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Radevormwald
"MaskeRader" vor dem finanziellen Aus

Radevormwald: "MaskeRader" vor dem finanziellen Aus
Die Proben der "MaskeRader" für das neue Stück "Ein Mädchen für alles" laufen zwar, die Zukunft der Theatergruppe ist aber gefährdet. FOTO: maskerader
Radevormwald. Die Amateurtheaterspielgruppe unter dem Dach des Kulturkreises fürchtet um ihre Existenz. Der Kulturkreis musste die finanziellen Zuschüsse stark einschränken. Auch die eigenen schon drastisch erhöhten Beiträge reichen nicht aus. Von Joachim Rüttgen

Für die Laienspielgruppe "MaskeRader" könnte schon bald der letzte Vorhang fallen. Die zurzeit zehn aktiven Mitglieder bangen um ihre Existenz. Die Gruppe steht vor dem finanziellen Aus, weil der Kulturkreis Radevormwald, unter dessen Dach die "MaskeRader" spielen, seine Zuschüsse stark kürzen musste, um selber eine eigene Spielzeit stemmen zu können. Die "MaskeRader" versuchen seit einiger Zeit, mit drastisch erhöhten eigenen Beiträgen (30 statt 20 Euro pro Monat - plus einige "interne Spenden"), zumindest das aktuelle Stück "Ein Mädchen für alles" noch zur Aufführung zu bringen.

"Aber das Geld reicht trotzdem nicht aus", sagt Gabriele Nieland, die zu den Gründungsmitgliedern der vor 15 Jahren ins Leben gerufenen Theatergemeinschaft zählt. Die Aktiven seien zwar relativ sicher, die geplante Aufführung am 29. Oktober im Bürgerhaus noch spielen zu können, danach sei aber alles in Frage gestellt. Ohne Förderer oder großzügige Spender hätte die Gruppe wohl keine Überlebenschance.

"Dabei hängt da ganz viel Herzblut mit dran", sagt die engagierte Theaterfreundin. Die komplette Truppe sei sehr unglücklich mit der Situation und hoffe auf eine Rettung. Eigens dafür sollen jetzt auch Firmen gefragt werden, ob diese sich ein finanzielles Engagement vorstellen können.

"Unser Spiel bringt vielen Gästen sehr viel Spaß. Mit bis zu 300 Besuchern sind unsere Aufführungen sehr beliebt", sagt Gabriele Nieland. Die "MaskeRader" - das sei ein Stück Kultur in Rade. "Unser Herz brennt für diese Arbeit", sagt sie.

"MaskeRader"-Sprecher Kai Olthoff betont, dass die Gruppe auch künftig ungerne darauf verzichten würde, sich von einer Regisseurin anleiten zu lassen. "Das ist zwar der Hauptkostenfaktor, den wir selber tragen müssen, aber auf die wertvolle Arbeit von Susanna Weber wollen wir nicht verzichten", sagt er. Seit einigen Jahren betreut die Neusserin als ausgebildete Theaterpädagogin und Schauspielerin das Ensemble. "Sie fordert und fördert uns - und ihre gute Arbeit lässt sich dann auf der Bühne sehen", sagt Olthoff.

Jede Spende sei jetzt willkommen, damit die Darsteller im Alter zwischen 25 und 74 Jahren weiter ihrem Hobby frönen können. Schon für das letzte Stück ("Acht Frauen") wurde dem Ensemble das Bühnenbild gesponsert. Und das Licht übernimmt die Gruppe ohnehin in Eigenregie.

Auf Rettung hofft auch Michael Teckentrup, Vorsitzender des Kulturkreises. "Wir haben unsere Gruppe jahrelang in großem Umfang unterstützt, müssen mittlerweile aber auch selber sehr an unsere Finanzen denken. Deshalb mussten wir unseren Anteil deutlich reduzieren", sagt er und bedauert diesen Schritt selber. Jetzt gebe es finanzielle Hilfe nur noch in sehr kleiner Form. "Dadurch entsteht natürlich eine große Lücke, die wir nicht mehr füllen können", sagt Michael Teckentrup.

Er stehe im engen Dialog mit den Mitgliedern der "MaskeRader", schließlich gehöre die Gruppe zum Kulturkreis Radevormwald. Gemeinsam habe man nach Alternativen gesucht und nun entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen. Teckentrup: "Öffentliche Fördermittel gibt es nicht, die sind auf den Kinder- und Jugendbereich beschränkt." Das Herz des Kulturkreises schlage auch weiterhin für die "MaskeRader": Auch künftig wolle man administrative Dinge wie die Jahresabschlüsse für die Laienspielgruppe übernehmen. Aber jetzt gehe es erstmal darum, die beiden nächsten Aufführungen zu sichern, für die die Proben bereits laufen.

Quelle: RP
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