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Radevormwald
Krankenhaus wird verkauft

Radevormwald: Krankenhaus wird verkauft
Die Johanniter wollen sich von ihren Einrichtungen (hier das Krankenhaus mit Gerüst für die Stationen II und III) trennen. Nach intensiven Prüfungen sehen sie sich nicht mehr in der Lage, das Haus weiter zu führen. FOTO: hertgen
Radevormwald. Die Johanniter GmbH und die Rheinische Genossenschaft des Johanniter-Ordens als Gesellschafter der Einrichtungen suchen einen Käufer. Das wurde gestern verkündet. Ziel ist der Erhalt unter einem neuen Träger. Von Wolfgang Scholl

In einer Betriebsversammlung erfuhren es die Mitarbeiter, per Post die Mitglieder des Kuratoriums und per Telefon Bürgermeister Dr. Josef Korsten: Die Johanniter wollen die Einrichtungen in Radevormwald verkaufen.

Das erklärten gestern der seit 2009 alleine fungierende Geschäftsführer Martin Kruse aus Berlin und der im Frühjahr von den Johannitern eingeführte Kurator Christian van Vaernewyck. Mit dabei war auch der vor Ort tätige kaufmännische Leiter Detlef Röbke.

Getroffen hat diese Entscheidung eine Gesellschafterversammlung der Johanniter. "Wir stehen an der Stunde null. Wir haben noch mit keinem potenziellen Verkäufer gesprochen", sagte Kruse. Auf Nachfrage erklärte er, dass es in der Vergangenheit unverbindliche Anfragen an die Johanniter gegeben habe, ob sie nicht das Krankenhaus verkaufen wollten. Als potenzielle Käufer wurden genannt: kommunale oder konfessionelle Krankenhausträger oder private Gesellschaften.

Die Verkäufer gehen davon aus, dass der Käufer ein großes Haus unterhält, an das die Rader Klinik als Haus der Grundversorgung angegliedert wird. Betont wurde, dass es entgegen aller Gerüchte keine Gespräche mit Sana aus Remscheid gegeben habe.

Zwei Optionen, oder . . .

Für einen Verkauf gibt es zwei Optionen: die Veräußerung aller Johanniter-Einrichtungen mit Krankenhaus, Altenheim und dem Betrieb des Betreuten Wohnens oder den Weiterbetrieb der Senioreneinrichtungen und nur die Trennung vom Krankenhaus. Als Zeitspanne für die Gespräche und die Abwicklung einer Übertragung nannte der Johanniter-Geschäftsführer eine Zeit von etwa neun Monaten. Kruse geht davon aus, dass es in den nächsten vier Wochen erste Gespräche geben wird.

Angesprochen auf die dritte Variante, dass sich kein Käufer findet, sagte Kruse: "Ich gehe davon aus, dass es Interessenten geben wird." Sollte dieser Fall aber eintreten, würden die Johanniter das Krankenhaus abwickeln. Die Entscheidung, sich von dem Haus zu trennen, werde nicht mehr korrigiert.

Nach internen und externen Prüfungen sehen sich die Johanniter nicht mehr in der Lage, das Haus in der sich entwickelnden Landschaft des Gesundheitswesens weiter zu führen. "Die Ressourcen der Johanniter reichen nicht", sagte van Vaernewyck.

(RP/rl)
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