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Radevormwald
Licht schafft viele Perspektiven auf die Kunst von Heike Weber

Radevormwald. Sauber und akkurat füllt das weiße Rund den Parkettboden im historischen Gartenhäuschen aus. Der Anschein zeigt eine zauberhafte Spitzenkostbarkeit, an dem vermutlich zahlreiche Frauen fleißig geklöppelt haben müssen. Doch weit gefehlt, das filigrane Kunstwerk haben nur zwei Hände gefertigt. Die der Künstlerin Heike Weber. Sie haben vor Wochen offensichtlich viel geschwungen und gekreist. Das Wahrzeichen von Rade, das Rokokohäuschen, darf sich seit Samstag mit einem Spitzen-Teppich schmücken, der den Betrachter ins Staunen versetzt.

Am Samstag eröffnete die Künstlerin im Jubiläumsjahr der Stadt ihre Ausstellung Raumbilder "Bellevue". "Eine Arbeit in runder Form habe ich zuvor noch nicht gemacht. Es war ganz was Neues für mich", erzählte die Künstlerin, die keineswegs hier mit Textilien oder Garnen gearbeitet, sondern fleißig zu Kartuschen mit Silikon gegriffen hat. "Ein Teppich schützt den Boden, doch hier verweist der Teppich auf den Boden - ein Widerspruch in sich", erklärt Heike Weber. Ihr runder Teppich schütze somit nicht das Parkett des Gartenhäuschens. "Der Teppich hat mehr Löcher als Masse. Es ist das Braun des Bodens, das hier wirken soll", sagt die Künstlerin. Sie fertigt ihre spitzenähnlichen Kunstwerke in ihrem Atelier. Das Silikon trockne gut und schnell. Sei ein Kunstwerk fertig, könne sie es für den Transport sehr gut zu einer Rolle drehen, um es unbeschädigt zu Ausstellungen schaffen zu können.

Ein weiteres Kunstwerk, eine Skulptur, arbeitete sie ebenfalls "maßgeschneidert" für Rade. Am Samstag durften die Besucher der Ausstellungseröffnung den auf Edelstahl gesandstrahlten Spitzenteppich erstmals sehen. Die große und glänzende Platte liegt gleich neben dem Gartenhäuschen im Parc de Chateaubriant. "Die Skulptur sieht aus, als sei sie aus Glas", sagte Ewald Wuttker. Er ging in die Hocke, um vorsichtig das Material mit einem Finger zu prüfen. "Einfach fantastisch, wie die Platte stahlt", schwärmte er. Heike Weber fotografierte ihr Werk von allen Seiten. "Das Licht lässt immer wieder eine andere Wirkung der Oberfläche zu", sagte sie. Die Ausstellungsgäste bestätigten dies und zeigten ebenfalls ihre Begeisterung. "Mir gefällt das Muster sehr gut. Man kann deutlich einen Teppich erkennen", sagte Besucherin Masha Tessarri.

Die Außen-Skulptur sei ihre erste bleibende, ist Heike Weber stolz. Auf acht großflächigen Plakatwänden an verschiedenen Standorten der Innenstadt sind ebenfalls Arbeiten von ihr zu sehen. "Toll, sich hier einmal so intensiv zeigen zu dürfen in Bezug zu dieser Stadt", freute sich die Künstlerin.

Die Verbindung zu Rade entstand über Bernd Freudenberg von der Kunst-Initiative, was auch Ursula Mahler, die Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins, erfreute. Am Samstag zeigte sich auch Bürgermeister Johannes Mans bei der Vernissage im Wartburghaus von der Ausstellung sehr beeindruckt. "Kunst ist gut und wichtig für unsere Stadt. Es ist sehr schön, dass die Skulptur hier bei uns bleibt", so Manns. Dietmar Stark, Vorsitzender des Kulturausschusses, lobte die gute Entwicklung, Kunst in der Stadt Radevormwald vermehrt einzubringen und auch öffentlich zu zeigen. Dr. Petra Oelschlägel sprach bei der Eröffnung über die Biografie und künstlerische Entwicklung von Heike Weber.

(sig)
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