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Radevormwald
"Luzider Raum" in reformierter Kirche

Radevormwald. Die Empfehlung von Dr. Dieter Jeschke, Pfarrer der reformierten Kirchengemeinde, sich auf die wohltuende Inspiration des Kunstwerks einzulassen, kam aus tiefstem Herzen. Er begrüßte gestern nach dem einleitenden Gottesdienst zur Ausstellungseröffnung geladene Gäste in der fast leergeräumten Kirche. "Ich freue mich besonders, heute die Ausstellung genau an dem Ort eröffnen zu dürfen, an dem vor 700 Jahren die Stadtrechte besiegelt und beurkundet wurden", sagte der Pfarrer.

Die Gäste lauschten den Worten des Pfarrers, der sein Rednerpult direkt vor der großen Skulptur "Luzider Raum" von Helga Weihs vorfand. Die Gäste saßen auf den Kirchenbänken, die ihre Stammplätze verlassen hatten. An beiden gegenüberliegenden Kirchenseiten waren sie nun platziert und ließen fast keinen Blick auf die andere Seite zu. Das Kunstwerk stand dazwischen und lud zum Schauen, Erforschen und Meditieren ein.

Bürgermeister Johannes Mans betonte seinen Stolz, dieses Kunstwerk präsentieren zu dürfen. "Die Tiefe der Kunst ist nicht immer leicht zu verstehen, aber sehr interessant", sagte er. Er wünsche sich, auch Kinder einzubinden, um ihren eine Chance zur künstlerischen Entwicklung geben zu können. Mans wünschte allen Gästen eine interessante Inspiration aus der Kunst, deren Stärke mit nach Hause genommen werden dürfe.

Jörg Jung moderierte die Eröffnung und lobte die Entscheidung der Künstlerin und deren Team, das große Kunstwerk, einen hölzernen "Luziden Raum", nicht im Gottesdienst verhüllt zu haben. "Das ist die Wirkung, die Beschäftigung mit Kunst: zu erleben, dass hier sich etwas einem direkt in den Weg gestellt hat", sagte er. "Wir können den Raum hier ganz neu spüren, aber auch den Luzider Raum. Wir können um ihn tanzen, ihn umgehen, aber nicht betreten." Jung hob die Möglichkeit des Hindurch-Sehens hervor und unterstrich die feine ebenmäßige Arbeit der Künstlerin Helga Weihs durch das Schichten der Eschenhölzer. Weiter erklärte er die vier Wandbilder, die durch veränderte Sichtweiten und eigener Ausstrahlung ebenfalls Geheimnisse bergen. Fragen nach Materialien und technischer Verarbeitungen wurden laut. Helga Weihs gab geduldig Einsicht in ihr künstlerisches Schaffen.

Ausstellung zu sehen bis 18. Juni in der reformierten Kirche am Marktplatz, jeweils während der Gottesdienste, außerdem Dienstag und Donnerstag, 17 bis 18 Uhr, Samstag, 11.30 bis 12.30 Uhr, und auch nach Vereinbarung.

(sig)
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