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Radevormwald
Mehr Polizisten sichern Karnevalszug

Radevormwald: Mehr Polizisten sichern Karnevalszug
Wenn am 6. Februar wieder wie hier im Vorjahr einige tausend Menschen den Zugweg in der Rader Innenstadt säumen, werden mehr Polizisten als sonst das jecke Treiben begleiten. FOTO: nico hertgen (archiv)
Radevormwald. Zahlen nennt die Kreispolizeibehörde nicht, aber die Präsenz zum Umzug am 6. Februar wird wegen der Vorkommnisse in der Silvesternacht in Köln deutlich erhöht. Vereine müssen aber keine verschärften Sicherheitsauflagen befürchten. Von Joachim Rüttgen

Die Kreispolizeibehörde des Oberbergischen Kreises reagiert auf die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln, bei dem es zu massiven Übergriffen auf Frauen gekommen war. "Konkrete Zahlen kann ich zwar nicht nennen, aber wir werden bei den Karnevalsumzügen in der Region erheblich mehr Kräfte einsetzen als in den Vorjahren", kündigt Polizeipressesprecher Jürgen Dzuballe an.

Bislang waren meist etwa zwölf Beamte beim Karnevalsumzug in Radevormwald im Einsatz, das dürften am Samstag, 6. Februar, deutlich mehr werden. Den Mehraufwand an Personal stemmt die Polizei, in dem sie die internen Abläufe für die närrischen Tage ab Altweiber ändert: So werden an diesen Tagen Zwölf-Stunden-Schichten gefahren, "dadurch werden Kräfte frei", sagt Dzuballe.

Grundsätzlich gelte an den Karnevalstagen in der Kreispolizeibehörde eine Urlaubssperre. Dienstfrei gebe es nur in besonderen Ausnahmefällen und unter engen Auflagen. Außerdem haben die Direktionen Kriminalität und Verwaltung eine noch engere Zusammenarbeit vereinbart, als sie ohnehin schon praktiziert wird. "Wir unterstützen uns einfach noch mehr als sonst auch schon", berichtet Dzuballe.

Außerdem wird die Kreispolizeibehörde wohl den Vorschlag des Innenministers aufgreifen, der angeregt hatte, verstärkt auch die Fachhochschüler in den Dienst an den tollen Tagen einzubinden. "Diese Maßnahmen bedeuten schon eine deutliche Verschärfung, basierend auf den Vorkommnissen in der Silvesternacht in Köln", betont Dzuballe. Durch den Einsatz von mehr Polizeibeamten auf den Straßen wolle die Behörde die Präsenz erhöhen und das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen stärken. Denn das Vertrauen in die Arbeit der Polizei habe nach den Ereignissen in Köln zum Jahreswechsel deutlich gelitten.

"Wir wollen den Bürgern beweisen, dass sie sicher sind, denn in Gesprächen hören wir schon raus, dass sich die Bürger unsicherer fühlen, wenn sie so etwas wie in Köln mitbekommen", sagt der Polizeipressesprecher. Er betont aber auch, dass es keine konkreten Hinweise auf irgendwelche geplanten Aktionen gibt. "Wir erwarten auch wirklich keine Verhältnisse wie in Köln", sagt Dzuballe.

Der Fachbereich Soziales und Ordnung im Rathaus Radevormwald verzichtet beim Umzug am 6. Februar auf verschärfte Sicherheitsauflagen für die teilnehmenden Gruppen. "Es gibt ein Sicherheitskonzept wie in den Vorjahren auch, das sich vor allem auf besondere Gefahrenlagen konzentriert und das mit Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Jugendamt und mit dem Veranstalter abgestimmt wurde", berichtet Fachbereichsleiter Jochen Knorz. Das Konzept regelt genau, welche Vorkehrungen in bestimmten Situationen zu treffen sind. Wichtigstes Thema in Radevormwald sind nach Meinung von Knorz die alkoholisierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in den Vorjahren nicht selten auch ein erhebliches Aggressionspotenzial entwickelten. "Da achten wir verstärkt drauf und sind mit mehreren Streifen in Kooperation mit dem Jugendamt unterwegs", kündigt Knorz an.

Sein Appell an die Eltern: Bitte die Kinder im Blick halten! "Schön wäre es, wenn wir Eltern erreichen und sie darüber informieren könnten, wenn ihr Kind im Krankenhaus liegt", sagt Knorz. Klingt drastisch, vereinzelt kam es in den Vorjahren aber vor, dass Eltern nicht informiert werden konnten.

Quelle: RP
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