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Radevormwald
Kinder freuen sich auf "Gipsverband"

Radevormwald. Das Krankenhaus ermöglichte einen Blick hinter die Kulissen der Abteilungen. Von Flora Treiber

Wie man einen Herzkatheter legt oder einen Stent setzt, weiß Wolfgang Schmidt jetzt. Er ist zwar kein Arzt, aber war aufmerksamer Besucher am Tag der offenen Tür des Sana Krankenhauses. Das öffnete seine Pforten und gewährte wissbegierigen Besuchern Einblicke in die OP-Säle, Behandlungs- und Aufwachräume.

"Ich interessiere mich sehr für Medizin und moderne Technik. Was man heute sieht, kriegt man sonst nie zu sehen. Das finde ich hoch spannend", sagte Schmidt. Er stellte viele Fragen an die Ärzte, übte an Operationstischen und lernte die Werkzeuge der Fachärzte kennen. Berührungsängste hatte er dabei nicht. "Natürlich sind solche Räume beeindruckend, aber Hemmungen habe ich nicht." Der Radevormwalder wollte sich nach den Übungen an Herz und Lunge noch die neue Radiologie-Abteilung ansehen, die ebenfalls geöffnet war.

Den gleichen Plan verfolgten Ingrid Michels und Carola Bergmann. Sie sind Nachbarinnen im Betreuten Wohnen und waren lange nicht mehr im Krankenhaus. "Hier hat sich einiges verändert, viele Ärzte kenne ich nicht. Es war schön, heute Kontakte zu knüpfen und sich zu unterhalten", sagte Bergmann. Während sie einige Behandlungsmethoden theoretisch kennenlernte, hantierte ihre Freundin bereits mit langen Zangen und Scheren. Sie versuchte, eine Schlüssellochoperation durchzuführen. Das genaue Arbeiten mit den langen Instrumenten fiel ihr schwer. "Die Konzentrationsfähigkeit und das nötige Feingefühl fehlen mir", sagte die Seniorin. Nach einigen Versuchen schaffte sie es aber trotzdem, ein Gummibärchen aus dem Übungskörper zu fischen. "Das werde ich mir jetzt einrahmen."

Genau solche positiven Erfahrungen will Dr. Reinhold Hikl, ärztlicher Direktor, mit einem Tag der offenen Tür erzielen. "Natürlich wollen wir uns als bürgernahes Unternehmen präsentieren. Wichtiger ist es, den Besuchern die Scheu vor dem Gesundheitssystem zu nehmen", sagte er. Er und das gesamte Sana-Team nutzten den Tag, um aufzuklären und die Besucher zu informieren.

Großes Thema sind auch die Hygienevorschriften. Wie man seine Hände richtig desinfiziert, lernten die Besucher im Eingangsbereich. Dort präsentierten sich auch Partner des Krankenhauses wie "aktiv55plus" und das Ambulante ökumenische Hospiz.

Für Edeltraud und Hans-Robert Zeller ist das Haus zu einem vertrauten Ort geworden. Beide sind 85 Jahre alt und waren oft in ärztlicher Behandlung. "Wir kennen die Räume gut, aber wollten heute Hallo sagen und Ärzte wiedersehen", sagte Zeller. Internist und Chefarzt Dr. Volker Brockhaus begrüßte seine Patienten wie gute Freunde. "Zu vielen Patienten pflegen wir persönlichen Kontakt. Schön, wenn sich Vertrauen entwickelt", sagte er.

Quelle: RP
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