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Radevormwald
Lothar Körschgen geht in den Ruhestand

Radevormwald: Lothar Körschgen geht in den Ruhestand
Lothar Körschgen muss in Zukunft kürzer treten und will auch emotional etwas Abstand zu seiner Lutherischen Kirchengemeinde gewinnen. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Der 63-jährige Kirchenmusiker wird am kommenden Sonntag von der Lutherischen Kirchengemeinde verabschiedet. Drei Chöre werden für Körschgen singen, der außerdem seine Lebensgefährtin Petra Wiedenlübbert heiraten wird. Von Flora Treiber

Lothar Körschgen geht am kommenden Sonntag mit 63 Jahren in den Ruhestand. Der Kirchenmusiker hat 30 Jahre beruflich in der Lutherischen Kirchengemeinde mit Kirche an der Burgstraße verbracht, Chöre und Musikgruppen geleitet und sich außerhalb seiner Arbeitszeit für das Gemeindeleben eingesetzt. Pfarrerin Manuela Melzer vermisst ihn schon jetzt. "Er wird eine große Lücke hinterlassen, die wir nicht füllen können", sagt sie. Damit meint sie nicht nur seine Stelle als Kirchenmusiker, sondern auch seinen persönlichen Einsatz. "Er hat unser Gemeindeleben geprägt und vorangebracht. Von seiner liebevollen und geduldigen Art haben wir alle profitiert."

Lothar Körschgen verlässt die Kirche mit gemischten Gefühlen. "Ich muss kürzer treten und mir mehr freie Zeit gönnen. Dafür brauche ich Abstand", sagt er. Seine Chöre, wie den CVJM-Chor, will er aber weiterhin ehrenamtlich leiten. "Die Entscheidungen brauchen noch etwas Zeit, aber ich möchte mich weiter für die Chöre einsetzen. Sie liegen mir schließlich am Herzen."

Zu seinem Aufgabenfeld zählte auch die Familienkirche im Paul-Gerhardt-Haus, die er musikalisch begleitete. Gottesdienste an der Burgstraße spielte er oft als Vertretung für Martin Scheibner. Einen vollen Ersatz wird es für seine Stelle nicht geben. "Wir werden einen zeitlich begrenzten Job für das Paul-Gerhardt-Haus schaffen, alle anderen Aufgaben müssen gekürzt werden", sagt Melzer. Die Aufgaben im Gemeindehaus in Herbeck wird Annette Busch übernehmen, die momentan als Organistin in Dahlerau tätig ist.

Lothar Körschgen saß zum ersten Mal mit 14 Jahren in Remlingrade an der Orgel, sein erstes Klavier bekam er bereits mit acht Jahren. Seitdem hat er nicht aufgehört, bei Gottesdiensten zu spielen. Nach seiner Orgelausbildung in Remscheid folgte eine Weiterbildung zum C-Kirchenmusiker und zum Musikalienhändler. Bevor er vor 30 Jahren in der Lutherischen Gemeinde seine Arbeit aufnahm, hatte er von 1970 bis 1980 in der Justizvollzugsanstalt in Lüttringhausen gearbeitet. "Dort habe ich die Gottesdienste gespielt. Eine einzigartige Erfahrung", sagt er. Bis 2015 war er viel in der Kinderarbeit tätig und hat sich immer gerne mit den jüngsten Gemeindegliedern beschäftigt. Aber auch diese Arbeit ist ihm in den vergangenen Jahren immer schwerer gefallen.

"Man wird nicht jünger, und ich hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen." Zu schaffen gemacht hat ihm auch die Entwicklung seiner Gemeinde. Die angespannte Situation um die Gemeindehäuser und die Überlastung der Pfarrstellen haben ihn bedrückt. "An mir gehen solche Dinge nicht vorbei. Ich fühle mit", sagt er.

In Zukunft etwas kürzer zu treten und auch emotionalen Abstand zu der Gemeinde zu gewinnen, ist ihm wichtig. Sein Verabschiedungsgottesdienst am Sonntag ist gleichzeitig ein Neustart. Denn Pfarrerin Manuela Melzer wird seine Lebensgefährtin Petra Wiedenlübbert und ihn trauen. Nach dem Festgottesdienst in der Kirche ist ein großer Empfang im Wartburghaus geplant. "Wir erwarten mehr als 250 Leute. Lothar ist sehr beliebt und hat viele Menschen berührt. Wir wollen uns alle von ihm verabschieden und ihm das Beste für die Zukunft wünschen", sagt Melzer.

Quelle: RP
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