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Radevormwald
Markt-Kirche gibt der Stadt Orientierung

Radevormwald. Bernd Klüting ist begeisterter Hobby-Historiker und war sein Leben lang besonders an der Geschichte seiner Heimat interessiert. Wie wichtig Kirchen in der Geschichte der Stadt waren, zeigt nicht nur das Stadtlogo, sondern beweisen auch viele weitere Berichte über die Stadtgeschichte. Zum Stadtjubiläum hat sich Bernd Klüting für den Bergischen Geschichtsverein die Mühe gemacht, seine bereits 2014 veröffentlichten Wissensschätze über die sieben Kirchen der Stadt in einem Lichtbildvortrag aufzubereiten.

Zu der ersten Hälfte des Vortrages am Freitag kamen zahlreiche Besucher ins Bürgerhaus. "Das Interesse an den Kirchen ist groß. Ich kann das nachvollziehen, schließlich habe ich mich viele Jahre durch die Archive gelesen", sagte Klüting. Für seinen Vortrag hatte er alte Fotografien, Zeichnungen und Kupferstiche zusammengetragen, die den Wandel der Gotteshäuser dokumentieren. Die Kirche der Reformierten Gemeinde prägt das Stadtbild. Mit ihrem Standort, direkt am Marktplatz im Herzen der Stadt, ist sie wichtiger Orientierungspunkt. Auf der ältesten Ansicht der Stadt von 1615, die Georg Keller als Kupferstich angefertigt hat, ist die Kirche bereits zu erkennen. Nachdem das Gebäude bei mehreren Stadtbränden zerstört wurde, mal mehr, mal weniger, hat sie Anfang des 19. Jahrhunderts auf verkleinerter Grundfläche ihre jetzige Form gefunden. Auf der Kirchturmspitze sitzt ein 25 Kilogramm schwerer Hahn, der 2015 neu vergoldet wurde. Klüting stellte den kunstvoll gestalteten Innenraum der Kirche vor, der mit der symmetrischen Anordnung der Prinzipalien, also Kanzel, Kanzeltisch und Orgel, typisch bergisch ist.

"Unsere Kirchen sind nicht nur Stadtgeschichte, sondern repräsentieren auch die Handwerkskunst des Bergischen Landes. Diese Details will ich weitergeben und mit der Öffentlichkeit teilen", sagte Klüting vor seinem Vortrag. Nachdem sich die Reformierte Kirche vor den Augen des Publikums verändert hatte, zog die älteste Kirche der Stadt auf die Leinwand. Von der Kirche in Remlingrade, charakteristisch mit ihrem spitz zulaufendem Turm, hat Bernd Klüting einen alten Plan von 1748 gefunden. Der hat in den Tiefen des Kirchenarchivs zwar an heftigem Mäusefraß gelitten, gibt aber trotzdem Aufschluss über den Aufbau des Innenraums.

Genau wie damals passen heute noch 333 Besucher in die Kirche und können die Predigten in dem kunstvoll gestalteten Raum verfolgen. Während des Dreißigjährigen Kriegs wütete in Radevormwald Pest. Die Opfer der Krankheit wurden damals in Remlingrade begraben, auch das weiss Bernd Klüting aus den Archiven. Er bezeichnet die älteste Kirche der Stadt als "wunderschön".

Seinen Vortrag beendete er mit einer Schlussbetrachtung der katholischen Kirche St. Marien. 2017 wird Klüting die zweite Hälfte seines Vortrags zu den vier weiteren Kirchen der Stadt mit der Öffentlichkeit teilen.

(trei)
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