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Landratswahl - Die Kandidaten Ingeborg Mohr-Simeonidis
Lieber ins Kreishaus statt in Rente

Landratswahl - Die Kandidaten Ingeborg Mohr-Simeonidis: Lieber ins Kreishaus statt in Rente
Sollte Ingeborg Mohr-Simeonidis am Sonntag die Landratswahl gewinnen, wird die Linke ihren Eintritt in die Rente verschieben müssen. FOTO: NN (Archiv)
Radevormwald. Am Sonntag wird der neue Landrat gewählt; die BM stellt in dieser Woche alle Kandidaten vor. Zum Auftakt: die Linke. Von Torsten Sülzer

OBERBERG Warum Die Linke mit eigener Kandidatin zur Landratswahl in Oberberg antritt, hat Ingeborg Mohr-Simeonidis schnell erklärt. "Jochen Hagt von der CDU kennen wir, und der unabhängige Kandidat Jörg Bukowski hat sich bei uns vorgestellt." Die Linken sahen bei diesen Bewerbern Raum für eine eigene Kandidatur. "Hagt vertritt uns zu sehr die Weiter-so-Linie." Es sei nicht alles schlecht gelaufen, "wir werfen niemandem vor, dass er auf der faulen Haut gelegen hat. Aber ein einfaches ,Weiter so' kann ich auch nicht akzeptieren", macht Mohr-Simeonidis klar.

Bukowski, sagt die Linke, gehe mit den Kernthemen Kreisumlage und dem Verhältnis der Bürgermeister zum Oberbergischen Kreis und was er da verbessern will in den Wahlkampf. "Verbesserungsbedarf sehe ich auch. Aber dabei kann man es nicht belassen. So, wie wir Bukowski als Bürgermeister kennengelernt haben, wollen wir ihn nicht unterstützen. Er konnte uns nicht überzeugen", sagte die Linke.

Dass die 64-jährige Diplompsychologin aus Reichshof ins Rennen geht, passt ihr gut in den persönlichen Zeitplan. "Ich gehe im April in Rente, und mir war immer klar, dass ich dann nicht die Hände in den Schoß legen kann. Ich wollte schon seit Jahrzehnten politisch aktiv werden. Ich habe die Zeit und die Energie." Das mit der Rente würde sich beim Wahlsieg natürlich erledigen.

Politisch aktiv ist sie schon länger: Seit Mai 2014 sitzt sie für die Linke im Reichshofer Gemeinderat. Im Mai dieses Jahres rückte sie in den Kreistag nach. Seither hat sie einen noch direkteren Einblick ins politische Geschehen im Oberbergischen. "Es haben sich eine Menge Dinge getan", sagt die 64-Jährige, "aber es gibt noch Potenzial".

Als Beispiel, was falsch läuft, nennt sie das Konzept des Kreises, das Oberberg zur Energie-Effizienzregion machen und das ein Energie-Effizienz-Manager umsetzen soll. Die Schaffung dieser Position war von Teilen der Opposition für überflüssig befunden worden. Mohr-Someonidis: "Es müssten alle Beteiligten ins Boot geholt werden, bevor Entscheidungen fallen", sagt sie - damit Konzepte gemeinsam erarbeitet werden können.

Da wäre sie die Richtige, sagt sie: "Ich bin es durch meine Betriebsratstätigkeit gewohnt, Menschen mit konträren Meinungen an einen Tisch zu holen, zu moderieren und einen Kompromiss zu erarbeiten, der allen nutzt." Und: Solche Prozesse müssten von Anfang an transparenter ablaufen als es beim Kreis Usus sei. Dass sie selbst keine Verwaltungserfahrung hat, sieht die 64-Jährige nicht als Nachteil: "Verwaltungswissen ist Hilfswissen. Ich will die Verwaltung nicht kleinreden, aber sie ist eine beratende Hilfskonstruktion, zuständig für die fachliche Umsetzung."

Quelle: RP
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