| 00.00 Uhr

Radevormwald
Küster baute Krippe 25 Jahre lang auf

Radevormwald: Küster baute Krippe 25 Jahre lang auf
Küster Joachim Hoim an der großen Krippe in der katholischen Pfarrkirche St. Marien. FOTO: Peter Meuter
Radevormwald. Joachim Hoim von der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien wird das Gesamtwerk in den nächsten Tagen in seine Einzelteile zerlegen und fest verpacken. Danach ist diese Aufgabe für den Küster allerdings endgültig erledigt. Von Sigrid Hedderich

Eine schöne Krippe ist in der katholischen Pfarrkirche St. Marien an der Bischof-Bornewasser-Straße ist immer ab dem Beginn der Weihnachtszeit zu bestaunen. Für die Gemeindemitglieder und Kirchenbesucher ist das eine kleine Selbstverständlichkeit. Doch dahinter steht die Arbeit eines Teams mit Joachim Hoim an der Spitze. Für den Küster war es jetzt die letzte Krippengestaltung nach 25 Dienstjahren.

Mit Bedacht stellt Joachim Hoim die Figuren gekrönter Häupter in die kleine Krippenlandschaft in St. Marien. Der Balthasar steht offensichtlich nicht richtig im Licht, und auch dem Kaspar könnte es nicht schaden, ein wenig in Richtung Jesuskind gedreht zu werden. Joachim Hoim ist in seinem Element. Er ist hochkonzentriert bei der Sache. Schließlich soll das Gesamtbild eine Einheit sein, wenngleich drei Figuren zu den bisher aufgestellten immererst später dazukommen. "Die Heiligen Drei Könige gehören dazu. Für sie bleibt im Advent ein schöner Platz frei, damit sie auch gut gesehen werden können", sagt Hoim.

Im 25. Jahr war er mit einer seiner Lieblingsaufgaben beschäftigt - dem jährlichen Aufbau der Krippe und der Kontrolle, ob alles immer richtig steht. "Das mache ich natürlich über das ganze Jahr hinweg nicht alleine. Da helfen mir schon einige Gemeindemitglieder", sagt er bescheiden. Die Gestaltung von Landschaften wie auch die Aufbauten von Gebäuden wie hier in diesem Fall das Stallgebäude seien sein Hobby. "Ich bastel und säge einfach gerne. Es gibt immer wieder neue Gestaltungsmöglichkeiten, die ich gerne ausprobiert habe", erzählt er. Seit fast 25 Jahren steht er im Dienst der Katholischen Kirchengemeinde als Küster. "Eine sehr schöne Aufgabe, die ich immer gerne verrichtet habe und bis heute auch genieße", sagt er.

Schon im Sommer überlegte er immer, wie die Krippe im Dezember aussehen könnte. "Es gab nie zweimal den gleichen Aufbau", sagt der Hobby-Heimwerker. Für dieses Weihnachtsfest hatte er sich einmal als Architekt betätigt und sich um den Umbau des Stalles gekümmert. Dieser war als ein quadratisches Gebäude der Zufluchtsort für Maria, Josef und das Kind. Doch nun sollte es eine rechteckige Stallung für die Heilige Familie geben.

"Ich habe ein wenig getüftelt und es hat geklappt. Der neue Stall sieht gut aus und hat außerdem auch noch eine neue Außenverkleidung bekommen", sagt Hoim. Die anfänglich zaghaften Arbeiten, eine Krippe den Gemeindemitgliedern im Altarraum zu präsentieren, hätten positive Folgen gezeigt. Mal überraschte Hoim die Gemeinde mit einem kleinen "Lagerfeuer", das nach echtem Vorbild flackerte, mal war es eine kleine Brücke über einen Bach.

"Manchmal habe ich die Krippe mit Hügeln versehen, unter die ich eine Kistenkonstruktion gebaut habe. Seine letzte Krippe jetzt ist ganz flach gehalten, damit der geänderte Stall gut zur Wirkung kommt", sagt der Baumeister stolz. Selbst seine Ehefrau Stephanie bindet er in die Gestaltung ein. Sie sorgt für die saubere und ordentliche Bekleidung der Krippenfiguren.

"Wir freuen uns immer, wenn alles steht und die Krippe eine schöne Ausstrahlung hat. Auch das Konzert "Weihnachtslieder an der Krippe" immer Anfang Januar gefällt uns da sehr gut", sagt der Küster.

Etwas mulmig wird es Joachim Hoim bei dem Gedanken des Abbaues der Krippenlandschaft in den nächsten Tagen. Es sei ein Abschied. Jedes kleine Detail wird sauber verpackt und auch die Holzfiguren gut umwickelt, um für fast elf Monate wieder auf dem Speicher über der Sakristei zu pausieren.

"Ich habe immer gesagt, nur noch ein Weihnachtsfest, nur noch ein Osterfest als Küster und dann geht es in den Ruhestand", sagt Joachim Hoim. Ein Nachfolger für seine Arbeit und damit auch für den Aufbau der Krippe zum Advent ist noch nicht gefunden.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Radevormwald: Küster baute Krippe 25 Jahre lang auf


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.