageverfahren zu lösen", sagt Sönke Eichner, Schulamtsleiter. Das Urteil über den Schadensersatz bewertet er erstmal positiv, weil es für Familien entscheidet, er sieht aber die Umsetzung kritisch. "Wir nehmen die Sorgen und Nöte der Eltern ernst und planen bereits neue Betreuungsplätze. Das ist aber nicht von heute auf morgen zu regeln, sondern bedarf einer umfangreichen Planung. Wir arbeiten täglich an der Lösung des Problems."

In Radevormwald gibt es insgesamt 700 Kindergartenplätze, der Fehlbedarf liegt laut den Zahlen aus 2015 bei 70 Plätzen. Die Bedarfsabfrage fürs nächste Jahr läuft bereits und wird für die Umsetzung neuer Betreuungsplätze benötigt. Damit Radevormwald auch in Zukunft von Schadensersatzforderungen verschont bleibt, sollen 2017 neue Kita-Plätze geschaffen werden. 50 Kinder sollen in dem Gebäude der Grundschule Stadt untergebracht werden, an der Wupper sollen 15 neuen Betreuungsplätze entstehen. Die restlichen fünf bis zehn Plätze, für Kinder bis zum dritten Lebensjahr, sollen von Tagesmüttern abgedeckt werden.

"Wir brauchen dringend mehr Tagesmütter in Radevormwald", appelliert der Schulamtsleiter. Er gibt Eltern auch die Möglichkeit, außerhalb von Radevormwald nach Tagesmüttern oder anderen Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder zu suchen. "Aufgrund des großen Fehlbedarfs können wir diese Leistungen, außerhalb von Radevormwald, ebenfalls erstatten", sagt er.

Das Hauptziel, eine zeitnahe Realisierung der Umbau- und Erweiterungspläne für neue Kita-Plätze, sieht Sönke Eichner für 2017 gesichert. Wichtig ist ihm, diese neuen Strukturen in die gesamte Bildungsentwicklung der Stadt einzubauen. "Das kostet leider viel Zeit." Er rät Familien, sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung zu setzen und gemeinsam nach einem Kita-Platz zu suchen, bevor der Anwalt eingeschaltet wird.

(trei)
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