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Radevormwald
Kooperation für Vergabestelle endet

Radevormwald. Hückeswagen und Wipperfürth gründen AG, um über weitere Zusammenarbeit zu sprechen. Von Wolfgang Scholl

Die seit 2009 bestehende Zusammenarbeit der drei Nordkreisstädte Radevormwald, Hückeswagen und Wipperfürth bei der Vergabe öffentlicher Aufträge ist bald Vergangenheit. Darauf haben sich die Bürgermeister der drei Kommunen vor einigen Tagen geeinigt, bestätigte gestern Bürgermeister Johannes Mans. Verabredet worden sei, dieses Thema den Kommunalpolitikern in nichtöffentlichen Sitzungen der Städte mitzuteilen. In Rade ist dies am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss geschehen. Angesprochen werden soll das Thema auch nichtöffentlich in der Ratssitzung am kommenden Dienstag.

Die Verwaltung von Radevormwald war seit 2009 bei der Vergabestelle federführend. Bei der Umstrukturierung der Verwaltung im April war Burkhard Klein als deren neuer Leiter eingesetzt worden, um die Arbeit neu in Angriff zu nehmen und nach krankheitsbedingtem Ausfall neu zu strukturieren. Grund für die jetzige Trennung ist eine Veränderung auf dem elektronischen Sektor durch Vorgaben des Landes und neue Computerprogramme, sagte Mans.

Spätestens ab 2018 müsse ein Vergabeverfahren in allen Schritten ausschließlich elektronisch erfolgen. Bisher sind die Einzelschritte per Papier erledigt worden. "Die Vertreter der drei Kommunen sind jetzt zu dem Schluss gekommen, dass eine weitere zentrale Vergabestelle keine Vorteile, keine Synergieeffekte mehr bringt", sagte Mans, weil die einzelnen Vorgänge zwischen den Kommunen hin- und hergeschoben werden müssten.

Wipperfürths Bürgermeister Michael von Rekowski wird in der Bergischen Landeszeitung Wipperfürth mit den Worten zitiert: "Es macht keinen Sinn, ein totes Pferd zu reiten." Schon seit längere Zeit hätte die Stadt Wipperfürth wegen krankheitsbedingter Ausfälle in der Rader Vergabestelle die Aufgaben selber erledigen müssen. Dem Vernehmen nach haben Wipperfürth und Hückeswagen inzwischen einen Arbeitskreis gebildet, wie man bei der Vergabe künftig zusammenarbeiten kann und Aufgaben gemeinsam erledigt werden können.

Der Rader Bürgermeister verwahrt sich gegen die Äußerung aus Wipperfürth. In den vergangenen Monaten habe Rade wieder die Federführung bei den Vergabeverfahren erfolgreich übernommen. "Wir haben dort zwei sehr gute Leute eingesetzt, die die zahlreichen Verfahren sehr gut auf den Weg gebracht haben", sagte Mans. In Rade habe man bei der Umstrukturierung zum 1. April etxra den Fokus auf die Vergabestelle gelegt, um zu zeigen, dass sich Rade dort einsetze. "Die jetzigen elektronischen Neuerungen sind damals nicht absehbar gewesen", sagte Mans. Das Aus der Zusammenarbeit sieht der Bürgermeister aber nicht als Ende der interkommunalen Zusammenarbeit.

Dass Wipperfürth jetzt mit Hückeswagen ohne Rade auf dem Vergabe-Sektor kooperiert, sieht Mans darin geschuldet, dass beide einen gemeinsamen Bauhof betreiben und die Schlossstadt kein eigenes Rechnungsprüfungsamt mehr habe.

Quelle: RP
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