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Radevormwald
Knoblauch für das Federvieh

Radevormwald: Knoblauch für das Federvieh
Ei ist nicht gleich Ei, und Küken nicht gleich Küken. Auf dem Hof von Angelika Knof-Irmer leben verschiedene Hühnerrassen, die pro Jahr zwischen 100 und 250 Eier legen. FOTO: Jürgen MOll
Radevormwald. Angelika Knof-Irmer hatte schon als kleines Kind Hühner. Seit Jahren ist sie leidenschaftliche Geflügelzüchterin und weiß genau, was ihren Tieren guttut. An den Eiern schätzt sie besonders, dass keine Medikamente darin enthalten sind. Von Wolfgang Weitzdörfer

Angelika Knof-Irmer öffnet leise die Tür zu einem Bauwagen, der auf ihrem Grundstück in Hulverscheidt steht. Darin sind mehrere Ställe, die von Wärmelampen angestrahlt werden. In den Ställen tummeln sich viele Dutzend Küken, leise ist ihr Piepsen zu vernehmen. "Ich habe immer schon Hühner gehabt, schon als kleines Kind", erzählt die 52 Jahre alte Verwaltungsangestellte. Der Onkel war Geflügelzüchter: "Und ich fand die Tiere immer schon schön. Die Eier waren da eigentlich eher ein Nebenprodukt", sagte sie.

Heute hingegen weiß die 52-Jährige sehr zu schätzen, dass sie genau weiß, was in den Eiern ist, die sie und ihr Mann Rainer regelmäßig verzehren. Sie sind beide im Rasse-Geflügel-Zucht-Verein aktiv und kennen sich aus. "Wir geben keine Medikamente - außer natürlich die als vorgeschriebene, vierteljährliche Impfung gegen Newcastle-Disease." Der Wirkstoff gegen die tückische Geflügelpest werde allen Tieren einfach über das Trinkwasser verabreicht. "Ansonsten bekommen unsere Tiere aber nur Kräuter", sagt Knof-Irmer. Etwa Oregano oder Knoblauch - das sei gut für die Verdauung. "Der Tierarzt kommt nur ganz selten ins Spiel", ergänzt Knof-Irmer.

Auf dem Tisch im Wohnzimmer steht eine Palette mit Eiern, denen man schon von der Farbe her ansieht, dass sie nicht von der Stange, beziehungsweise aus der Legebatterie kommen. Grüne, braune, hell und dunkel, und weiße Eier sind dabei. Der alte Schlager vom Huhn, das nicht viel zu tun hat und jeden Tag ein Ei legt, kommt einem in den Sinn. Allerdings ist der Hintergrund gar nicht zum Lachen: "Es gibt tatsächlich gezüchtete Legehybriden, die jeden Tag ein Ei legen. Die sind aber nach einem Jahr dann ausgelaugt", sagt Knof-Irmer. Ihre Hühner legen 100 bis 250 Eier pro Jahr, abhängig von der Rasse.

Im Winter gibt es weniger Eier, im Sommer dafür mehr, etwa 60 bis 70 pro Woche. "Vier bis fünf Jahre legen unsere Hennen Eier. Und dann landen sie oft in der Suppe", sagt Knof-Irmer. Ebenfalls ein Vorteil der eigenen Haltung: "Die Wege zum Schlachten sind kurz, die Tiere haben so wenig Stress wie nur möglich", sagt die Züchterin. Knof-Irmer kennt sich auch mit Eier-Mythen aus. Etwa, dass man ein Ei anstechen soll, ehe man es kocht, damit es nicht aufplatzt. "Das stimmt nicht. Genauso wenig wie der Mythos, dass grüne Eier weniger Cholesterin hätten", sagt sie schmunzelnd und ergänzt: "Das hängt ganz einfach damit zusammen, was das Huhn an Futter bekommt." Viele Menschen denken ja auch, dass ein besonders gelber Dotter ein Zeichen für ein besonders gutes Ei ist: "Auch das ist Humbug. Das hängt ebenfalls mit dem Futter zusammen, dass das Tier bekommt", sagt die Hühnerexpertin.

Jetzt könnte man meinen, dass es im Hause Knof-Irmer bei der Menge an Eiern ganz besondere Eier-Spezialitäten gibt. Aber das Gegenteil sei der Fall, sagt die 52-Jährige: "Wir machen am liebsten einfache Sachen - Rührei, Spiegelei oder ein hartgekochtes Ei." Ein ebenfalls recht beliebtes Rezept ist einfacher Eiersalat mit Champignons, Spargel und einer weißen, sämigen Soße. "Das ist einfach gemacht und schmeckt köstlich", sagt Knof-Irmer.

Leider kämpft auch der Rasse-Geflügel-Zucht-Verein mit Nachwuchssorgen - wie so viele andere Vereine auch: "Wir sind der letzte wirklich aktive Verein im Oberbergischen. Es gibt kaum noch Vereine", sagt Knof-Irmer bedauernd. Daher werde es im Dezember dieses Jahres auch eine offene Kreisschau geben: "Da können dann gerne auch Züchter aus anderen Kreisen zu uns kommen", sagt Knof-Irmer.

Quelle: RP
 
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