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Radevormwald
Liebevolles Gedenken auf dem Friedhof

Radevormwald: Liebevolles Gedenken auf dem Friedhof
Eduard Otter zeigte den Besuchern auf dem Reformierten Friedhof am späten Sonntagnachmittag verschiedene Gräber, darunter waren auch einige mit sehr alten Grabsteinen. FOTO: michael schütz
Radevormwald. Vor 150 Jahren wurde der Friedhof der Reformierten Kirchengemeinde seiner Bestimmung übergeben. Am Sonntag feierte die Gemeinde mit Gottesdienst, Vortrag und Führungen. Außerdem gibt es einen neuen Friedhofswegweiser. Von Sigrid Hedderich

Der großflächige Friedhof der Reformierten Kirchengemeinde an der Kaiserstraße gibt ein sehr gepflegtes Gesamtbild ab. Überall blüht es auf den zahlreichen Gräbern in allen erdenklichen Farben, die Wege sind sauber, und die weiß gestrichene Friedhofskapelle zeigt sich als strahlender Mittelpunkt. Selbst die immer größer werdenden Freiflächen sind begrünt oder bepflanzt. Da wundert es nicht, dass der Friedhof im November zu den zehn schönsten im Bergischen Land gezählt wurde.

"Wir achten auf ein gepflegtes Bild unseres Friedhofs. Angehörige wie auch eine Gruppe Ehrenamtlicher pflegen die Gräber und Freiflächen", sagt Pfarrer i.R. Wolfgang Motte. Am Sonntag referierte er nach dem Gottesdienst in der Kapelle zum Thema "Aus der Geschichte des Friedhofes der Reformierten Gemeinde". Anlass war ein Geburtstag der besonderen Art: Denn vor 150 Jahren wurde der Friedhof seiner Bestimmung übergeben. Am 4. Januar 1866 fand auf dem neuen Friedhof, der damals außerhalb der Stadt lag, erstmals eine Beisetzung statt. Motte ging auf die Geschichte des dritten Friedhofes ein, dessen Vorgänger um 1709 rund um die damalige Reformierte Kirche am heutigen Marktplatz lag. Damals teilte sich die Kirchengemeinde den Bestattungsort mit der katholischen Gemeinde. Einen späteren zweiten Friedhof gab es einst auf der Fläche des heutigen Parc de-Châteaubriant, Standort des Rokoko-Gartenhäuschens.

"Selbst unser heutiger Friedhof reichte für die Bestattungen nicht aus und wurde 1894 und 1923 erweitert", sagte Motte. Er ging in seinem Vortrag auf den Wandel der Bestattungs- wie Trauerkultur ein. Hierbei unterstrich er, dass Urnenbeisetzungen zunehmen. "Die Freiflächen können heute den parkähnlichen Charakter des Friedhofes unterstützen", sagte Motte. Später führte er Interessierte zum älteren Friedhofsteil mit Familiengräbern, deren Namen zum Teil eng mit der Geschichte der Stadt verbunden sind - unter ihnen das große Grab der Familie Otto Rocholl, Ehrenbürger und ehemaliger Bürgermeister der Stadt.

Auch die "Steine des Gedenkens", eine Ansammlung sehr alter Grabsteine, wurde betrachtet. Eine weitere Gruppe konnte an der Führung "Bestattungsangebote auf dem Reformierten Friedhof" teilnehmen und Erklärungen von Friedrich Klappstein, Vorsitzender des Friedhofsausschusses, und Eduard Otter erhalten. Hierbei wurde die neue Urnengrabanlage "Unter Bäumen" vorgestellt, die erst jüngst fertiggestellt wurde.

"Wir möchten das Sterben und den Tod enttabuisieren und heute die Möglichkeiten zeigen, Verstorbenen ein liebevolles Andenken zu bewahren", sagte Pfarrer Dr. Dieter Jeschke. Fünf Familien, die die Gräber ihrer Angehörigen selbstständig pflegen, wurden am Sonntag mit einem Pflanzengutschein sowie einem Blumenstrauß überrascht. "Eine Kommission aus drei Gärtnern hatte dazu die fünf schönsten Gräber ausgewählt", sagte Friedrich Klappstein.

Im Rahmen dieser Würdigung verteilten Mitglieder des Friedhofsausschusses sowie Presbyter die neuen Friedhofswegweiser.

Nach den Friedhofsführungen konnten sich die Friedhofsbesucher auf dem Platz hinter der Kapelle in aller Ruhe bei Kaffee und Kuchen austauschen oder weitere Rundgänge über den nunmehr 150 Jahre alten Friedhof unternehmen.

Quelle: RP
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