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Radevormwald/Hückeswagen
Kirche begleitet auch die Bever-Urlauber

Radevormwald/Hückeswagen: Kirche begleitet auch die Bever-Urlauber
Robert und Gunhild Dahlhoff (hinten) sind mit einem Team des Kirchenkreises derzeit an der Bever mit der "Kirche unterwegs". Dieses Ferienangebot erfreut auch Claudia Zunker (r.), Felix, Mia, Zoe-Naomi und Larissa. FOTO: Moll
Radevormwald/Hückeswagen. Mit dem Projekt "Kirche unterwegs" hält der Evangelische Kirchenkreis an der Bever-Talsperre für die ersten drei Ferienwochen ein vielseitiges Programm für Kinder bereit. Auch Andachten werden auf dem Campingplatz II angeboten. Von Beate Wyglenda

Konzentriert fädelt Felix seine Perlen auf den Draht. Das Herz, das er gerade so liebevoll bestückt, soll ganz bunt werden. Rote Herzen, blaue Schleifen und transparente Sterne kommen darauf. Die kleinen Glasperlen sind allerdings etwas widerspenstig und springen dem Fünfjährigen ständig vom Draht. Doch der Junge lässt sich nicht beirren, schließlich soll das Dekoherz ein Geschenk für seinen Vater sein. "Dann kann er es ins Blumenbeet stellen, damit die Perlen in der Sonne schön funkeln", sagt Felix.

Nicht in der Schule, auch nicht im Bastelkursus sitzt der Knirps gerade. Er ist an der Bever-Talsperre, am Campingplatz II, wo er mit seinen Eltern zurzeit Urlaub macht. Hier allerdings hat auch das Team von "Kirche unterwegs" seine Zelte aufgeschlagen. Das Projekt der Abteilung Gemeindedienste des Evangelischen Kirchenkreises Lennep, dem auch Radevormwald angehört, beinhaltet ein Angebot für Menschen im Urlaub mit Andachten, Seelsorge und offenen Gesprächen über Gott und die Welt. "Und wir wollen ein vielseitiges Programm für Kinder bieten", ergänzt Mitorganisatorin Gunhild Dahlhoff. "Es geht darum, Kindern eine schöne Zeit und Spaß in den Ferien zu bereiten. Sie sollen ihrer Kreativität freien Lauf lassen können."

An jedem Nachmittag, ab 15.30 Uhr, unter der Woche (bis auf dienstags) steht deshalb ein anderes Kreativangebot auf dem Plan. Es wurden bereits Windlichter mit Serviettentechnik verschönert, Pom-Pom-Tiere aus Wolle gebastelt, Acrylbilder gemalt oder Cake-Pops (kleine Kuchen am Stiel) gebacken. Heute sind eben Dekoherzen aus Glasperlen dran.

Bei einem gemeinsamen Spaziergang entlang der idyllisch gelegnen Talsperre sammelten die Kinder zuerst größere Steine ein. "Diese bilden die Füße, an denen die Herzen später angebracht werden", erläutert Gunhild Dahlhoff. Nun wird gefädelt.

Auch Mia Jolin (6) und ihre Schwester Zoe-Naomi (9) haben Spaß an der Aktion. Die Ältere hat sogar schon eine Profitechnik entwickelt: Geschickt zieht sie immer gleich mehrere Perlen auf einmal über den Draht, und im Nu ist das erste Herz in Rosa fertig. "Für meine Cousine, passend zum Zimmer", sagt Zoe-Naomi. Das zweite für den Cousin soll entsprechend blau werden. Die kleine Schwester macht derweil Herzen für die Eltern fertig. "Es ist toll, hier basteln zu können, dann hat man keine Langeweile. Ich freue mich schon auf die anderen Aktionen", sagt Mia Jolin, während Felix klagt: "Gestern musste ich mich langweilen - da war ich nicht hier, sondern mit meinen Eltern in der Stadt."

Doch nicht nur für die kleinen Urlauber ist "Kirche unterwegs" ein Anlaufpunkt. Im Kirchenzelt sowie auf der Kirchenwiese direkt am Bever-Ufer finden auch drei Sonntagsgottesdienste (jeweils ab 11 Uhr), Abendandachten und Gespräche statt. "Ins Leben gerufen wurde das Projekt, um als Kirche da zu sein, wo Menschen sind, das heißt auch im Urlaub", erklärt Jugendreferent Robert Dahlhoff. Dabei sei die "Urlaubsseelsorge", wie er es nennt, ein sehr niederschwelliges Angebot. "Im Urlaub sind viele Menschen lockerer drauf und gewähren bei einem spontanen Gespräch auf der Wiese eher Einblicke in ihr Leben und ihre Nöte", sagt der Jugendreferent. "Es geht aber weniger um Problemlösungen, sondern vielmehr ums Zuhören, so dass die Leute mit dem Gefühl gehen, ,das war doch mal ein gutes Gespräch'."

Bis Freitag, 29. Juli, hat das Team von "Kirche unterwegs" an der Bever am Campingplatz II noch ihre Zelte stehen. Und die sind nicht nur für die Camper, sondern für alle Bever-Besucher offen.

Quelle: RP
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